IBRAHIMA: Jeden Tag, wenn ich raus gehe, kriege ich Stress. Ich habe gar nichts zu tun mit den Leuten, ich lebe nur mein Leben. Man kann nicht immer mit Stress leben. Ich denke, wenn ich keine Probleme hätte mit den Leuten, könnte ich mein ganzes Leben hier bleiben, weil ich mag Suhl auch. Aber wenn es hier immer Probleme gibt, muss ich Suhl verlassen. Vielleicht macht hier eines Tages jemand mein Leben kaputt und ich kann gar nichts machen. Wenn ich hier bleibe, kann mich jemand töten, eines Tages.

IBRAHIMA: Vor knapp zwei Wochen war ich abends alleine zu Hause bei mir, ich habe auch keinen Fernseher. Da hat mich ein Kumpel angerufen und gefragt: „Kannst du zu mir kommen? Ich bin auch alleine hier. Ich hab einen Fernseher, wir können ein bisschen Musik hören und so.“ Ich hab gesagt: „Okay, kein Problem, ich komm mit dem Bus.“ Aber es war schon ein bisschen spät, 0 Uhr. Der letzte Bus fährt 00.10 Uhr. Ich bin also schnell zum Bus und hab dabei meinen Mundschutz zu Hause vergessen. Aber ich hatte eine Jacke und ein T-Shirt, also hab ich meine Jacke um den Mund gebunden. An der Haltestelle im Zentrum war ich alleine, und als ich in den Bus eingestiegen bin, war ich auch alleine mit dem Busfahrer. Als wir ein bisschen gefahren waren, bis zur Haltestelle Oberland, habe ich drei Leute gesehen, ein Mädchen und zwei Jungen. Sie sind rein gekommen und haben auf mich eingeredet. Das Mädchen hat gesagt: „Wo ist dein Mundschutz? Du Ausländer“ und so weiter.
RAFAEL: Du hattest ja aber etwas vor deinem Gesicht.
IBRAHIMA: Ja. Und wieso kommst du zu mir und fragst mich so etwas? Ich habe mir gedacht, okay, ich habe keine Schutzmaske, aber was willst du nun machen? Und die anderen Männer? Die haben die ganze Zeit laut geredet und sind zu mir gekommen. Der eine hat auch sehr laut geredet, der Busfahrer hat alles gehört, was er gesagt hat. Sie haben mich die ganze Zeit beleidigt. Ich habe einfach auf meinem Platz gesessen und habe gar nichts gesagt. Der eine ist zu mir gekommen und hat laut gebrüllt, er hatte eine Bierflasche. Er hat mich mit Bier bekleckert und durch den ganzen Bus geschrien. Ich denke, das war rassistisch. Wenn das ein weißer gewesen wäre, hätten sie diese Person nicht so fragen können. Ich bin Afrikaner, ich bin Schwarz, deswegen sind sie zu mir gekommen und Stress zu machen. Das erste mal hat das Mädchen mich gefragt, was mit meinem Mundschutz ist. Dann hat der eine Junge auf mich eingeredet. Der andere, der mit ihm war, hat schon gesehen, dass das Probleme gibt. Er hat zu dem Mädchen gesagt: „Rede mit deinem Freund.“ Und er hat ihn weg gezogen. Aber dann kam sein Freund wieder zu mir. Er hat gesagt: „Scheiß Ausländer“ und das N*-Wort und so. Vom Oberland bis zur Haltestelle Rennsteigstraße ging das so. Als wir dort ankamen, wollten sie aussteigen, das Mädchen und die Männer. Ich saß noch auf meinem Platz. Auf einmal hat er die Bierflasche genommen und mir einfach mitten in mein Gesicht geschlagen. Ich habe plötzlich überall Blut auf meinem T-Shirt gesehen. Er wollte weg gehen, aber ich hab schnell reagiert, bin hinterher. Und draußen hab ich ihn gepackt und gesagt: „Du gehst nicht!“ Er hat gesagt: „Bitte lass mich, wir gehen ins Krankenhaus.“ Ich habe gesagt: „Nein, du hast mich geschlagen im Bus, obwohl ich gar nichts gemacht habe.“ Ich war alleine, aber ich habe gesagt: „Bis die Polizei kommt, bleibst du hier, du gehst gar nicht weg.“ Wer mich so angreift und dann sagt, „lass es“, den lasse ich nicht gehen. Beleidigungen bin ich gewöhnt, aber wenn mich jemand anfasst, dann ist das ein Problem! Wer weiß, vielleicht können sie mich sogar töten, aber ich lass die Person nicht gehen, bis die Polizei kommt. Der Busfahrer hat dann die Polizei angerufen und den Krankenwagen. Als sie angekommen sind, hat die Polizei mich aber gar nicht befragt, sie hat gar nicht mit mir geredet. Sie haben nur meinen Ausweis kontrolliert und mir wieder gegeben. Und dann war ich schon im Krankenwagen und konnte nichts mehr sagen, ich konnte auch nicht mehr raus gehen. Dann wurde ich ins Krankenhaus gebracht um 1 Uhr. Ich war im Krankenhaus bis 2 Uhr. Danach bin ich alleine bis Suhl-Nord gelaufen. Mitten in der Nacht.
RAFAEL: Sie haben dich einfach raus gelassen? Allein?
IBRAHIMA: Ja, alleine. Und ich wusste nicht, was ich machen soll. Es gab keinen Bus mehr. Also bin ich gelaufen bis Suhl-Nord. So war das.
RAFAEL: Und der Busfahrer hat erst was gemacht, als sie dich schon geschlagen haben?

IBRAHIMA: Der Busfahrer hat gar nichts gesagt, bis der Junge mir was angetan hat. Dann war er mit draußen und hat den Bus zu gemacht und dann die Polizei angerufen. Nur das. Ein paar Tage später habe ich diesen Busfahrer gesehen und ihn gefragt, was die Polizei gesagt und gemacht hat, weil ich am Ende ja nicht mehr vor Ort war. Er meinte, dass sie nur das Video mitgenommen haben, um zu sehen, was im Bus passiert ist, weil es gab eine Kamera. Wir haben nur kurz darüber geredet und das war es. Und letzte Woche waren Leute von der Beratungsstelle ezra aus Erfurt hier. Sie haben mich gefragt, ob die Polizei nett zu mir war. Ich habe gesagt: „Was, nett? Sie haben gar nichts zu mir gesagt.“ Wie viele Polizei-Autos waren da?! Vielleicht fünf. Aber niemand hat mich befragt. Ich bin alleine geblieben. Die Polizei war dort, ich war hier. Die Leute vom Krankenwagen haben gesagt: „Geh rein.“ Ich bin rein gegangen und ich konnte nichts mehr sagen zur Polizei, die draußen stand. Und dann sind wir auch weg.
RAFAEL: Da hätte die Polizei ja auch ins Krankenhaus kommen können.
IBRAHIMA: Ja. Und es ist jetzt schon über eine Woche her. Bis jetzt habe ich keinen Brief bekommen von der Polizei. Niemand hat mich mehr zu der Sache befragt. Allgemein, wenn wir wegen etwas zur Polizei gehen, kann es auch sein, dass sie einfach sagen: „Du hast nicht recht.“ Ich habe jetzt in der Zeitung gelesen, dass das Problem gewesen wäre, dass ich keinen Mundschutz hatte. Ja, ich hatte keine Atemmaske, aber ich hatte meine Jacke. Und diese Leute dürfen deswegen auch nicht zu mir kommen.
RAFAEL: Nicht dich schlagen vor allem.
IBRAHIMA: Sie dürfen nicht zu mir kommen, auch wenn ich keinen Mundschutz trage. Sind sie die Polizei, oder was? Was spielen die sich auf, als wären sie Security? Wenn jemand zu viel Kraft hat, geht er zu den Leuten und fragt so was.
RAFAEL: Ich finde, nett fragen kann man schon, aber nicht die Leute beleidigen und ihnen eine Flasche auf den Kopf hauen.
IBRAHIMA: Sie hat mich gefragt und ich hab zu ihr gesagt, dass ich ein Ticket beim Busfahrer gekauft habe. Wenn der Busfahrer zu mir gesagt hätte, dass es nicht mit der Kleidung vor dem Mund geht, hätte ich gesagt: „Okay, kein Problem“, und wäre einfach wieder nach Hause gegangen. Ich hätte meinen Freund angerufen und gesagt, warum ich nicht kommen kann. Aber andere Personen dürfen mich nicht fragen, wo mein Mundschutz ist oder so. Ich finde das respektlos. Vom Zentrum bis Oberland war ich alleine im Bus, nur mit dem Busfahrer. Und sie kommen zu mir und machen Probleme. Was soll das?
RAFAEL: Da ist es ja wichtig, das nochmal richtig zu erzählen, wenn das falsch in der Zeitung steht.
IBRAHIMA: Ich hab gelesen, dass sie gesagt haben, dass es nicht um Rassismus ging, sondern dass es wegen dem Mundschutz war. Aber wenn es um einen weißen gegangen wäre, wer hätte ihn nach einem Mundschutz fragen können? Wir sehen alle, wie es hier im Bus läuft. Wir haben gelernt, was in Deutschland geht und was nicht, wir waren in der Schule. Ich weiß auch, dass man ohne Mundschutz nicht in den Bus rein kann.
RAFAEL: Ja, aber es steht ja da, ein Schal geht auch.
IBRAHIMA: Ja, und ich habe gedacht, wenn der Busfahrer nein sagt, dann gehe ich wieder nach Hause. Ohne zu diskutieren. Das ist seine Arbeit, er muss mich fragen, wo mein Mundschutz ist. Wenn eine andere Person kommt und mich fragt, dann denke ich, die Person will Probleme machen. „Ich bin Security. Ich habe keine Angst, hier ist mein Land. Ich kann alles machen.“ So ist das, so denkt er. Ich bin hier nicht in meinem Land. Wenn ich in meinem Land wäre, könnte er das nicht mit mir machen. Nur die Polizei kann uns etwas sagen, oder wer dort arbeitet. Ich glaube auch, wenn er allein gewesen wäre, hätte er das nicht machen können, was er gemacht hat mit der Bierflasche und so. Aber weil er die Leute im Bus gesehen hat, hat er laut geredet „Ja, hier ist mein Land, ich kann alles sagen“, das ist in seinem Kopf. Wenn mich jemand mit dem N*-Wort beschimpft, oder „scheiß Ausländer“, ist mir das egal. Nur kannst du mich nicht anfassen. Wenn du mir so kommst, lass ich das nicht zu.

Es hätte passieren können, dass er mich tötet, wenn ich nichts gemacht hätte. Kann sein, dass dieser Mann mich das nächste Mal tötet! Er war hinter mir, er hätte mich einfach töten können. Eine Sekunde. Er hat mich hier im Gesicht getroffen, Gott sei Dank war das hier. Siehst du, die Narbe hier. Ich habe Bilder gemacht für die Polizei. Siehst du, sieh mal mein Gesicht. Alles war kaputt. Wenn ich das mit einem Deutschen gemacht hätte, wäre ich direkt im Gefängnis gelandet und nach dem Gefängnis wieder in meinem Land. Wenn ich das gemacht hätte, säße ich 10 Jahre oder 20 Jahre, sie lassen einen nicht davonkommen. Aber der Junge hat mich vor kurzem gesehen mit diesem Verband an meinem Auge und hat mich ausgelacht. Ich war sehr sehr wütend.
RAFAEL: Du hast sie wieder gesehen?
IBRAHIMA: Ja, im Zentrum. Er hat mich ausgelacht und ich war sehr sehr traurig. Ich war auch sehr wütend, aber ich habe mir gesagt: lass es. Auch mein Freund meinte: „Lass es, denn jetzt ist der Fall bei der Polizei. Mach gar nichts.“ Ich habe gesagt: „Okay.“ Ich sehe ihn oft im Zentrum und er lacht mich aus. Als ich ihn das erste mal wiedergesehen habe, konnte ich sofort sagen: Er war es! Aber ich gehe nicht zu ihm. Und ja, das ist nicht mein Land, aber ich möchte auch keine Probleme hier. Ich will nur mein Leben lebe, ich habe viel zu tun hier. Und ich habe keine Familie hier, gar nichts. Wenn ich nicht arbeiten gehe, gibt mir niemand Geld. Wer bezahlt meine Wohnung, wer bezahlt meinen Strom, wer bezahlt mein W-LAN? Ich muss das alles selber machen. Wenn ich für 2, 3 Wochen nicht arbeiten gehe, kann es sein, dass mein Chef mich kündigt. Kann sein, dass er nicht akzeptiert, dass ich so lange krank bin. Ich muss immer überlegen, was morgen kommt. Du weißt nicht, ob es gut oder schlecht wird, nur Gott weißt das. Ich bin jetzt zwei Wochen krank geschrieben. Kann sein, dass nach der dritten Woche mich mein Chef kündigt. Deswegen habe ich mir gesagt: hundert Prozent muss ich am Montag arbeiten. Auch mit Kopfschmerzen gehe ich. Dann rede ich mit meinem Chef, weil ich hab viel Respekt vor ihm. Er ist wirklich sehr sehr nett.
RAFAEL: Ja, dann wird er hoffentlich dich nicht gleich kündigen.
IBRAHIMA: Ja, ich glaube auch, wahrscheinlich ist das nur so in meinem Kopf drin. Ich glaube eigentlich nicht, dass er das macht. Aber ich denke das immer, weil ich habe so etwas oft gesehen. Einmal war mein Freund nur einen Tag krank und am zweiten Tag hat ihn sein Chef gekündigt. Deswegen denke ich immer, wenn ich krank bin, es kommt gleich die Kündigung. Immer krank sein ist nicht gut, dann sagt der Chef vielleicht, der Junge will nicht arbeiten. Deswegen wollte ich gestern arbeiten gehen. Ich war um 5:25 Uhr draußen, aber ich hatte keine Kraft. Auf meiner Arbeit ist es sehr laut und ich hatte starke Kopfschmerzen. Hier über dem Auge habe ich noch Schmerzen, hier ist es ein bisschen dick. Ich wollte auch einen Krankenwagen anrufen, gestern um fünf Uhr. Es war schwer für mich. Ich war draußen alleine um fünf Uhr, ich habe gemerkt, dass ich keine Kraft habe. Ich habe gedacht, wenn ich weiter bis zum Bahnhof gehe, passiert etwas mit mir. Dann bin ich zurück nach Hause gegangen und habe gesagt: Heute kann ich nicht arbeiten gehen. Um 8 Uhr war ich bei meinem Arzt. Ich wurde eine Woche krank geschrieben. Er hat gesagt: „Bleib ein bisschen zu Hause und guck nochmal bis nächste Woche.“ Deswegen bin ich bis jetzt nicht arbeiten gegangen. Jetzt nehme ich Tabletten, ich habe viele Tabletten zu Hause. Aber ich glaube zu hundert Prozent, dass ich am Montag wieder arbeiten gehe. Wenn ich sonst Kopfschmerzen habe, nehme ich Tabletten und dann gehe ich wieder arbeiten. Weil bei mir zu Hause ist es langweilig. Es ist besser zu arbeiten.
Kurz nach diesem Problem hat mir auch, als ich mit einem Freund unterwegs war, wieder jemand laut hinterher gerufen: „Afrikaner abschieben!“ Mein Freund war sehr sehr wütend. Er wollte zu ihm hin gehen. Ich hab ihn genommen, ich hab zu ihn gesagt: „Siehst du mein Gesicht? Komm wir gehen nach Hause. Ich hab jetzt Probleme, lass das, Bruder. Wenn dich jemand beleidigt, lass einfach. Wenn er dich nicht anfasst, lass ihn einfach, mit seinen Problemen. Wir gehen.“

2016 oder 2017 war ich in Hildburghausen und einmal wollte ich in den Rewe rein, etwas kaufen. Da sind sieben Personen auf mich zu gekommen, waren sehr aggressiv mir gegenüber. Ich war mit einem kleinen Araber unterwegs, er kommt aus Marokko. Sie sind zu uns gekommen, aber sie haben nicht mit ihm geredet, weil er hellere Haut hat. Nur mit mir. Sie kamen nur zu mir und fingen auch an, zu schlagen. Dann waren zwei Frauen dort, mein Freund kannte sie von einem Praktikum im Krankenhaus. Er hat zu ihnen gesagt: „Sag den Jungs, dass wir keine Probleme haben möchten.“ Sie kamen trotzdem zu meinem Freund und sagen: „Er ist N*, er ist N*. Das ist nicht unser Problem, lasst uns, wir kaufen unsere Sachen und gehen nach Hause.“ Er hat gesagt: „Nein, scheiß egal, die Frauen haben ihn beschimpft mit N*. Er hat mich mehrmals geschlagen.“
Ich war traurig. Ich hatte gar nichts gemacht. Aber mein Freund war sehr traurig. Er hatte jemand geschlagen in Notwehr. Und ich hatte Angst, ich hab zu ihm gesagt: komm wir gehen nach Hause. Wir sind schneller gelaufen bis nach Hause. Und dann ist die Polizei zu mir nach Hause gekommen. Sie haben mich gefragt, was passiert ist. Ich habe gesagt: „Ich war draußen und sieben Personen sind zu mir gekommen, aber ich habe nicht geschlagen.“ Mein Freund war traurig, er hatte zurück geschlagen. Ich musste zwei Mal beim Gericht in Hildburghausen aussagen und einmal bei der Kriminalpolizei in Suhl. Und alles alleine. Einmal war ich mit meiner Betreuerin da, aber sie haben gesagt, dass meine Betreuerin nicht mit rein darf. Sie hat mich dort gelassen und ist gefahren. Ich war dort allein, mehr als 3 Stunden. Ich mache alles alleine hier.
Ich wollte auch in Hildburghausen eine Wohnung mieten. Aber ich habe gesehen, dass es sehr schwer dort für mich ist, weil jeden Tag beleidigen die Leute mich draußen. Wenn ich meine Mannschaftskleidung trage, redet niemand so mit mir. Aber wenn ich kein Trikot trage, beleidigen die Leute mich immer zu. Ich wollte meine Berufsschule in Hildburghausen machen, aber dann habe ich gesagt: Nein, für mich geht das nicht. Deswegen habe ich gesagt, ich nehme besser eine Wohnung in Suhl. Ich bin also nach Suhl her gekommen, ich habe eine Wohnung gefunden. Aber ich habe gesehen, es ist auch hier sehr sehr schlecht für mich. Wir haben jeden Tag Stress. Wir haben noch niemanden in Suhl angefasst. Wenn mein Freund wütend ist, sage ich zu ihm: „Nein lass, die Leute. Vielleicht haben sie zu viel getrunken.“ Wenn ich wütend bin weil mich jemand stresst, sagt er zu mir: „Komm, wir gehen nach Hause.“ So ist es immer. Wir haben gar nichts mit den Leuten gemacht hier in Suhl. Gar nichts, aber jeden Tag Stress.
Einmal hab ich sieben oder zehn Personen im Zentrum gesehen, als ich mit meinem Fahrrad vorbei gefahren bin. Sie haben gerufen: „Ein Ausländer mit einem gutem Fahrrad? Vielleicht hat er es geklaut?“ Ich habe gesagt: „Was geklaut? Ich arbeite, ich habe das von meinem Geld gekauft. Ich kann hier auch ein Auto kaufen, ich kann zwei Autos haben. Deswegen gehe ich jeden Tag arbeiten.“
RAFAEL: Aber wenn etwas in der Öffentlichkeit passiert, hilft dir nie jemand?
IBRAHIMA: Niemand. Auch wenn die Leute was sehen, sagen sie gar nichts. Gar nichts. Sie lassen es einfach so. Bis was passiert. Bis jemand zuschlägt. Dann reden sie. Wenn du siehst, dass jemand Probleme macht mit jemanden, musst du sagen: „Lass ihn, er hat nichts mit dir zu tun, warum machst du Probleme?“ Du nimmst den einen zu einer Seite und den anderen zur anderen. Bei uns ist das so. Aber hier hören sie gar nicht hin. Sie sagen: „egal, scheiß egal.“ Und sie können auch gar nichts machen. Wenn du zum Beispiel Probleme mit mir machst und eine deutsche Person ist daneben und sagt zu dir: „Lass den Jungen, er hat gar nichts gemacht!“, und du sagst: „Scheiß egal“ – was können die Menschen machen? Sie lassen es einfach, oder? Sie können dich nicht schlagen oder so. Sie lassen es einfach.

Ich kriege keine Hilfe. Wenn ich Probleme habe, bin ich alleine. Aber wenn du mit jemandem Scheiße baust, dann siehst du viele Leute, die über dich reden. Denn du hast keine Rechte. Aber ich mache keine Probleme hier. Ich gucke nur und rede. Aber wenn du zu mir kommst und schlägst mich? Dann bleibe ich nicht ruhig stehen. Wenn ich ruhig bleibe, kann du mein Leben kaputt machen.
RAFAEL: Ja, das kann echt sein, ja.
IBRAHIMA: Auch mit der Arbeit ist es hier schwer für mich, wirklich. Ich bin hier seit 4 Jahren. Wie viele Deutschkurse hab ich da gemacht? A1, A2, B1 und noch Politik, einen Monat. Ich habe das geschafft. Dann habe ich Berufsschule gemacht. Ich hatte einen Schnitt von 2 Komma irgendwas, das ist gut. Und ich wollte eine Ausbildung anfangen. Da hat das Jobcenter gesagt, ich soll erst mal eine Qualifizierung machen für ein Jahr. Ich habe das akzeptiert, weil ich bin hier in Deutschland, ich muss alles akzeptieren was die sagen. Also habe ich gesagt: „Okay, kein Problem.“ Es gibt Ausländer, wenn du zu ihnen sagst: „Mach eine Qualifizierung“, einfach sagen: „Nein, ich mache das nicht.“ Aber ich habe das akzeptiert, aus Respekt gegenüber dem Jobcenter. Ich habe ein Jahr diese Qualifizierung gemacht. Aber dann hatte ich Probleme mit dem Geld. Sie haben zu mir gesagt, sie würden mir 500 geben, aber ich hab immer nur 395 bekommen. Und dann habe ich gesehen, wie viele Monate ich ohne Geld arbeite. Wenn mein Geld kam, war alles gleich wieder weg. Ich muss auch Essen kaufen. Als ich meinen Chef gefragt hab, ob er mir mehr Geld geben kann, hat er gesagt: „Wir können das nicht, du musst mit dem Jobcenter reden.“ Also habe ich mit dem Jobcenter geredet, und sie meinten zu mir: „Rede mit deinem Chef.“ Und dann habe ich gesagt: Okay, ich will normal arbeiten. Und mein Chef hat auch zu mir gesagt: „Du kannst normal im Betrieb arbeiten.“ Denn ich habe viel in diesem Betrieb gelernt. Schon 2016, als ich mal 2 Wochen Freizeit hatte, bin ich dort hingegangen. Ich kenne inzwischen alle Maschinen dort und ich arbeite alleine an meinem Platz. Niemand sagt zu mir: „Mach das so, mach das so.“ Wenn ich komme, beginne ich einfach. Nach meiner Arbeit nehme ich meine Sachen und gehe nach Hause. Wenn ich Fußballtraining habe, gehe ich noch dort hin. Wenn ich kein Training habe, gehe ich duschen, koche etwas und esse und gehe dann ein bisschen Luft schnappen draußen. Aber wenn ich nach draußen gehe, ist die Polizei auch da, oder Nazis oder wer, die kommen auch zu mir und machen Probleme. Also muss ich zu Hause bleiben, nicht mehr nach draußen gehen. Das ist gefährlich!
RAFAEL: Spielst du viel Fußball?
IBRAHIMA: Ja, ohne Fußball könnte ich nicht leben. Ich mag Fußball sehr sehr gern. Auch wenn ich zu Hause bin, gucke ich immer Fußball. Auf meinem Handy spiele ich auch Fußball, im Bus zum Beispiel. Höchstens wenn ich Musik höre zu Hause, spiele ich nicht. Und im Verein habe ich erst in Hildburghausen gespielt, dann in Zella-Mehlis, jetzt in Suhl. Ich spiele in diesem Jahr in der zweiten Mannschaft, aber ich glaube, in drei bis fünf Monaten spiele ich in der Kreisliga, erste Mannschaft. Mein bester Freund, mit dem ich viel unterwegs bin, spielt auch sehr gut Fußball. Wir probieren einfach darüber unser Glück. Aber wir können nicht unsere Arbeit vernachlässigen wegen Fußball, das geht nicht. Nach der Arbeit trainieren wir und spielen am Wochenende. Wir haben Training am Montag und am Mittwoch. Diesen Sonntag ist mein erstes Spiel im Pokal in Suhl.
RAFAEL: Und warum spielst du nicht mehr in Zella-Mehlis?
IBRAHIMA: Einmal haben wir nach dem Training an der Haltestelle auf den Bus gewartet, um 20 Uhr war das. Mein Freund hat ein Ticket, ich hab ein Ticket. Der Bus ist neben uns gefahren und ich habe gedacht, er macht die Tür auf, er ist dann aber einfach weiter gefahren. Und danach der nächste Bus genauso. Ich habe das gesehen, ich habe gedacht: Boah.
RAFAEL: Scheiße.

IBRAHIMA: Ich habe mein Ticket zerrissen und bin gelaufen. 20 Uhr war der erste Bus, und bis 23 Uhr war ich noch nicht bei meiner Wohnung. Mit meinem Freund bin ich gelaufen vom Bahnhof Zella-Mehlis bis Suhl-Zentrum, wo ich wohne. Ich bin zu Hause angekommen und musste auf der Straße weinen. Warum macht der so was? Ich habe also in unserer Mannschaft gesagt, sie sollen uns abholen und wieder ins Zentrum bringen, dann können wir weiter machen. Aber ohne das, können wir immer wieder Probleme haben hier. Weil nachts gibt es vor dem Media Markt viele schlechte Leute, die Stress machen. Die Leute trinken auf der Straße, sie können auch wieder zu mir kommen und Probleme machen. Und dort nehmen wir den Bus.
RAFAEL: Ja, wenn ihr überhaupt in den Bus kommt…
IBRAHIMA: Ja. Und es kann dann auch sein, dass sie wieder zu uns kommen und uns beleidigen, auch schlagen. Ich habe mit meinem Trainer geredet und gesagt: „Ich komme nicht mehr, wenn das so weiter geht. Vom Training laufen bis nach Suhl, das geht nicht mehr.“ Er sagt: „Ja, wir versuchen etwas.“ Immer versuchen, versuchen. Ich habe auch meine Mannschaft gefragt, ob es jemanden gibt, der uns helfen kann. Niemand hat uns geantwortet. In unserer Mannschaft in Zella-Mehlis gab es zwei vom Militär in der Mannschaft, und es gab auch einen Polizist. Sie kennen mich auch. Als ich noch in der Mannschaft war, hat einer von ihnen auch zu mir gesagt: „Ibrahima, wenn jemand etwas zu dir sagt, ruf mich einfach an.“ Aber ich habe gesehen, sie wollen uns nicht helfen, sie wollen einfach, dass wir spielen. Dann habe ich gesagt: Okay, wenn das so ist, kann ich nicht hier in dieser Mannschaft bleiben. Dann ist es besser, wenn ich in Suhl bleibe, weil das ist meine Stadt. Ich laufe einfach zum Fußballplatz und wieder zurück. Zella-Mehlis ist auch eine gute Mannschaft. Die Leute sind auch nett. Aber ich hab gesehen, niemand will zu uns kommen. Mein Freund und ich, wir haben uns direkt in Suhl angemeldet. Sie wissen schon, dass wir gut spielen. Als wir gesagt haben, wir wollen hier spielen, haben sie es so eingerichtet, dass wir schnell im Pokal mitspielen können.
Wenn ich Fahrrad fahre, habe ich auch Probleme. Ich hatte ein Fahrrad gekauft für 250 Euro von meinem Geld. Ich fahre mit meinem Fahrrad und habe gesehen, dass die Polizei hinter mir ist, sehr schnell. Ich habe gebremst. Die Polizei hat mich sehr aggressiv gefragt: „Woher hast du das Fahrrad?“ Ich habe gesagt: „Ich habe das Fahrrad gekauft, bei Ali Baba, da wo es Essen gibt. Ich habe ihm das Fahrrad abgekauft.“ Aber sie haben mich weiter ausgefragt. Ich habe gesagt: „Ali Baba ist da, Sie können ihn immer anrufen.“ Sie haben gesagt: „Bei Ali Baba gibt es nur Essen und Trinken.“ Darauf habe ich gesagt: „Ja weiß ich schon, dort gibt es Essen und Getränke, ich weiß. Aber da hab ich es gekauft. Ich kann auch Ali Baba anrufen.“ Er hatte zu mir gesagt: „Wenn sie es nicht glauben, gib der Polizei meine Nummer. Dann sehen sie es schon.“ Und ich hab ihn angerufen, die Polizei hat mit ihm geredet. Sie haben mich gelassen, wegen ihm.
Jeden Tag wenn ich raus gehe und wenn ich nach Hause komme, Einkaufen oder Spazieren, werde ich von der Polizei kontrolliert. Ich gehe jeden Tag arbeiten, und komme jeden Tag am Polizeiposten vorbei. Ich sehe jeden Tag alle Polizisten. Aber jeden Tag kontrollieren sie mich, im Zentrum auch. Jeden Tag wenn ich mit Freunden ins Zentrum komme kontrolliert uns die Polizei. Und wir machen gar nichts. Ich verstehe das gar nicht: Einkaufen – Polizeikontrolle. Fahrrad fahren – Polizeikontrolle. Rum sitzen – Polizeikontrolle. Nach dem Training – Polizeikontrolle. Wir waren einmal im Zentrum, da war es sehr warm und sonnig, bis 20 Uhr oder 21 Uhr gab es Sonne. Wir kamen also raus und saßen einfach herum. Dann hab ich ein Polizeiauto gesehen und zu meinem Freund gemeint: „Warte, sie kommen jetzt zu uns.“ Ich weiß nicht ob jemand die Polizei angerufen hat und gesagt hat: „Hier sind Afrikaner.“ Sie haben gewendet und sind zu uns gekommen. Und fünf andere Polizisten kamen zu Fuß zu uns. Sie haben wahrscheinlich gedacht, dass sie jetzt richtige Kriminelle geschnappt haben, dass sie die meist gesuchten Kriminellen gefunden haben, denn sie sind mit dem Auto und zu Fuß gekommen. Ich habe gesagt, dass ich nicht aggressiv oder so bin. Ich habe gesagt, dass ich jeden Tag arbeiten gehe. 5:45 nehm ich den Bus und bin erst um 16:45 wieder zu Hause.

Das ist lange, ich weiß nicht was draußen passiert ist. Ich bin den ganzen Tag arbeiten. Ich hab zur Polizei gesagt: „Morgen treffen wir uns auch vor der Polizeistation um fünf Uhr dreißig.“ Diese fünf Polizisten, ich habe sie auch am nächsten Tag gesehen, und ihnen Guten Morgen gewünscht, mit meiner Arbeitskleidung. Sie haben nur gelacht. Jeden Tag gehe ich arbeiten und zurück und die Polizeistation liegt immer auf meinem Weg. Wie viele Male haben sie mich kontrolliert, sie haben gar nichts bei mir gefunden. Sie durchsuchen mich immer nach Drogen. Ich habe gar nichts genommen, ich habe gar nichts gemacht. Ich rauche nur meine Zigaretten und fertig. Aber jeden Tag. Morgen wieder. Übermorgen wieder. Nachts. Tagsüber. Immer. Wenn du Ausländer bist, denkst du ganz anders darüber. Wegen der Polizei mache ich mir so viele Gedanken, so viel. Das ist mein größter Stress hier in Suhl. Ich habe es noch nicht gesehen, dass ich raus gehe und die Polizei mich nicht kontrolliert. Ich habe gesagt: „Ich finde das sehr sehr schlimm. Ich bin nicht alleine hier. Guck mal hier, gegenüber, da sind viele Leute. Warum kontrolliert ihr nicht alle Leute, warum nur uns?“ Sie haben gesagt: „Ja, wenn du nichts gemacht hast, dann brauchst du auch keine Angst zu haben.“ Ich habe es ihnen erklärt: „Ich habe keine Angst, aber diese Kontrollen sind ein Problem für mich! Es sind überall Leute, die sehen mich auch. Wenn ich irgendwo lang laufe, sagen sie: ‚Ja, der Junge, er wird immer von der Polizei kontrolliert. Vielleicht macht er dies oder das …‘“ So hab ich das der Polizei erklärt. Ich bin seit vier Jahren hier in Suhl. Alle kennen mich hier, weil ich spiele auch Fußball. Was denken die Leute, wenn mich jeden Tag die Polizei kontrolliert? Dass ich aggressiv bin? Dass ich kriminell bin? Ich bin nur hier, um gute Sachen zu machen. Niemand kann etwas schlechtes sagen, Ibrahima macht dies oder das. Niemand hier in Suhl. Sonst hab ich kein Problem damit, ich kann auch einen Termin aus machen. Jeden Tag, nach der Arbeit, 17 Uhr, können sie in meine Wohnung kommen und mich kontrollieren. Egal, Drogenkontrolle oder was auch immer. Wirklich, ich habe zu meinem Freund gesagt, ich gehe zur Polizei, ich sage: „Ich bin hier wegen einem Termin. Ich will jeden Tag eine Stunde oder zwei Stunden ausmachen, dann können Sie zu mir kommen und die ganze Wohnung kontrollieren, mich auch.“ Wenn es immer so weiter geht, mache ich das. Wenn du jemanden siehst, der dich immer verfolgt, musst du einen Termin machen. Das ist seine Arbeit, er kann das auch weiter machen. Aber man kann es besser einplanen. Sie können auch so eine Kamera in meiner Wohnung installieren, dann sehen sie alles, was ich mache. Egal, auch wenn ich mit meiner Freundin zu Hause bin. Wenn ich mir das vorstelle, einen Termin zu machen, muss ich auch selber lachen, wirklich. Aber in Wahrheit tut das sehr weh, Bruder. Ich kann nicht so leben, jeden Tag Kontrolle. Deswegen habe ich jetzt große Angst im Zentrum, ich kann da nicht zwei Minuten bleiben. Wenn ich raus gehe, gehe ich einfach einkaufen und wieder zurück.
Ich will Suhl auch verlassen. Ich bin nur noch wegen meiner Arbeit hier, weil mein Chef sehr sehr nett ist. Ich bezahle alles selbst hier, ich bin alleine, ich habe keine Familie hier, nur ein Sozialarbeiter hilft mir, wenn ich z.B. eine Prüfung habe oder Probleme wegen anderen Sachen, der Wohnung und so weiter. Nur er hilft mir hier. Aber jeden Tag habe ich Stress. Das geht nicht. Man kann nicht immer mit Stress leben. Und ich habe gar nichts zu tun mit den Leuten, ich lebe nur mein Leben. Ich gucke nicht, ob die anderen gut sind oder schlecht, ist mir egal. Ich gehe einfach meinen Weg. Wenn ich draußen bin, gucke ich nicht links und rechts. Ein Junge hat uns gesehen im Zentrum, er meinte zu meinem Freund: „Wir brauchen keine Somalier hier.“ Was bedeutet das? Wenn jemand so was zu dir sagt, das ist das letzte Wort. Danach kann er dich töten. Das heißt, das nächste Mal kann er dich töten, wenn er auf dich schießt. Ich denke auch, dass die Leute hier Waffen haben. Der Gedanke ist auch in meinem Kopf. Jeden Tag wenn ich rum laufe, habe ich Angst. Ich denke immer, dass eine Person mir weh tun kann. Diese Gedanken sind immer in meinem Kopf. Mein Kopf ist nicht klar, wenn ich hier bin, wirklich. Auch wenn ich in meiner Wohnung bin, denke ich immer daran. Ich denke immer die Leute kommen zu mir, machen Probleme.

Ich denke über zu viele Probleme nach, wegen dem Rassismus. Wenn ich arbeiten bin, denke ich auch viel zu viel nach über mein Leben hier. Ich bin immer nett mit den Leuten, egal wer. Ich habe viele Freunde, die sagen mir, wenn du so nett bist, kriegst du keinen Respekt. Und ich sehe das auch. Wenn ich mit den Leuten nett umgehe, sind sie scheiße zu mir. Mein bester Freund sagt immer zu mir, wir sollen in eine andere Stadt gehen und dort arbeiten und uns eine Wohnung holen. Ich sage: „Nein Bruder, wir bleiben ein bisschen.“ Aber ich muss einfach das alles hier verlassen. Wenn es geht, muss ich mit meinem Chef reden und ihm sagen, dass es hier ein bisschen zu schwer für mich ist. Wenn ich bin Suhl bleibe, denke ich, dass eines Tages was Schlimmes passieren wird. Weil ich lasse es nicht mehr zu, dass eine Personen Scheiße zu mir ist, obwohl sie sehen, dass ich gar nichts mache. Zwei Probleme reichen, aber das dritte Mal lasse ich es nicht zu. Wenn jemand mir mein Gesicht kaputt macht, mache ich bei ihm auch etwas kaputt. Wenn er mich verletzt, verletze ich ihn auch. Ich lasse das nicht mehr zu. Ich kann nicht immer zu Hause bleiben und meine Arbeit verlieren wegen der Leute. Ich habe gar nichts mit ihnen zu tun, warum kommen sie immer zu mir, um Probleme zu machen? Wieso? Ich habe das letzte Mal gesagt, das ist das zweite Mal, das dritte Mal lasse ich nicht zu. Auch wenn ich kämpfen muss, mir egal. Selbst wenn zehn Personen da sind. Vielleicht bringen sie mich um, bis die Polizei da ist. Aber ich lasse nicht mehr zu, dass Person mich verletzt bis ich blute. Nicht mehr hier in Suhl. Ich bin nur noch wegen meiner Arbeit hier. Ich gehe besser in eine andere Stadt, oder ein anderes Bundesland. Ich glaube, ganz Thüringen ist schlecht für mich. Wenn ich hier bleibe, kann mich jemand töten, eines Tages. Wenn ich keine Probleme hätte mit den Leuten, könnte ich mein ganzes Leben hier bleiben. Weil ich mag Suhl auch. Wir haben schon auch viele gute Leute hier in Suhl getroffen. Sonst wären wir auch nicht mehr hier. Mein Problem sind nur die Rassisten, nur der Rassismus. Das ist mein einziges Problem hier in Suhl. Ich war einmal ein paar Tage in der Großstadt, in Bonn. Ich konnte meinen Augen gar nicht trauen. Da waren die Leute freundlich! Sie haben einfach auf der Straße gegrüßt: „Hey, was geht?“ Und die Busfahrer waren freundlich, alle Leute. Die haben mich gegrüßt, keine Beleidigungen, kein Hinterherrufen. Ich hab gesagt: „Oh nein, wenn der Urlaub vorbei ist, muss ich zurück nach Thüringen und dann auch noch nach Suhl.“ Ich wollte nicht mehr zurück. Aber mein bester Freund hat mir gesagt, dass ich zurück kommen muss, weil ich hier arbeite.

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