{"id":2066,"date":"2020-09-25T10:54:11","date_gmt":"2020-09-25T08:54:11","guid":{"rendered":"https:\/\/unofficial.pictures\/?page_id=2066"},"modified":"2023-09-07T12:46:36","modified_gmt":"2023-09-07T10:46:36","slug":"interview-01","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/unofficial.pictures\/ru\/schubladendenken\/interview-01\/","title":{"rendered":"(Deutsch) Abdula"},"content":{"rendered":"<p class=\"qtranxs-available-languages-message qtranxs-available-languages-message-ru\">\u0418\u0437\u0432\u0438\u043d\u0438\u0442\u0435, \u044d\u0442\u043e\u0442 \u0442\u0435\u043a\u0441\u0442 \u0434\u043e\u0441\u0442\u0443\u043f\u0435\u043d \u0442\u043e\u043b\u044c\u043a\u043e \u043d\u0430 &ldquo;<a href=\"https:\/\/unofficial.pictures\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2066\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-de\" title=\"Deutsch\">Deutsch<\/a>&rdquo;.<\/p>[mk_page_section padding_top=&#187;0&#8243; padding_bottom=&#187;0&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column][mk_padding_divider size=&#187;80&#8243;][vc_btn title=&#187;zur\u00fcck zur Ausstellung&#187; style=&#187;classic&#187; shape=&#187;square&#187; color=&#187;default&#187; link=&#187;url:https%3A%2F%2Funofficial.pictures%2Fschubladendenken%2F|title:%5B%3Ade%5DAusstellung%20%C2%BBSchubladendenken%C2%AB%5B%3A%5D&#187; el_class=&#187;button-back-to-the-exhibition&#187;][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section padding_top=&#187;0&#8243; padding_bottom=&#187;0&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column width=&#187;2\/3&#8243;][mk_padding_divider size=&#187;120&#8243;][vc_single_image image=&#187;2094&#8243; img_size=&#187;full&#187;][mk_padding_divider size=&#187;80&#8243; visibility=&#187;hidden-sm&#187;][\/vc_column][vc_column width=&#187;1\/3&#8243;][mk_padding_divider size=&#187;120&#8243; visibility=&#187;hidden-sm&#187;][vc_column_text css=&#187;.vc_custom_1601236684961{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]<strong>ABDULA:<\/strong> Irgendwie so Tr\u00e4ume oder was Besonderes brauche ich nicht. Ich will einfach nur, dass die Deutschen sehen, dass ich wie jeder Mensch bin, wie die Deutschen selber. Sie sollen mich sehen wie jeden anderen. Ich glaube, wenn die Leute mich kennen lernen, sehen sie das auch. Aber das musst du immer zuerst beweisen, dass du wirklich gut bist, dass du nicht anders bist. Ich hab auch versucht, ob es vielleicht anders geht. Aber nee. Das musst du zuerst beweisen, und dann akzeptieren sie dich, wie du bist.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section bg_color=&#187;#85b2bc&#187; full_width=&#187;true&#187; padding_top=&#187;0&#8243; padding_bottom=&#187;0&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column][mk_padding_divider size=&#187;80&#8243;][vc_column_text el_class=&#187;vier-spalten-blocksatz&#187; css=&#187;.vc_custom_1694082957772{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]RAFAEL: Mir ist schon aufgefallen, du kennst viele Leute hier.<br \/>\nABDULA: Ja, ich bin schon seit f\u00fcnf Jahren hier, da kenne ich halt schon viele Leute.<br \/>\nRAFAEL: Woher so?<br \/>\nABDULA: Das geh\u00f6rt halt dazu. Ich war zum Beispiel in der Schule, im Deutschkurs \u2026 Und wir haben zum Beispiel ein Vereinshaus, wo wir Konzerte machen. Wir machen so harte Musik, Rock. Und das ist richtig sch\u00f6n. Wir kochen dort veganes Essen und gehen auf Festivals und so was und machen da veganes Essen. Das macht halt Spa\u00df.<br \/>\nRAFAEL: Wohnst du auch mit anderen?<br \/>\nABDULA: Am Anfang war ich unter 18. Sieht nicht so aus, aber ich war unter 18. Und ich war im Kinderheim, das war im Schwarzwasserweg. Sie waren komplett nett, wir wurden betreut. Das war eine sch\u00f6ne Zeit. Als ich meine eigene Wohnung hatte, f\u00fchlte ich mich mehr alleine, als wo ich noch im Kinderheim war. Die Betreuer fragen nach dir, wenn du zu sp\u00e4t kommst \u2013 ich glaube, jeder vermisst so was, dass zum Beispiel die Mutti fragt, oder der Bruder fragt, oder der Vater fragt. Zwischendurch hatte ich eine Beziehung und hab in Zella-Mehlis gewohnt, eineinhalb Jahre. Und jetzt hab ich endlich eine neue Wohnung auf dem Lautenberg.<br \/>\nRAFAEL: Ist es schwierig, hier ne Wohnung zu finden?<br \/>\nABDULA: Nicht so sehr. Wenn man Leute kennt, und nett ist. Ich f\u00fchle mich nicht anders. Wirklich. Bin halt wie jeder Mensch. Ich kann mit allen klar kommen. \u201eIch bin gut integriert\u201c, so kann man es sagen.<br \/>\nRAFAEL: Aber k\u00f6nnte ja trotzdem sein, dass die Wohnungsgesellschaft sagt: \u201eOh &#8230;\u201c<br \/>\nABDULA: Ja, ist schon mal passiert. Aber das war, bevor ich richtig deutsch sprechen konnte. Bevor ich richtig gezeigt hab, dass ich das wirklich schaffe. Dass ich kein b\u00f6ser Mensch bin, wie sie von allen anderen Ausl\u00e4ndern denken.<br \/>\nRAFAEL: Also du musst es erst beweisen?<br \/>\nABDULA: Ja klar. Bei jedem Schritt. Von au\u00dfen kann man das nicht sehen, aber innen drin haben sie wirklich immer Angst. Drinnen hat jeder Angst vor Ausl\u00e4ndern. Auch mit Kollegen, oder so. Aber wenn die Zeit vergeht, und sie mich besser kennen, dann wissen sie, dass ich bin wie die anderen. Weil ich bin auch ein Mensch. Ich liebe wie die anderen, ich esse wie die anderen. Aber Deutschland hat mir gut getan. Ich kann sagen, das ist mein zweites Land. Ich hab auch nicht mehr gefragt, was in Syrien passiert oder so. Weil wirklich, da bin ich raus mit dreizehn Jahren. Ich bin nicht in meiner Heimat aufgewachsen. Wenn du mir die Stra\u00dfe sagst, muss ich viel nachdenken, bis ich wei\u00df, wo das ist, wo ich war, wo meine Wohnung war. Weil ich war dort wirklich nur als Kind, mit dreizehn, vierzehn Jahren. Ich hab alles vergessen. Mit vierzehn musste ich in die T\u00fcrkei, dann nach Dubai, dann nach \u00c4gypten, dann wieder in die T\u00fcrkei. Dann bin ich nach Deutschland. Wei\u00dft du, wie man das gemacht hat, \u00fcber Griechenland, Mazedonien, Serbien bis Deutschland. Das alles laufen. Auf der Stra\u00dfe laufen und schlafen. Das war schon krass. Aber das war eine gute Entscheidung, kann man sagen. Dass ich hier hergekommen bin, das war eine gute Entscheidung. Finde ich.<br \/>\nRAFAEL: Und was arbeitest du?<br \/>\nABDULA: Ich mach eine Ausbildung im Mercedes-Autohaus, bei Max Schultz. Das ist meine Zukunft. Ich bin nicht hier nur um zu arbeiten, ich bin hier um zu lernen, wirklich. Ich will etwas, worauf ich stolz sein kann. Dass ich etwas im Leben gemacht habe. [\/vc_column_text][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section bg_color=&#187;#85b2bc&#187; full_width=&#187;true&#187; padding_top=&#187;0&#8243; padding_bottom=&#187;0&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column][mk_padding_divider size=&#187;80&#8243;][vc_column_text el_class=&#187;vier-spalten-blocksatz&#187; css=&#187;.vc_custom_1694083015247{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]RAFAEL: War das ein langer Prozess, die Ausbildung zu finden?<br \/>\nABDULA: Ja, ich hab \u00fcber 15 Bewerbungen geschickt, die wollten alle kein Vorstellungsgespr\u00e4ch machen. Sie wollten das nicht. \u201eJa, leider haben wir uns f\u00fcr jemand anders entschieden.\u201c oder \u201eleider &#8230;\u201c oder \u201eleider &#8230;\u201c. Ja, wenn jemand den Namen sieht, einen Ausl\u00e4nder-Namen, und das Foto, dann denken sie: \u201eAh, er hat schwarze Haare\u201c und sowas und \u201eHm, wir wissen es nicht, ob das gut ist oder nicht.\u201c Deswegen sagen sie lieber: \u201eNein, leider, leider, leider.\u201c Aber dann hatte ich Gl\u00fcck. Ich hab mich bei Max Schultz beworben. Sie haben mir sofort nach ein, zwei Wochen einen Gespr\u00e4chstermin gegeben. Und dann bin ich rein, sie hatten schon meine Bewerbung gelesen und haben ein paar Fragen gestellt. \u201eWas hast du gemacht zwischendurch? Warum hast du gearbeitet und dann wieder aufgeh\u00f6rt?\u201c. Ich hab es einfach erkl\u00e4rt: Ich hatte einen Ausbildungsplatz, und hab das abgebrochen. Warum? Weil ich meine Familie besucht habe. Meine Familie ist jetzt in der T\u00fcrkei. Ich hab meine Familie besucht, da hat die T\u00fcrkei mir meinen deutschen Ausweis weg genommen. Da bin ich zur Deutschen Botschaft gegangen und hab einen neuen beantragt, hab einen Ersatz-Reisepass bekommen. Das hat f\u00fcnf Monate gedauert. Ich hab meine Wohnung verloren. Meine Ausbildung. Dann bin ich letztes Jahr November zur\u00fcck gekommen und hab wieder von Null angefangen, nochmal von Null. Das war hart. Aber es war auch sch\u00f6n, ich hatte auch meine Familie gesehen. Das ist auch gut.<br \/>\nRAFAEL: Aber es ist sehr viel schwieriger als f\u00fcr andere, die mal ihre Familie besuchen \u2026<br \/>\nABDULA: Ja es geht halt nicht so einfach. Aber wir h\u00e4ngen viel an der Familie. Wir k\u00f6nnen wirklich ohne die Familie nichts machen. Vater, Mutter sind halt alles. Auch wenn ich wusste, dass es gef\u00e4hrlich ist, bin ich trotzdem geflogen. Ja, das war ne harte Erfahrung. Aber man lernt immer und immer. Dann bin ich wieder hier her. Dann hatte ich ein paar Schulden bei der Krankenkasse und so. Hab gearbeitet und alles wieder bezahlt. Alles auf Null. Ich hab ne neue Wohnung. Und dann fing es an: ich hab meinen F\u00fchrerschein fertig gemacht. Sprachniveau noch verbessert. F\u00fchrerscheinpraxis bestanden. Auto gekauft. Eine Stelle, die beste Stelle. Ja, ist halt sch\u00f6n.<br \/>\nRAFAEL: Aber vorher warst du auch schon in Suhl?<br \/>\nABDULA: Ich war die ganze Zeit in Suhl. Ist halt meine zweite Stadt. Ich kenne viele Leute hier. Und ich hab Angst, noch mal von Null anzufangen, in eine andere Stadt zu gehen. Ich komme hier her ins Stadtcaf\u00e9, jemand kennt mich, das ist gut. Suhl ist halt keine gro\u00dfe Stadt. Aber die Leute f\u00fchlen sich ein bisschen anders gegen\u00fcber Ausl\u00e4ndern. Sie kennen nicht viele Ausl\u00e4nder, deswegen. Wenn sie Kontakt mit Ausl\u00e4ndern haben, denken sie: \u201eOh, was soll ich jetzt machen, ist er gef\u00e4hrlich, oder was?\u201c Das kommt immer.<br \/>\nRAFAEL: In welchen Situationen begegnet dir so was? Wo du merkst, dass Leute Vorurteile haben gegen\u00fcber Ausl\u00e4ndern?<br \/>\nABDULA: Ja, das ist halt bei allen Menschen, dass sie ein bisschen Angst haben vor was Neuem. Und wenn jemand zu ihm kommt, der nicht von hier ist, nicht aus seiner Stadt, ein bisschen anders spricht \u2013 oder er kann nicht sprechen, oder sowas. Andere Kultur. Er glaubt zum Beispiel an Gott. Dann denken sie immer: \u201eVorsicht, ich sollte keinen Kontakt mit ihm haben.\u201c Sie sagen sich einfach: \u201eWarum sollte ich auch? Es gibt Deutsche genug.\u201c So l\u00e4uft das. Aber jeder Mensch, egal ob Deutsch, oder Afghanisch, oder Syrisch, oder irgendwoher \u2013 jeder ist halt Mensch, und er darf leben, wie er will. Seine Meinung, was er glaubt, das ist egal. Ob er an Gott glaubt oder nicht an Gott glaubt, das ist seine Sache. [\/vc_column_text][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section bg_color=&#187;#85b2bc&#187; full_width=&#187;true&#187; padding_top=&#187;0&#8243; padding_bottom=&#187;0&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column][mk_padding_divider size=&#187;80&#8243;][vc_column_text el_class=&#187;vier-spalten-blocksatz&#187; css=&#187;.vc_custom_1694083040037{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]Niemand anders kann sagen: \u201eWarum isst du kein Schwein? Du bist gut integriert, aber du isst kein Schwein!\u201c. Ich bin gut integriert, ich kann mit dir klar kommen, ich kann mit jedem Deutschen klar kommen. Aber das hei\u00dft nicht, dass ich vergesse, wer ich bin, woher ich komme, was meine Familie isst. Das geh\u00f6rt auch dazu. Meiner Meinung nach muss das immer drin sein, wo ich bin, woher ich komme. Auch wenn ich in Deutschland lebe, Deutsch spreche, oder eine Deutsche Freundin habe, oder eine Deutsche Familie. Aber ich bin Araber und ich komme aus Syrien und ich bin Muslim, ich glaube an Gott. Das muss den anderen nicht st\u00f6ren, weil das ist mein Glaube. Das ist meine Meinung. Und ich st\u00f6re nicht die anderen. Ich mache das nicht neben jemand, ich zeige das nicht. Das ist f\u00fcr mich selber. Deswegen sollen sie einfach denken, der Ausl\u00e4nder ist wie sie selber. Er ist ein Mensch, er darf leben wie er will. Das ist meine Meinung dazu. Bei allen Menschen gibt es Schlechte und Gute, aber diese Verallgemeinerungen \u2013 es sind nicht alle Ausl\u00e4nder schlecht! Und es sind auch nicht alle Deutschen gut. Es gibt auch welche, die trinken jeden Tag Alkohol in der Stadt, oder was auch immer. Und das ist auch ihr Leben, und nicht unser Leben. Sie d\u00fcrfen machen was sie wollen, das st\u00f6rt uns auch nicht. Sind halt nicht alle gleich. Wir haben einen Spruch: Die Finger sind nicht alle gleich. Einer ist gro\u00df, einer ist klein. Das Leben ist auch so, die Menschen auch. Sind nicht alle gleich.<br \/>\nRAFAEL: Hattest du auch mal Problem, dass du direkt angegriffen wurdest?<br \/>\nABDULA: Ja. Das hab ich genug. Aber die Menschen sind halt so, das kann man nicht \u00e4ndern. Zum Beispiel Leute auf dem Fahrrad: \u201eAh, Schei\u00df Ausl\u00e4nder!\u201c Ich denke mir: \u201eH\u00e4, was haben wir jetzt gemacht? Wir sind einfach gelaufen.\u201c Und mit Frauen zum Beispiel: \u201eIch werde nicht mit einem Ausl\u00e4nder zusammen sein.\u201c \u2013 \u201eOkay, akzeptiere ich. Ja, okay.\u201c \u2013 \u201eJa, ihr seid anders, ihr seid gef\u00e4hrlich.\u201c \u2013 \u201eH\u00e4, warum?\u201c \u2013 \u201eDas ist meine Meinung.\u201c \u2013 \u201eOkay, akzeptiere ich.\u201c Ja, das ist mir jetzt halt oft schon passiert, sowas. Aber wir haben uns schon daran gew\u00f6hnt. Wir sind schon seit vielen Jahren hier, und sowas passiert jeden Tag. Ich werde vielleicht auch nach zwanzig Jahren noch hier sein, und es wird das gleiche passieren. Das Leben l\u00e4uft so.<br \/>\nRAFAEL: Hast du keine Hoffnung, dass sich da was \u00e4ndern kann?<br \/>\nABDULA: Hoffnung gibt es nicht. Die Welt \u00e4ndern \u2013 das ist ein Traum. Kann man leider nicht. Ich gucke immer bei mir selber, ob ich was falsch mache, dass die Leute so denken. Aber wenn ich gucke, denke ich: Ich mache nichts falsch, warum denken sie trotzdem so? Dann denke ich: Okay, ein anderer Ausl\u00e4nder hat was falsch gemacht, und sie denken, die w\u00e4ren alle gleich. Und das ist wirklich was Schlechtes.<br \/>\nRAFAEL: Aber man kann es nicht verallgemeinern.<br \/>\nABDULA: Die Ausl\u00e4nder wollen einfach nur normal leben. Das ist das zweite Land f\u00fcr sie. Aber wenn jeder sagt: \u201eDu bist ein Ausl\u00e4nder, du bist anders, du bist gef\u00e4hrlich, du geh\u00f6rst nicht hier her\u201c, tut das auch den Ausl\u00e4ndern nicht gut, weil sie bleiben immer fremd. Auch im Kopf. \u201eIch bin kein Deutscher, ich bin anders, ich bin anders, ich bin anders.\u201c Und er tut dann vielleicht auch was, was den Deutschen nicht gef\u00e4llt. Aber jeder darf halt machen was er will \u2013 wenn es nicht gegen das Gesetz verst\u00f6\u00dft, nicht verboten ist. Der Glaube ist was Normales, es gibt ja auch solche und solche Deutsche.<br \/>\nRAFAEL: Oder wenn ein Deutscher irgend einen Fehler macht, sagen sie auch nicht, alle Deutschen sind so.<br \/>\nABDULA: Ne, das geht nicht. Die haben mit Deutschen wirklich erlebt, dass sie gut sind und innen drin auch nicht so denken. Es gibt wirklich Deutsche, die mit dir Spa\u00df machen, wie mit jedem. So als w\u00e4rst du ihr Kumpel, einfach ein Kumpel. Nicht weil du Ausl\u00e4nder bist, oder aus einer anderen Kultur kommst oder so was.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section bg_color=&#187;#85b2bc&#187; full_width=&#187;true&#187; padding_top=&#187;0&#8243; padding_bottom=&#187;0&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column][mk_padding_divider size=&#187;80&#8243;][vc_column_text el_class=&#187;vier-spalten-blocksatz&#187; css=&#187;.vc_custom_1694083052088{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]Ja, okay, es kommen auch immer Sp\u00e4\u00dfe: \u201eokay, du bist Ausl\u00e4nder &#8230;\u201c \u2013 aber das ist Spa\u00df, nicht Ernst. Das ist normal. Zum Beispiel mit meinen Freunde in der Berufsschule oder meinen Kollegen im Betrieb, ich f\u00fchle mich nicht anders mit denen. Ich f\u00fchle mich einfach \u2026 gut. Die sind einfach nett mit mir. Und das sind \u00e4ltere M\u00e4nner, deshalb f\u00fchle ich mich wirklich, als w\u00e4re ich ihr Sohn. Sie kommen und fragen mich, ob ich was brauche oder so. Aber sie sehen, dass ich alles schaffe, deswegen fragen sie manchmal nicht mehr. Das geht immer mit der Zeit. Vielleicht hatte ich am Anfang Angst, wenn ich rein kam: \u201eOh, was mache ich jetzt, ich bin jetzt immer mit Deutschen zusammen.\u201c Aber mit der Zeit, als ich sie kennengelernt habe und sie mich kennengelernt haben, haben sie verstanden, dass ich bin wie jeder andere. So l\u00e4uft das.<br \/>\nRAFAEL: Und hast du irgendwelche W\u00fcnsche f\u00fcr die Zukunft?<br \/>\nABDULA: Ja, jeder Mensch hat einen Traum, oder Wunsch oder so was. Ich will einfach irgendwann, dass ich nichts mehr brauche, in Ruhe mein Leben lebe. Zum Beispiel ich arbeite, ich gehe abends nach Hause, die Familie ist da \u2026 Oder auch zum Beispiel: eine sch\u00f6ne Beziehung, oder sch\u00f6ne Kinder. So was sind die Tr\u00e4ume. Lernen, lernen, lernen, das will ich auch. Dass ich einfach sagen kann: okay, das hab ich geschafft. Das brauche ich nicht mehr, habe ich geschafft. Ich habe mein Ziel erreicht. Und ich bin auf diesem Weg. Ein Jahr, zwei Jahre, drei Jahre. Irgendwann werde ich fertig sein, werde ich es schaffen. Dann brauche ich nichts mehr. Irgendwie so Tr\u00e4ume oder was Besonderes brauche ich nicht. Ich will einfach nur, dass die Deutschen sehen, dass ich wie jeder Mensch bin, wie die Deutschen selber. Sie sollen mich sehen wie jeden anderen. Ich glaube, wenn die Leute mich kennen lernen, sehen sie das auch. Aber das musst du immer zuerst beweisen, dass du wirklich gut bist, dass du nicht anders bist. Ich hab auch versucht, ob es vielleicht anders geht. Aber nee. Das musst du zuerst beweisen, und dann akzeptieren sie dich, wie du bist. So ist das Leben, das kann man nicht \u00e4ndern. [\/vc_column_text][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section full_width=&#187;true&#187; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column width=&#187;1\/12&#8243; offset=&#187;vc_col-lg-2 vc_col-md-1 vc_hidden-sm vc_hidden-xs&#187;][\/vc_column][vc_column offset=&#187;vc_col-lg-8 vc_col-md-10 vc_col-xs-12&#8243;][vc_column_text css=&#187;.vc_custom_1694083291036{margin-top: 80px !important;margin-bottom: 0px !important;}&#187;]\n<h4>&nbsp;<a href=\"https:\/\/unofficial.pictures\/release\/schubladendenken\/\">Ausstellung \u00bbSchubladendenken\u00ab<\/a><\/h4>\n[\/vc_column_text][vc_single_image image=&#187;3278&#8243; img_size=&#187;full&#187;][\/vc_column][vc_column width=&#187;1\/12&#8243; offset=&#187;vc_col-lg-2 vc_col-md-1 vc_hidden-sm vc_hidden-xs&#187;][\/vc_column][\/mk_page_section]","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u0418\u0437\u0432\u0438\u043d\u0438\u0442\u0435, \u044d\u0442\u043e\u0442 \u0442\u0435\u043a\u0441\u0442 \u0434\u043e\u0441\u0442\u0443\u043f\u0435\u043d \u0442\u043e\u043b\u044c\u043a\u043e \u043d\u0430 &ldquo;Deutsch&rdquo;.[mk_page_section padding_top=&#187;0&#8243; padding_bottom=&#187;0&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column][mk_padding_divider size=&#187;80&#8243;][vc_btn title=&#187;zur\u00fcck zur Ausstellung&#187; style=&#187;classic&#187; shape=&#187;square&#187; color=&#187;default&#187; link=&#187;url:https%3A%2F%2Funofficial.pictures%2Fschubladendenken%2F|title:%5B%3Ade%5DAusstellung%20%C2%BBSchubladendenken%C2%AB%5B%3A%5D&#187; el_class=&#187;button-back-to-the-exhibition&#187;][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section padding_top=&#187;0&#8243; padding_bottom=&#187;0&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column width=&#187;2\/3&#8243;][mk_padding_divider size=&#187;120&#8243;][vc_single_image image=&#187;2094&#8243; img_size=&#187;full&#187;][mk_padding_divider size=&#187;80&#8243; visibility=&#187;hidden-sm&#187;][\/vc_column][vc_column width=&#187;1\/3&#8243;][mk_padding_divider size=&#187;120&#8243; visibility=&#187;hidden-sm&#187;][vc_column_text css=&#187;.vc_custom_1601236684961{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]ABDULA: Irgendwie so Tr\u00e4ume oder was Besonderes brauche ich nicht. 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