{"id":2074,"date":"2020-09-26T10:23:15","date_gmt":"2020-09-26T08:23:15","guid":{"rendered":"https:\/\/unofficial.pictures\/?page_id=2074"},"modified":"2023-09-07T12:52:41","modified_gmt":"2023-09-07T10:52:41","slug":"interview-05","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/unofficial.pictures\/ru\/schubladendenken\/interview-05\/","title":{"rendered":"(Deutsch) Rashid"},"content":{"rendered":"<p class=\"qtranxs-available-languages-message qtranxs-available-languages-message-ru\">\u0418\u0437\u0432\u0438\u043d\u0438\u0442\u0435, \u044d\u0442\u043e\u0442 \u0442\u0435\u043a\u0441\u0442 \u0434\u043e\u0441\u0442\u0443\u043f\u0435\u043d \u0442\u043e\u043b\u044c\u043a\u043e \u043d\u0430 &ldquo;<a href=\"https:\/\/unofficial.pictures\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2074\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-de\" title=\"Deutsch\">Deutsch<\/a>&rdquo;.<\/p>[mk_page_section padding_top=&#187;0&#8243; padding_bottom=&#187;0&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column][mk_padding_divider size=&#187;80&#8243;][vc_btn title=&#187;zur\u00fcck zur Ausstellung&#187; style=&#187;classic&#187; shape=&#187;square&#187; color=&#187;default&#187; link=&#187;url:https%3A%2F%2Funofficial.pictures%2Fschubladendenken%2F|title:%5B%3Ade%5DAusstellung%20%C2%BBSchubladendenken%C2%AB%5B%3A%5D&#187; el_class=&#187;button-back-to-the-exhibition&#187;][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section bg_color=&#187;#85b2bc&#187; full_width=&#187;true&#187; padding_top=&#187;0&#8243; padding_bottom=&#187;0&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column][mk_padding_divider size=&#187;80&#8243;][vc_column_text el_class=&#187;vier-spalten-blocksatz&#187; css=&#187;.vc_custom_1601232977667{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]RASHID: Ich bin Rashid, bin 22 Jahre alt, und komme aus Syrien. Ich bin seit f\u00fcnf Jahren in Deutschland und auch in Suhl. Damals bin ich mit meinem Cousin gekommen. Am Anfang habe ich in einer Jugendwohngruppe gewohnt, weil ich als Minderj\u00e4hriger gekommen bin. Und mittlerweile habe ich seit \u00fcber zwei Jahren eine eigene Wohnung. Am Anfang als ich kam, hab ich die neunte Klasse gemacht an der Lautenbergschule, das ist eine Regelschule. Und danach eine zus\u00e4tzliche zehnte Klasse. Und danach ging es weiter mit einer Kinderpflege-Ausbildung f\u00fcr zwei Jahre, die hab ich an den Semper Schulen absolviert in Suhl. Und danach hab ich mich noch entschieden, Erzieher zu machen und bin jetzt im zweiten Lehrjahr.<br \/>\nRAFAEL: Wie l\u00e4uft das so?<br \/>\nRASHID: Manchmal kommt es halt zu Schwierigkeiten mit den Deutschkenntnissen, aber es geht, ich hab mich daran gew\u00f6hnt. Zu Corona-Zeiten war es ein bisschen schwierig, weil wir da Homeschooling gemacht haben. Es gab viele Sachen, wo wir gesagt haben: hier braucht man einen Lehrer, der dazu nochmal erz\u00e4hlt, was die Sachen genau bedeuten. Aber ansonsten ging es so. Per Mail haben wir mit dem Lehrer Kontakt gehabt, und hin und her geschrieben, das ging.<br \/>\nRAFAEL: Wie war das, da rein zu kommen in die Ausbildung?<br \/>\nRASHID: Ehrlich gesagt, hatte ich am Anfang nicht vor gehabt, Erzieher zu machen. Ich wollte eigentlich Zahntechniker werden. Und daf\u00fcr br\u00e4uchte man einen Realschulabschluss, deswegen hab ich die Kinderpfleger-Ausbildung mit Realschulabschluss gemacht. Da musste man einen Durchschnitt von mindestens 3,0 haben um den Realschulabschluss zu bekommen, und das hatte ich mit 1,7. Und damit habe ich nach Zahntechniker-Laboren gesucht hier in Suhl. Einmal habe ich ein Praktikum gemacht, aber am Ende wurde ich doch nicht genommen, weil die sehr selten jemand aufnehmen. Ich hab also keine Stelle bekommen. Deswegen habe ich mich noch mal sehr schnell f\u00fcr den Erzieher beworben, weil ich ja vorher schon Kinderpfleger gemacht hatte. Ich bin auch sehr froh, dass ich jetzt Erzieher angefangen habe. Durch die zwei Jahre die ich gemacht habe, habe ich auch gemerkt, dass so eine Arbeit mit Menschen auch was f\u00fcr mich ist. Ich hab mich auch in Syrien um meine kleinen Geschwister gek\u00fcmmert. Ich hab zwei kleine Schwestern, und zwei Br\u00fcder.<br \/>\nRAFAEL: Hast du da schon Praktika oder sowas gemacht? Wurdest du da gleichwertig behandelt? Oder gab es da mal Probleme?<br \/>\nRASHID: Eigentlich nicht, im Kindergarten waren auch die ganzen Mitarbeiter und auch die Chefin super nett, mit der konnte ich alles besprechen. Es waren alle lieb. Und auch das Praktikum in der Jugendwohngruppe war super sch\u00f6n, das waren auch nette Leute. Au\u00dfer eine Familie, die ihr Kind besucht hat. Da ist es ein bisschen zur Diskussion gekommen. Die erste Frage, die er mir gestellt hat: \u201eBist du ein Wirtschaftsfl\u00fcchtling?\u201c Ich sage: \u201eNein, ich bin ein Kriegsfl\u00fcchtling.\u201c Man konnte sp\u00fcren, dass er so ein Nazi ist. Und auf einmal sagt er: \u201eNenn mir einen Fl\u00fcchtling, der keine Waffen in die Hand nehmen kann. Bist du auch so einer?\u201c Ich sage: \u201eNein, ich bin nicht so, sonst w\u00e4re ich nicht hier. Sonst w\u00e4re ich in meinem Land geblieben, wenn ich ein Gewehr in der Hand gehabt h\u00e4tte.\u201c In unserer Ausbildung lernen wir auch, dass man professionell handelt, und nicht gleich hoch geht auf 180 und so wie er reagiert. Und er dachte, dass ich dort wohne. Da hab ich gesagt: \u201eIch mache hier ein Praktikum, ich mache eine Ausbildung zum Erzieher.\u201c Er war so verwundert, dass ich eine Erzieher-Ausbildung mache: \u201eAch, du willst hier morgen Kinder erziehen?!\u201c Da hab ich gesagt: \u201eJa, warum nicht?\u201c Das war ein Erlebnis mit Eltern eines Kindes dort.<br \/>\nRAFAEL: Krass, was sich manche so raus nehmen. Habt ihr da noch irgendwie reagiert? Oder war das damit beendet?<br \/>\nRASHID: Das war eigentlich damit beendet. Die Freundin oder Frau war auch mit dabei, und hat dann noch mal zu ihm gesagt: \u201eDas darfst du nicht sagen, die sind nicht alle so.\u201c[\/vc_column_text][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section bg_color=&#187;#85b2bc&#187; full_width=&#187;true&#187; padding_top=&#187;0&#8243; padding_bottom=&#187;0&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column][vc_column_text el_class=&#187;vier-spalten-blocksatz&#187; css=&#187;.vc_custom_1601232959432{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]Wir als Erzieher d\u00fcrfen auch nicht gleich nerv\u00f6s werden und mit der selben Sprache antworten. Wir m\u00fcssen langsam vorangehen: \u201eNein, wir sind nicht so, wir sind keine Kriminellen, wir sind auch Menschen wie ihr. Wir sind nicht alle so.\u201c Dann hat er so Fragen gestellt: \u201eW\u00fcrdest du wieder zur\u00fcckgehen, wenn du jetzt zur\u00fcckgeschickt wirst?\u201c Wo ich mich frage: Wer bist du denn, dass du mir solche Fragen stellst? Man sollte nicht einfach was annehmen, weil Leute anders aussehen, eine andere Hautfarbe haben, eine andere Haarfarbe, oder weil sie eine andere Sprache sprechen. Man kann solche Fragen stellen, aber es kommt auf die Art und Weise an, wie man die stellt, und wann man die stellt. Wir sind offen f\u00fcr alle Gespr\u00e4che, also ich bin es. Ich kann jedem antworten, der mir so eine Frage stellt: \u201eKomm, ich will mal gerne h\u00f6ren, was du so machst.\u201c Nat\u00fcrlich kann man das fragen. Aber es gibt bestimmte Situationen, wo man gut fragen kann. Wir k\u00f6nnen irgendwo einen Kaffee trinken gehen und dar\u00fcber sprechen, damit habe ich kein Problem, wenn ich Zeit habe. Aber es kommt darauf an, mit welchem Ton man die Fragen stellt. Ich wurde auch mal h\u00f6flich gefragt, aber in manchen Situationen werden diese Fragen anders gestellt, wo man sich denkt: Warum? Das sind eher Vorw\u00fcrfe, warum man hier ist. Als er mich gefragt hat, hab ich also gesagt: \u201eNein, ich bin erst mal hier und mache meine Ausbildung. Wenn es irgendwann in meiner Heimat keinen Krieg mehr gibt, w\u00fcrde ich wahrscheinlich auch wieder zur\u00fcck gehen. Man wei\u00df es noch nicht. Ich hab hier wieder von Null angefangen, alles aufgebaut. Wenn ich dann eine Entscheidung treffen muss, wird das nat\u00fcrlich auch schwierig sein.\u201c Aber ansonsten waren die Minderj\u00e4hrigen, die dort gelebt haben, alle nett. Auch die Betreuerinnen und Betreuer und die Chefin und die Abteilungsleiter, die waren alle lieb. Eigentlich, wenn man in so einem sozialen Beruf mit Menschen arbeiten m\u00f6chte, muss man ja sozial sein. Sonst muss man was anderes machen.<br \/>\nRAFAEL: Aber das lernt ihr quasi in der Ausbildung, dass man dann ruhig reagieren muss?<br \/>\nRASHID: Genau, dass man auch professionell reagiert. Zum Beispiel hab ich auch nicht gesagt, dass alle Deutschen so sind zum Beispiel. Das ist ja auch nicht so, und man muss auch nicht so antworten. Nicht nur als Erzieher, sondern auch woanders muss man nicht alle \u00fcber einen Kamm scheren. Hier in Suhl haben wir auch ein paar Erlebnisse gehabt. Vor allem beim Einkaufen. Also mir werden beim Einkaufen nicht solche Fragen gestellt, aber ich f\u00fchle diese Vorurteile. Wenn man shoppen gehen m\u00f6chte, dann wird man gleich von den Mitarbeitern beobachtet, in den Fokus genommen. Als w\u00e4re ein Dieb in den Laden rein gegangen, wird gleich hinter uns her gelaufen. Da sch\u00e4mt man sich. Man f\u00fchlt sich ja nicht als Dieb. Was bin ich denn? Warum kommen sie denn hinter mir her? Ich kann mal noch ein Beispiel sagen. Mit einem Freund waren wir mal in der Stadt in einem Laden und wollten was kaufen, ein Klamotten-Teil. Er wollte gleich nach seinem Einkauf ins Fitness-Studio gehen und hat daf\u00fcr seine Sporttasche dabei gehabt. Wir sind also in den Laden rein, nat\u00fcrlich waren wie immer die Augen auf uns gerichtet. Als wir dann ein Oberteil f\u00fcr ihn gefunden haben, das er kaufen wollte, sind wir zur Kasse. Vor uns war eine Dame, eine deutsche Dame sag ich mal, die eingekauft hat mit einem Rucksack, hat ihre Sachen in den Rucksack gesteckt und ist da raus. Und als wir an der Kasse waren, sagt die Mitarbeiterin auf einmal: \u201eMachen Sie bitte Ihre Tasche auf.\u201c Da hab ich gleich gesagt: \u201eWarum wollen Sie denn in die Tasche rein schauen?\u201c \u2013 \u201eNa, das ist ja unsere Arbeit. Wir wissen was wir machen.\u201c Da hab ich gesagt: \u201eDie Dame vor uns hat auch einen Rucksack dabei gehabt, warum haben Sie den denn nicht kontrolliert? Ist das nicht rassistisch?\u201c \u2013 \u201eNein, wir wissen was wir tun. Und wir m\u00fcssen jetzt eure Tasche kontrollieren.\u201c \u2013 \u201eJa, kontrollieren Sie, wir machen sie auch auf. Aber Sie werden nichts finden. Sie werden sehen, dass das alles unsere Sachen sind. Und das was wir kaufen, werden wir ja gleich bezahlen.\u201c \u2013 \u201eNein, das muss man machen.\u201c So ging es hin und her. \u201eDas ist rassistisch, das d\u00fcrfen Sie ja nicht machen. Entweder bei allen, oder bei niemandem. Haben Sie gesehen, dass wir irgendwas in die Taschen rein gesteckt haben? Nein.\u201c[\/vc_column_text][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section bg_color=&#187;#85b2bc&#187; full_width=&#187;true&#187; padding_top=&#187;0&#8243; padding_bottom=&#187;0&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column][vc_column_text el_class=&#187;vier-spalten-blocksatz&#187; css=&#187;.vc_custom_1601232966604{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]Da hat sie gesehen, dass wir dar\u00fcber ein bisschen diskutiert haben. Dann hat sie trotzdem einen Blick rein geworfen, dass wir nichts mit genommen haben. Das sind halt so Sachen, die man erlebt. Jetzt gehe ich kaum noch in den Laden, wenn ich nichts dringend brauche. Oder manchmal schon, aber vielleicht gef\u00e4llt mir ja an dem Tag nichts, vielleicht sind keine guten Angebote da. Und jetzt seit ein paar Tagen will ich mir Schuhe kaufen, aber ich traue mich nicht in den Laden zu gehen. Manchmal bekomme ich das Gef\u00fchl, wenn ich nichts kaufe und raus gehe, dann denken sie, ich bin rein gekommen um was zu klauen, aber habe keine Chance gehabt, weil sie hinter mir her waren. Manchmal kaufe ich Sachen, die ich eigentlich nicht brauche, nur damit sie nicht denken, ich bin zum Klauen gekommen. Nur damit ich gut raus komme und die nicht hinterher laufen.<br \/>\nRAFAEL: Ach, hinterher gelaufen sind sie auch schon?<br \/>\nRASHID: Ja, zum Beispiel im Schuhladen sind sie immer hinterher gelaufen. Nat\u00fcrlich haben sie Abstand gehalten. Aber man f\u00fchlt es ja und sieht es. Ich hab sie noch nicht angesprochen, aber Freunde von mir haben sie mal gefragt: \u201eWarum kommen Sie denn uns hinterher?\u201c Da hat sie gesagt: \u201eDas ist unsere Arbeit, wir wissen was wir machen?\u201c \u2013 \u201eAber warum gehen Sie denn nicht hinter einem Blonden her, zum Beispiel? Warum kommen Sie nur hinter uns her? Nur weil wir anders aussehen?\u201c Andere Leute k\u00f6nnen frei einkaufen gehen, sich frei bewegen, und die Sachen anziehen ohne irgendwie gest\u00f6rt zu sein. Und wir, wenn wir einkaufen gehen, werden wir immer in den Fokus genommen, beobachtet. \u201eWird er vielleicht die Schuhe in seine Tasche rein stecken?\u201c Das verstehe ich nicht. Nat\u00fcrlich, wenn ich Unterst\u00fctzung brauche, w\u00fcrde ich auf sie zugehen und das sagen. \u201eVielleicht k\u00f6nnen Sie mir helfen, ich br\u00e4uchte von dem und von dem, aber in einer anderen Gr\u00f6\u00dfe.\u201c, oder so. Aber man merkt das ja. Die halten so einen Abstand und gucken immer her, was du machst. Gucken wieder woanders hin, nach zwei Minuten gucken sie nochmal, was du machst. Einmal war ich auch mit einem \u00e4lteren Mann aus meinem Land unterwegs \u2013 das war der Vater von einem Kumpel von mir \u2013 weil er sich eine Hose kaufen wollte. Er konnte nicht so gut Deutsch, deswegen hat er mich mitgenommen. Wir sind in Suhl herum gelaufen und haben so einen kleinen Laden gefunden, und ihm haben irgendwie die Hosen gefallen, die dort im Schaufenster lagen. Er wollte die Hose mal genauer anschauen, ein bisschen den Stoff f\u00fchlen. Als wir rein gegangen sind, hab ich gleich gesehen, dass die Verk\u00e4uferin nerv\u00f6s ist. Ich hab gesagt: \u201eK\u00f6nnen Sie bitte die Hose in der Gr\u00f6\u00dfe f\u00fcr den Mann raus holen, der will die sich anschauen.\u201c Da hat sie gleich gesagt: \u201eNein, das kann ich nicht.\u201c \u2013 \u201eWarum?\u201c \u2013 \u201eIch wei\u00df ja nicht, ob die Preise Ihrem Niveau entsprechen.\u201c \u2013 \u201eAber wir haben ja nicht nach dem Preis gefragt, wir wollten ja nur die Hose sehen.\u201c Da hat sie gesagt, nein, ich d\u00fcrfte die Hose nicht kaufen, und wir sollten bitte sofort den Laden verlassen. Ich hab gefragt: \u201eWieso soll ich denn den Laden verlassen, was hab ich denn gemacht?\u201c \u2013 \u201eIch habe schlechte Erfahrungen mit Leuten wie Ihnen gemacht, und Sie m\u00fcssen schnell den Laden verlassen.\u201c \u2013 \u201eNein ich verlasse nicht den Laden, warum soll ich den denn verlassen? Das ist ja rassistisch, was Sie da sagen, das geht nicht.\u201c Da hat sie nur gesagt: \u201eNein, ich werde Ihnen das nicht verkaufen.\u201c Und ist laut geworden: \u201eVerlassen Sie jetzt meinen Laden! Gehen Sie jetzt raus!\u201c Wo ich fragte: \u201eHallo, wir haben ja nur nach einer Hose gefragt, wir wollten die mal sehen.\u201c \u2013 \u201eNein, ich hab schlechte Erfahrungen gehabt mit solchen Leuten wie Ihnen.\u201c Und wir sollten so schnell wie m\u00f6glich den Laden verlassen. Was soll man denn an dem Punkt machen? Also sind wir raus gegangen. Nat\u00fcrlich bin ich auch in dem Moment nicht so hoch gestiegen und hab sie beleidigt, sondern hab gesagt: \u201eDas ist ja rassistisch was sie machen, das geht ja nicht. H\u00e4tten Sie das auch mit anderen gemacht?\u201c Nur weil wir vielleicht ein bisschen dunkle Haare haben oder ein bisschen anders aussehen, werden wir so behandelt. Wo ich mir sage: \u201eLeute, wir sind ja nicht freiwillig hier her gekommen. Wenn kein Krieg gewesen w\u00e4re, w\u00e4ren wir auch nicht hier. Irgendwo Fl\u00fcchtling zu sein, das habe ich mir nie gew\u00fcnscht, aber es ist halt so, und wir sind ja einmal da.\u201c[\/vc_column_text][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section bg_color=&#187;#85b2bc&#187; full_width=&#187;true&#187; padding_top=&#187;0&#8243; padding_bottom=&#187;0&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column][vc_column_text el_class=&#187;vier-spalten-blocksatz&#187; css=&#187;.vc_custom_1601232935971{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]RAFAEL: Ja, und selbst wenn du es dir ausgesucht h\u00e4ttest. Selbst wenn jemand sich einfach aussucht, hier her zu kommen, muss er auch eine Hose kaufen k\u00f6nnen.<br \/>\nRASHID: Ja nat\u00fcrlich, das auch. Und ich meine nat\u00fcrlich gibt es auch schlechte Leute, es gibt auch b\u00f6se Leute, das gibt es auch. Aber diese Menschen gibt es \u00fcberall. Sowohl in Syrien als auch in Deutschland. Solche Menschen gibt es \u00fcberall. Aber sie meinte, aufgrund fr\u00fcherer schlechter Erfahrungen wollte sie uns keine Hose verkaufen. Was wei\u00df ich.<br \/>\nRAFAEL: Und wie war das f\u00fcr deinen Bekannten?<br \/>\nRASHID: Er konnte ja kein Deutsch, und in dem Moment wollte ich ihm nicht alles erz\u00e4hlen und hab gesagt: \u201eKomm, wir gehen einfach irgendwo anders hin.\u201c Zu dem Zeitpunkt war ich irgendwie so sprachlos. Wie soll man denn reagieren? Sollen wir laut werden, genauso wie sie? Soll man sagen, sie soll die Polizei anrufen? Kommt dann die Polizei und sagt: \u201eJa, Sie m\u00fcssen den Laden verlassen, wenn die Inhaberin das sagt.\u201c Was soll man denn da jetzt machen. Mein Bekannter hat es am Anfang nicht verstanden, er hat nur geguckt und dachte, dass wir \u00fcber irgendwas anderes diskutieren. Aber er hat nat\u00fcrlich auch gefragt: \u201eWarum seid ihr denn so nerv\u00f6s geworden? Warum habt ihr denn so laut geredet?\u201c Im Nachhinein hab ich ihm auch erkl\u00e4rt, dass sie uns keine Hose verkaufen wollte, und was ihre Begr\u00fcndung war. Und dass es darum ging, dass wir den Laden verlassen sollten. Nat\u00fcrlich wollte er so was auch nicht h\u00f6ren. Naja, das sind halt so Sachen, denen ich ab und zu begegne und die ich erleben muss, leider. Das ist nat\u00fcrlich auch in Suhl nicht in jedem Laden, sondern jetzt kenne ich die L\u00e4den, wo ich nicht rein gehe. Aber wenn man einmal dort ist und so was erlebt, dann vergisst man das auch nicht.<br \/>\nRAFAEL: Und waren da manchmal auch noch andere Kunden, wenn du solche Diskussionen hattest?<br \/>\nRASHID: Nat\u00fcrlich waren Kunden da, die aber von fernem geguckt haben und sich nicht beteiligt haben. Dann denken die bestimmt, die Mitarbeiterin h\u00e4tte gesehen, dass wir was eingesteckt h\u00e4tten, und dass sie uns deswegen kontrolliert. Sie werden sich auch denken, dass wir so sind. Oder vielleicht auch nicht, man wei\u00df es ja nicht. Aber trotzdem werden sie sich fragen, warum die Mitarbeiterin unbedingt in unseren Rucksack schauen will.<br \/>\nRAFAEL: H\u00e4ttest du dir da manchmal gew\u00fcnscht, dass andere sich da einmischen?<br \/>\nRASHID: Nat\u00fcrlich. Man ist ja an der Stelle nicht gerade der St\u00e4rkste. Man wei\u00df ja nicht, wenn man lauter wird, werden die Kunden entweder auf ihrer Seite stehen und sagen: \u201eNat\u00fcrlich, das ist ja ihr Job, sie wei\u00df ja, was sie macht.\u201c Oder sie k\u00f6nnen sagen: \u201eJa, warum wollen Sie denn unbedingt seine Tasche kontrollieren? Haben Sie gesehen, dass er was eingesteckt hat?\u201c Wenn einer so an meiner Seite stehen w\u00fcrde, dann w\u00fcrde ich sagen: \u201eNee, ich mache die Tasche nicht auf. Dann rufen Sie die Polizei an, oder was wei\u00df ich! Warum tun sie denn so, als ob ich was geklaut h\u00e4tte?\u201c Nat\u00fcrlich w\u00e4re auch Solidarit\u00e4t gut. Wenn ein anderer noch mal sagt: \u201eWarum haben Sie das bei den anderen nicht gemacht?\u201c Oder: \u201eWarum haben Sie das bei mir nicht gemacht?\u201c Aber nein. Wenn die Kunden das sehen, dann denken sie sich entweder, wir h\u00e4tten wirklich was geklaut, oder es w\u00e4re irgendwas unklar und deswegen will die Mitarbeiterin unsere Tasche angucken.<br \/>\nRAFAEL: Oder sie denken sich auch, ja \u201edie\u201c klauen ja immer.<br \/>\nRASHID: Ja, ich habe das Gef\u00fchl, dass die so ein Bild von uns haben, dass wir, wenn wir in einen Laden gehen, unbedingt was klauen w\u00fcrden. Das ist aber nicht so. Ich kann ja nur von mir sprechen, weil ich nicht so bin. Und auch meine Freunde, da ist keiner, wo ich denke, der w\u00fcrde so was machen. Ob sie mit einem schlechte Erfahrungen gemacht haben? Bestimmt sind es aber auch Deutsche, die was mitgenommen haben. Ich wei\u00df es ja nicht, ich vermute das ja nur.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section bg_color=&#187;#85b2bc&#187; full_width=&#187;true&#187; padding_top=&#187;0&#8243; padding_bottom=&#187;0&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column][vc_column_text el_class=&#187;vier-spalten-blocksatz&#187; css=&#187;.vc_custom_1601232917311{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]RAFAEL: In meiner Klasse gab es zumindest damals deutsche Leute, die immer was mitgehen lassen haben.<br \/>\nRASHID: Ja klar, solche Leute gibt es \u00fcberall. Es ist ja nicht so, dass sie, weil sie aus westlichen L\u00e4ndern kommen, nichts mitgehen lassen. Und unsere Eltern haben uns nicht so erzogen, und ich w\u00fcrde das auch nie machen. Und ich hab auch von meinen deutschen Freunden schon mal geh\u00f6rt, dass sie in einem Laden was in ihre Tasche gesteckt haben und in einem anderen Laden auch. Und dann sage ich ja trotzdem nicht, dass alle Deutschen klauen.<br \/>\nRAFAEL: Besch\u00e4ftigt dich so was dann immer lange?<br \/>\nRASHID: Nat\u00fcrlich, das sind solche Sachen, wo man sich auch im Nachhinein viele Gedanken macht, und sich fragt: Warum verstehen die Leute das nicht? Dass man nicht freiwillig da ist. Dass man genauso wie sie ist. Dass wir in unserer Heimat genauso ein sch\u00f6nes Leben gehabt haben, auch sch\u00f6ner als das was ich hier jetzt lebe. Mit der Familie und allem. Da kommen tausende Gedanken, und man sagt sich: \u201eWarum mache ich denn das, was ich gerade mache?\u201c Manchmal denke ich auch: \u201eIch bin ja da und will was lernen. Aber warum lerne ich denn, wenn die Leute mich so behandeln? Werde ich morgen auf dem Arbeitsmarkt auch so behandelt, auch so gesehen als B\u00fcrger zweiter Klasse oder dritter Klasse? Wie geht denn das weiter?\u201c Mit solchen Gedanken muss ich leider auch manchmal k\u00e4mpfen.<br \/>\nIn gro\u00dfen St\u00e4dten passiert vielleicht mehr, aber die Leute sind irgendwie anders drauf. Zum Beispiel in Erfurt, wenn man ruml\u00e4uft oder in L\u00e4den geht, wird man nicht unbedingt beobachtet. In Suhl ist es auch manchmal so, wenn man in den Bus einsteigt, wird man angeguckt von den anderen Menschen, die schon im Bus sitzen. Vor allem wenn man oben auf dem Friedberg einsteigt, wo das Camp ist, die Erstaufnahme. Da wird man so richtig angeschaut. Die denken, dass wir dort oben leben auf dem Friedberg und dass wir irgendwie anders sind. Oder wenn wir als dunkelhaarige Menschen in den Bus einsteigen, werden wir richtig beobachtet. Wo ich mir denke: \u201eEy, Leute. Was guckt ihr denn alle?\u201c Und was auch krass ist, letzte Woche wurde ein Schwarzer Mitb\u00fcrger so richtig von drei Nazis angegriffen im Bus. Und bevor es diesen Angriff gab, gab es auch rassistische Spr\u00fcche, wie das N*-Wort. Warum haben sich die anderen Fahrg\u00e4ste nicht beteiligt, warum haben sie nicht gesagt: \u201eDas ist rassistisch! Warum macht ihr das? Der ist auch nur ein Mensch. Der hat halt eine andere Hautfarbe, das ist ja aber egal.\u201c Es hat sich aber scheinbar keiner beteiligt, wie ich im Internet gelesen habe. Keiner hat sich beteiligt oder die Polizei angerufen und gesagt: \u201eHier sind drei Nazis, die beleidigen einen jungen Mann die ganze Zeit.\u201c Man wei\u00df ja auch nicht, vielleicht kam der junge Mann von der Arbeit oder so, und wird auf einmal beleidigt, weil er anders aussieht. Und wird auch wirklich schwer verletzt.<br \/>\nRAFAEL: Ich fand auch noch krass, dass es dann gar nicht in der Polizeimeldung stand. Sondern die Polizei hat dann geschrieben, es w\u00e4re ein Streit um seinen Mundschutz gewesen.<br \/>\nRASHID: Ah ja, um den Mundschutz, und dann mit der Flasche auf den Kopf hauen. Ich w\u00fcrde sagen, wenn ein Ausl\u00e4nder das mit einem Deutschen gemacht h\u00e4tte, dann w\u00e4ren gleich f\u00fcnf bis sieben Fahrzeuge von der Polizei vor Ort gewesen und h\u00e4tten ihn mitgenommen. Und es w\u00e4re schon viel fr\u00fcher die Polizei angerufen worden. Entweder vom Busfahrer oder von Fahrg\u00e4sten.<br \/>\nEs ist auch manchmal so, wenn man in solchen Situationen als Ausl\u00e4nder die Polizei anruft, und hat vielleicht nicht so gute Deutschkenntnisse, wird man vielleicht auch zum Beschuldigten. Ich hab es ja noch nie probiert, aber ich glaube, wenn ich die Polizei anrufen w\u00fcrde, dann w\u00e4re ich gleich der B\u00f6se. Wenn ich zum Beispiel im Laden sage: \u201eIch will meine Tasche nicht aufmachen, rufen Sie die Polizei.\u201c Oder: \u201eWarum beobachten Sie mich?\u201c. Oder laut werde. Wenn die Polizei kommt, dann w\u00e4re ich der B\u00f6se, obwohl das auch eine Verletzung ist, wenn man sich immer beobachtet f\u00fchlt. Das will ja auch ein anderer nicht, das wollen auch die Deutschen nicht, dass sie die ganze Zeit beobachtet werden.<br \/>\nRAFAEL: Aber f\u00fchlst du dich sonst sicher, beim Rumlaufen oder Busfahren?[\/vc_column_text][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section bg_color=&#187;#85b2bc&#187; full_width=&#187;true&#187; padding_top=&#187;0&#8243; padding_bottom=&#187;0&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column][vc_column_text el_class=&#187;vier-spalten-blocksatz&#187; css=&#187;.vc_custom_1601232905183{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]RASHID: Ja, in Suhl f\u00fchl ich mich eigentlich schon sicher. Ich hab auch mit keinem Probleme. Was hei\u00dft Probleme. Ich bin jemand, der sein Ding macht. Warum sollte ich mit anderen Probleme haben. Nat\u00fcrlich h\u00f6rt man auch manchmal Spr\u00fcche. Anfang 2016 war ich mal mit meinem Cousin, mit dem ich hier hergekommen bin, beim Kaufland. Als wir raus kamen, standen ein paar M\u00e4nner da herum, haben ihr Bier getrunken und uns hinterher gerufen: \u201eJa, ihr Fl\u00fcchtlinge kommt hier her und nehmt Hartz IV und macht nix.\u201c Wo ich mir dachte: \u201eUnd was machst du denn hier? Du bist gesund und stehst hier rum und trinkst Bier und beleidigst andere Leute?\u201c Naja, das sind halt solche Menschen. Auch bei Facebook wird manchmal so was in der Suhler Gruppe gepostet: \u201eSeht mal die Fl\u00fcchtlinge, was die machen.\u201c Das wird immer diskutiert, und es gibt hunderte Kommentare. Nat\u00fcrlich sind nicht alle negativ, es sind auch positive dabei. Aber wenn man die negativen liest \u2026 Man kann echt nicht sagen, dass alle Fl\u00fcchtlinge die hier hergekommen sind kriminell w\u00e4ren, oder dass alle einfach hier zum Hartz IV empfangen da sind und nicht arbeiten wollen. Ich denke mir, seitdem ich da bin, hab ich noch nie einen Tag rum gesessen und mir gesagt: ich werde nichts machen. Seitdem ich hier bin, war ich in der neunten Klasse, dann in der zehnten Klasse, dann zwei Jahre Kinderpfleger und jetzt Erzieher. Und in meinem Freundeskreis, das sind meistens auch meine Landsleute, machen neunzig Prozent irgendwas \u2013 entweder sie arbeiten oder gehen zur Schule oder machen eine Ausbildung oder sonst irgendwas. Die, die auch nicht zur Schule gehen oder nicht zu Sprachkursen gehen oder keine Ausbildung machen, die arbeiten bei Zeitarbeitsfirmen. Haben sich irgendeinen Job gesucht und machen das. Und die anderen zehn Prozent haben entweder keine Chance oder haben die Voraussetzungen nicht erf\u00fcllt um was zu machen, oder manche k\u00f6nnen das nicht wegen Krankheiten oder \u00e4hnlichem. Bei vielen hat es beim ersten Mal nicht geklappt, die m\u00fcssen dann ein Jahr aussetzen, m\u00fcssen was nachholen. M\u00fcssen irgendwas machen, bis sie den entsprechenden Abschluss haben, um was anzufangen. Die Fl\u00fcchtlinge, die zur Zeit Hartz-IV-Empf\u00e4nger sind, k\u00f6nnen ja nicht arbeiten. Ein Freund von mir hat Sprachkurse gemacht und alles und wollte auch letztes Jahr seine Ausbildung beginnen. Aber aufgrund fehlender Kenntnisse wurde ihm gesagt, er m\u00fcsse noch warten bis n\u00e4chstes Jahr. Vorher hat er schon auf seine Zeugnisse warten m\u00fcssen, bis die gekommen sind. Nat\u00fcrlich gibt es auch Leute, die rum sitzen und nichts machen wollen. Aber das sind die wenigsten. Und manche k\u00f6nnen auch nichts machen, weil sie mit der Sprache nicht klar kommen. Sie haben was erlebt, was sie die ganze Zeit besch\u00e4ftigt, so dass sie nicht die Sprache lernen k\u00f6nnen. Da sind Leute, die aus Kriegsgebieten kommen, die was erlebt haben, was sich die Leute hier gar nicht vorstellen k\u00f6nnen. Nat\u00fcrlich will auch kein deutsches Kind \u2013 und die Eltern w\u00fcrden es auch nicht erlauben \u2013 auf ein Boot gehen, mit vierzig Leuten \u00fcber das Meer in ein anderes Land gehen, ohne Sicherheitsma\u00dfnahmen. Einfach auf ein Boot steigen, und man wei\u00df nicht, ob man ankommt oder nicht. Man steigt ein, und einer f\u00e4hrt, und der ist auch kein Profi, sondern einfach einer der mit kommen will. Bei mir war es so: Als wir ins Boot eingestiegen sind, wurde gesagt, das w\u00fcrde maximal 45 Minuten dauern, normalerweise 30 Minuten. Aber nach vier Stunden im Boot waren wir immer noch nicht an unserem Ziel angekommen und mussten in so einem Waldst\u00fcck aussteigen. Das war eine griechische Insel, im Wald sind wir ausgestiegen, sind wieder vier Stunden gelaufen, bis wir in der Stadt angekommen sind. Quasi acht Stunden statt 45 Minuten. Das sind ja solche Sachen, mit denen man umgehen muss. Wir sind viel gelaufen, Fahrrad gefahren. Und das waren nicht die sichersten Schritte, die wir gemacht haben. Und alle anderen wussten auch nicht, ob sie ankommen. Aber sie waren gezwungen. Wurden nicht gezwungen, aber waren gezwungen, weil sie keine andere Chance hatten. Wenn die Wohnung weg ist, und alles weg ist was man sich jahrelang aufgebaut hat, oder was die Eltern jahrelang aufgebaut haben. Und den Kindern nichts davon \u00fcbrig geblieben ist und auch kein sicheres Leben da ist, was sollen sie denn machen? Keiner wird sagen, ich bin freiwillig hier hergekommen, \u00fcber diesen Weg den wir her gekommen sind.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section bg_color=&#187;#85b2bc&#187; full_width=&#187;true&#187; padding_top=&#187;0&#8243; padding_bottom=&#187;0&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column][vc_column_text el_class=&#187;vier-spalten-blocksatz&#187; css=&#187;.vc_custom_1601232642627{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]Und wenn man hier irgendwas macht und sich durch k\u00e4mpft, wenn ich sp\u00e4ter hier bleiben werde und hier mein Leben aufbauen werde, ist das nat\u00fcrlich auch was wichtiges f\u00fcr Deutschland, was wir hier tun. Nat\u00fcrlich auch f\u00fcr uns, f\u00fcr denjenigen selbst an erster Stelle, aber auch f\u00fcr die anderen.<br \/>\nRAFAEL: Und hast du den Eindruck, das sehen die Leute gar nicht?<br \/>\nRASHID: Ich hab ja bisher nur die negativen Sachen gesagt, nat\u00fcrlich gibt es auch Positives in Suhl. Ich kenne viele hier in Suhl, die positiv sind, alle lieb und nett sind. Ich hab auch in Suhl einen Minijob nebenbei gemacht, da waren die Mitarbeiter super lieb und nett. Einer hat mich sogar zu Weihnachten zu sich nach Hause eingeladen. Und sie haben gesagt: \u201eJa, das ist manchmal so, aber wir sind nicht alle so.\u201c Und das ist auch so, das sind nur die wenigsten die so negativ sind. Entweder haben sie nie so richtig geh\u00f6rt, warum wir da sind, oder warum reagieren sie einfach so? Es gibt nat\u00fcrlich viel mehr positive Menschen und Sachen, die ich hier in Suhl erlebt habe. Es gibt auch viele nette Menschen hier, die Hilfe anbieten, wenn man welche braucht. Auch durch meine Ausbildung ben\u00f6tige ich ab und zu Hilfe, wenn ich mal einen Praktikumshefter anfertigen muss oder als ich eine Belegarbeit geschrieben habe. Da habe ich auch Unterst\u00fctzung von netten Menschen bekommen, die mir dabei geholfen haben, das sprachlich gut abzugeben. Die sozialen Menschen, die guten Menschen sind nat\u00fcrlich viel mehr als die negativen, rassistischen Menschen in Suhl. Aber da unser Thema Diskriminierung ist, habe ich so viel von diesen Dingen erz\u00e4hlt. Und die wenigen negativen Erlebnisse haben auch eine gro\u00dfe Auswirkung auf das Leben.<br \/>\nRAFAEL: Ich wollte noch fragen; du hast ja eine eigene Wohnung, oder? War das einfach, die zu finden?<br \/>\nRASHID: Seit \u00fcber zwei Jahren hab ich eine eigene Wohnung. Vorher hab ich wie gesagt in Jugendwohngruppen gewohnt, da gibt es verschiedene hier in Suhl. Und jein, das war nicht so ganz einfach. Ich hab mich \u00fcberall gemeldet und so, aber das hat eine Weile gedauert. Einmal hat es nicht geklappt wegen dem BAf\u00f6G, das hat nicht ausgereicht als Einkommen f\u00fcr eine eigene Wohnung und die Schule. Die Schule, die ich besuche, ist auch eine private Fachschule, die muss man auch zahlen. Aber letztendlich haben wir eine \u201eJugendwohnung\u201c gefunden, wo das auch preislich gut gepasst hat, dass ich auch mit BAf\u00f6G klar komme.<br \/>\nRAFAEL: Und wie ist es im Haus mit den Nachbar*innen?<br \/>\nRASHID: Ja, bis jetzt ist es gut. Meine Nachbarn sind eigentlich alle gut. Es gibt nat\u00fcrlich auch Nachbarn, wo man \u201eGuten Tag\u201c sagt, und sie sich einfach umdrehen und gar nichts sagen. Mit denen hab ich auch nicht so viel zu tun, aber so ein \u201eGuten Tag\u201c w\u00fcrde auch nicht schaden. Naja, dann ist es halt so. Dann drehe ich mich auch rum. Aber ansonsten sind alle gut. Au\u00dferdem bin ich ja eigentlich alleine da und bin tags\u00fcber in der Schule. Wenn ich nach Hause komme wird was gekocht, gegessen, f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag in der Schule vorbereitet, Hausaufgaben gemacht. Dann geh ich wieder schlafen.<br \/>\nRAFAEL: Und du meintest, du hast auch deutsche Freunde?<br \/>\nRASHID: Ja, die hab ich auch. In der Schule hab ich Freunde, aber die kommen halt nicht zu mir, weil es sind halt M\u00e4dels, und die haben auch alle was zu tun. Also in meiner Ausbildung, die ich gerade mache, sind wir in der Klasse zurzeit achtzehn, und ich bin davon der einzige Mann. Manche arbeiten nach der Schule, einige haben Kinder. Deswegen treffe ich mich in meiner Freizeit meistens mit Landsleuten. Hier in Suhl kann man ja auch nicht so viel unternehmen. Einige Sachen kann man machen, aber so viel nicht. Wenn wir frei haben, besuchen wir uns eben gegenseitig. Aber in der Lautenbergschule wo ich zuerst war, da hatte ich auch Freunde, die in meinem Alter waren oder ein bisschen j\u00fcnger als ich. Nach der Schule haben wir uns getroffen, sind in der Stadt rum gelaufen. Damals war ich auch in der Jugendwohngruppe und hab dort auch ein paar mal Besuch bekommen von ihnen.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section bg_color=&#187;#85b2bc&#187; full_width=&#187;true&#187; padding_top=&#187;0&#8243; padding_bottom=&#187;0&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column][vc_column_text el_class=&#187;vier-spalten-blocksatz&#187; css=&#187;.vc_custom_1601232657632{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]Aber jetzt ist jeder irgendwo und macht irgendwas, verschiedene Ausbildungen oder Studium oder irgendwas. Jetzt ist es ein bisschen anders.<br \/>\nRAFAEL: Wie war das allgemein auf der Schule?<br \/>\nRASHID: Die ersten zwei Jahre waren f\u00fcr mich schwierig, weil ich bin ja mit 17 gekommen und hab gleich die neunte Klasse angefangen. Und ich war der \u00c4lteste in der Klasse, meine Freunde waren 15, manche auch 14. Und ich konnte gar kein Wort in Deutsch au\u00dfer \u201eGuten Tag\u201c und \u201eHallo\u201c und solche Grundkenntnisse. Ich wurde wirklich ins kalte Wasser geschmissen. Ich bin 2015 am 15.7. in der Jugendunterkunft angekommen und im August hat die Schule hat begonnen. Das fand ich auch gut, dass ich gleich dort war, auch wenn ich die Sprache nicht konnte. Weil ich war \u00fcberwiegend mit deutschen Kindern in der Schule, musste die ganze Zeit Deutsch h\u00f6ren. Und wenn man irgendwas sagen m\u00f6chte, muss man sich zusammenrei\u00dfen und irgendwie versuchen, das zu erkl\u00e4ren. Man hat ja keine andere Chance, dass jemand das \u00fcbersetzen k\u00f6nnte oder einen jemand in einer anderen Sprache verstehen k\u00f6nnte. Und meine Klassenlehrerin war auch eine wirklich super liebe nette Frau, eine gute Lehrerin. Bis jetzt hab ich ab und zu Kontakt, wir treffen uns ab und zu. Es war also wirklich cool. Aber es war auch schwierig f\u00fcr mich, auch sich mit den anderen Kindern zu befreunden hat ein bisschen gedauert. Ich wusste nicht: wenn ich auf die zugehe und irgendwas sage, werde ich ausgelacht? Vielleicht sage ich irgendwas falsches, vielleicht verstehen sie mich nicht? Am Anfang war es echt schwierig. Aber nach zwei Jahren hatte ich mittlerweile Freunde. Ich hab auch in der Schule keine rassistische Sachen erlebt. So was hab ich nicht mitbekommen, dass ich irgendwie benachteiligt worden w\u00e4re oder anders behandelt. Ich wurde von jedem akzeptiert, von allen Lehrern und Sch\u00fclern in meiner Klasse. Das war eigentlich eine gute Zeit. Und auch in der Kinderpflege-Schule waren alle Lehrer super nett und lieb, und die Sch\u00fcler genauso.<br \/>\nRAFAEL: Was hast du f\u00fcr W\u00fcnsche? Wenn du was erz\u00e4hlen willst.<br \/>\nRASHID: Ja, auf jeden Fall. Ich hab zwei Br\u00fcder und zwei Schwestern und Mama und Papa und bis letztes Jahr waren wir in drei L\u00e4ndern verteilt. Eine kleine Familie \u2013 also in Deutschland eine gro\u00dfe Familie. Sieben Leute in einer Familie auf drei L\u00e4nder verteilt, und k\u00f6nnen sich nicht treffen und besuchen, nur \u00fcber Messenger kommunizieren. Ich hab \u00fcber sechs Jahre meine Eltern nicht gesehen, die w\u00fcrde ich gerne sehen. Meine Br\u00fcder hab ich auch erst letztes Jahr gesehen, die zwei sind mittlerweile hier. Aber wir sind trotzdem eine Familie in zwei L\u00e4ndern. Meine Eltern sind noch mit meinen Schwestern in Syrien, und ich mit meinen Br\u00fcdern hier. Ein Traum ist, bald meine Familie zu sehen, entweder hier, oder wenigstens zu Besuch. Das geht ja auch nicht, dass man die besuchen kann. Sechs Jahre ohne Eltern zu leben ist nicht das beste, was sich jemand w\u00fcnscht. Als 17-j\u00e4hriger ohne Eltern zum ersten mal ist nat\u00fcrlich auch hart. Hier ankommen und neue Sprache, neue Menschen, neue Kultur, neues Leben. Alles von Null zu beginnen ist auch nicht einfach. Was man hier aufgebaut hat, mit solchen Spr\u00fcchen noch mal kaputt zu machen &#8230; Also die k\u00f6nnen das nicht kaputt machen, aber das st\u00f6rt einen ja trotzdem. Du machst hier was und machst dein Ding, und dann kommen solche Leute, es werden Vorw\u00fcrfe gemacht, du wirst beobachtet aufgrund deiner Hautfarbe, aufgrund deines Aussehens. Wenn die Leute nochmal dr\u00fcber nachdenken, wie sie sich an unserer Stelle f\u00fchlen w\u00fcrden \u2013 wenn sie die ganze Zeit von Mitarbeitern beobachtet w\u00fcrden, wie h\u00e4tten sie sich denn gef\u00fchlt? Das will ja sicher keiner.<br \/>\nAber ich w\u00fcnsche mir, dass meine Familie her k\u00e4me, und wir endlich mal zusammenleben k\u00f6nnten irgendwann. Vor allem dass die zwei kleinen Schwestern dann auch was aus ihrem Leben machen k\u00f6nnen. Die sind gerade 10 und 11, und k\u00f6nnen auch nichts daf\u00fcr, dass es so ist. Sie haben noch nichts gesehen. Haben keine Schule besucht. Haben vier mal die erste Klasse anfangen m\u00fcssen. Dass die dann auch irgendwas aus sich machen! Ein besseres Leben haben, Bildung haben, ein sicheres Leben haben \u2013 es geht ja nicht nur um Geld.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section bg_color=&#187;#85b2bc&#187; full_width=&#187;true&#187; padding_top=&#187;0&#8243; padding_bottom=&#187;0&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column][vc_column_text el_class=&#187;vier-spalten-blocksatz&#187; css=&#187;.vc_custom_1601232298494{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]RASHID: Ja, in Suhl f\u00fchl ich mich eigentlich schon sicher. Ich hab auch mit keinem Probleme. Was hei\u00dft Probleme. Ich bin jemand, der sein Ding macht. Warum sollte ich mit anderen Probleme haben. Nat\u00fcrlich h\u00f6rt man auch manchmal Spr\u00fcche. Anfang 2016 war ich mal mit meinem Cousin, mit dem ich hier hergekommen bin, beim Kaufland. Als wir raus kamen, standen ein paar M\u00e4nner da herum, haben ihr Bier getrunken und uns hinterher gerufen: \u201eJa, ihr Fl\u00fcchtlinge kommt hier her und nehmt Hartz IV und macht nix.\u201c Wo ich mir dachte: \u201eUnd was machst du denn hier? Du bist gesund und stehst hier rum und trinkst Bier und beleidigst andere Leute?\u201c Naja, das sind halt solche Menschen. Auch bei Facebook wird manchmal so was in der Suhler Gruppe gepostet: \u201eSeht mal die Fl\u00fcchtlinge, was die machen.\u201c Das wird immer diskutiert, und es gibt hunderte Kommentare. Nat\u00fcrlich sind nicht alle negativ, es sind auch positive dabei. Aber wenn man die negativen liest \u2026 Man kann echt nicht sagen, dass alle Fl\u00fcchtlinge die hier hergekommen sind kriminell w\u00e4ren, oder dass alle einfach hier zum Hartz IV empfangen da sind und nicht arbeiten wollen. Ich denke mir, seitdem ich da bin, hab ich noch nie einen Tag rum gesessen und mir gesagt: ich werde nichts machen. Seitdem ich hier bin, war ich in der neunten Klasse, dann in der zehnten Klasse, dann zwei Jahre Kinderpfleger und jetzt Erzieher. Und in meinem Freundeskreis, das sind meistens auch meine Landsleute, machen neunzig Prozent irgendwas \u2013 entweder sie arbeiten oder gehen zur Schule oder machen eine Ausbildung oder sonst irgendwas. Die, die auch nicht zur Schule gehen oder nicht zu Sprachkursen gehen oder keine Ausbildung machen, die arbeiten bei Zeitarbeitsfirmen. Haben sich irgendeinen Job gesucht und machen das. Und die anderen zehn Prozent haben entweder keine Chance oder haben die Voraussetzungen nicht erf\u00fcllt um was zu machen, oder manche k\u00f6nnen das nicht wegen Krankheiten oder \u00e4hnlichem. Bei vielen hat es beim ersten Mal nicht geklappt, die m\u00fcssen dann ein Jahr aussetzen, m\u00fcssen was nachholen. M\u00fcssen irgendwas machen, bis sie den entsprechenden Abschluss haben, um was anzufangen. Die Fl\u00fcchtlinge, die zur Zeit Hartz-IV-Empf\u00e4nger sind, k\u00f6nnen ja nicht arbeiten. Ein Freund von mir hat Sprachkurse gemacht und alles und wollte auch letztes Jahr seine Ausbildung beginnen. Aber aufgrund fehlender Kenntnisse wurde ihm gesagt, er m\u00fcsse noch warten bis n\u00e4chstes Jahr. Vorher hat er schon auf seine Zeugnisse warten m\u00fcssen, bis die gekommen sind. Nat\u00fcrlich gibt es auch Leute, die rum sitzen und nichts machen wollen. Aber das sind die wenigsten. Und manche k\u00f6nnen auch nichts machen, weil sie mit der Sprache nicht klar kommen. Sie haben was erlebt, was sie die ganze Zeit besch\u00e4ftigt, so dass sie nicht die Sprache lernen k\u00f6nnen. Da sind Leute, die aus Kriegsgebieten kommen, die was erlebt haben, was sich die Leute hier gar nicht vorstellen k\u00f6nnen. Nat\u00fcrlich will auch kein deutsches Kind \u2013 und die Eltern w\u00fcrden es auch nicht erlauben \u2013 auf ein Boot gehen, mit vierzig Leuten \u00fcber das Meer in ein anderes Land gehen, ohne Sicherheitsma\u00dfnahmen. Einfach auf ein Boot steigen, und man wei\u00df nicht, ob man ankommt oder nicht. Man steigt ein, und einer f\u00e4hrt, und der ist auch kein Profi, sondern einfach einer der mit kommen will. Bei mir war es so: Als wir ins Boot eingestiegen sind, wurde gesagt, das w\u00fcrde maximal 45 Minuten dauern, normalerweise 30 Minuten. Aber nach vier Stunden im Boot waren wir immer noch nicht an unserem Ziel angekommen und mussten in so einem Waldst\u00fcck aussteigen. Das war eine griechische Insel, im Wald sind wir ausgestiegen, sind wieder vier Stunden gelaufen, bis wir in der Stadt angekommen sind. Quasi acht Stunden statt 45 Minuten. Das sind ja solche Sachen, mit denen man umgehen muss. Wir sind viel gelaufen, Fahrrad gefahren. Und das waren nicht die sichersten Schritte, die wir gemacht haben. Und alle anderen wussten auch nicht, ob sie ankommen. Aber sie waren gezwungen. Wurden nicht gezwungen, aber waren gezwungen, weil sie keine andere Chance hatten. Wenn die Wohnung weg ist, und alles weg ist was man sich jahrelang aufgebaut hat, oder was die Eltern jahrelang aufgebaut haben. Und den Kindern nichts davon \u00fcbrig geblieben ist und auch kein sicheres Leben da ist, was sollen sie denn machen? Keiner wird sagen, ich bin freiwillig hier hergekommen, \u00fcber diesen Weg den wir her gekommen sind. Und wenn man hier irgendwas macht und sich durch[\/vc_column_text][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section bg_color=&#187;#85b2bc&#187; full_width=&#187;true&#187; padding_top=&#187;0&#8243; padding_bottom=&#187;0&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column][vc_column_text el_class=&#187;vier-spalten-blocksatz&#187; css=&#187;.vc_custom_1601232671135{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]Wenn man sicher ist und mit der Familie ist, das ist das gr\u00f6\u00dfte Gl\u00fcck und der gr\u00f6\u00dfte Schatz, den man haben kann.<br \/>\nUnd mein Traum ist auch, meine Ausbildung zu absolvieren und vielleicht auch mit Fachhochschulreife, damit ich sp\u00e4ter auch mal studieren kann, wenn ich das will. Aber erst mal w\u00fcnsche ich mir, die Ausbildung zu beenden. Und dass ich dann eine gute Arbeitsstelle bekomme, wo ich auch mein gutes Geld verdienen kann, und auch anderen Leuten helfen kann. Das ist auch so ein Beruf, wo ich wieder zur\u00fcck geben will. Ich war ja als Minderj\u00e4hriger hier und hab auch viel Unterst\u00fctzung bekommen, wurde von vielen Erziehern betreut. Ohne die w\u00e4ren wir auch nicht hier, wo wir jetzt sind, uns wurde viel geholfen. Und ich m\u00f6chte das dann auch irgendwie zur\u00fcckgeben und vielleicht auch mehr geben, was ich kann. Anderen helfen und sie unterst\u00fctzen, dass sie dann auch ein besseres Leben haben. Weil nicht jedem, der in Deutschland ist, geht es gut, oder der ist gl\u00fccklich. Es gibt in Familien immer Probleme. Immer Kinder, die leider betroffen sind und noch mal auf Unterst\u00fctzung von anderen angewiesen sind. Und ich bin ja auch mehrsprachig, und k\u00f6nnte auch in einer Einrichtung arbeiten, wo Kinder mit Migrationshintergrund sind, und die unterst\u00fctzen in allen Bereichen, die ich kann und noch lernen werde. Damit die das beste aus ihrem Leben machen, so wie wir unterst\u00fctzt wurden.<br \/>\nIch m\u00f6chte auch jedem der in seinem Leben noch was anfangen m\u00f6chte raten, nicht auf solche negativen Argumente und Menschen zu h\u00f6ren. Macht eure Sachen und ihr werdet das schaffen. Die Positiven sind viel viel mehr als die Negativen \u2013 Menschen und Argumente. Wenn man sich irgendwas vor nimmt und erreichen will, dann erreicht man das auch. Wenn man Unterst\u00fctzung und Hilfe sucht, dann findet man auch gute Menschen, die einem helfen. Also einfach dran bleiben, machen was man will. Und immer positiv denken. Versuche, das Negative in Positives zu verwandeln. In der Erzieher-Ausbildung wird gesagt: \u201eT\u00f6te denjenigen mit einem L\u00e4cheln.\u201c Hat jemand dich beleidigt, einfach ihm ins Gesicht l\u00e4cheln und denjenigen lassen. Lass den mal sagen, was er alles drauf hat als Beleidigung. Der wird auch nicht viel damit erreichen.[\/vc_column_text][mk_padding_divider size=&#187;80&#8243;][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section full_width=&#187;true&#187; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column width=&#187;1\/12&#8243; offset=&#187;vc_col-lg-2 vc_col-md-1 vc_hidden-sm vc_hidden-xs&#187;][\/vc_column][vc_column offset=&#187;vc_col-lg-8 vc_col-md-10 vc_col-xs-12&#8243;][vc_column_text css=&#187;.vc_custom_1694083291036{margin-top: 80px !important;margin-bottom: 0px !important;}&#187;]\n<h4>&nbsp;<a href=\"https:\/\/unofficial.pictures\/release\/schubladendenken\/\">Ausstellung \u00bbSchubladendenken\u00ab<\/a><\/h4>\n[\/vc_column_text][vc_single_image image=&#187;3278&#8243; img_size=&#187;full&#187;][\/vc_column][vc_column width=&#187;1\/12&#8243; offset=&#187;vc_col-lg-2 vc_col-md-1 vc_hidden-sm vc_hidden-xs&#187;][\/vc_column][\/mk_page_section]","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u0418\u0437\u0432\u0438\u043d\u0438\u0442\u0435, \u044d\u0442\u043e\u0442 \u0442\u0435\u043a\u0441\u0442 \u0434\u043e\u0441\u0442\u0443\u043f\u0435\u043d \u0442\u043e\u043b\u044c\u043a\u043e \u043d\u0430 &ldquo;Deutsch&rdquo;.[mk_page_section padding_top=&#187;0&#8243; padding_bottom=&#187;0&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column][mk_padding_divider size=&#187;80&#8243;][vc_btn title=&#187;zur\u00fcck zur Ausstellung&#187; style=&#187;classic&#187; shape=&#187;square&#187; color=&#187;default&#187; link=&#187;url:https%3A%2F%2Funofficial.pictures%2Fschubladendenken%2F|title:%5B%3Ade%5DAusstellung%20%C2%BBSchubladendenken%C2%AB%5B%3A%5D&#187; el_class=&#187;button-back-to-the-exhibition&#187;][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section bg_color=&#187;#85b2bc&#187; full_width=&#187;true&#187; padding_top=&#187;0&#8243; padding_bottom=&#187;0&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column][mk_padding_divider size=&#187;80&#8243;][vc_column_text el_class=&#187;vier-spalten-blocksatz&#187; css=&#187;.vc_custom_1601232977667{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]RASHID: Ich bin Rashid, bin 22 Jahre alt, und komme aus Syrien. 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