{"id":3017,"date":"2023-02-17T16:13:47","date_gmt":"2023-02-17T15:13:47","guid":{"rendered":"https:\/\/unofficial.pictures\/?page_id=3017"},"modified":"2024-05-24T18:41:33","modified_gmt":"2024-05-24T16:41:33","slug":"komplex-heimat","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/unofficial.pictures\/ru\/komplex-heimat\/","title":{"rendered":"(Deutsch) Komplex : Heimat"},"content":{"rendered":"<p class=\"qtranxs-available-languages-message qtranxs-available-languages-message-ru\">\u0418\u0437\u0432\u0438\u043d\u0438\u0442\u0435, \u044d\u0442\u043e\u0442 \u0442\u0435\u043a\u0441\u0442 \u0434\u043e\u0441\u0442\u0443\u043f\u0435\u043d \u0442\u043e\u043b\u044c\u043a\u043e \u043d\u0430 &ldquo;<a href=\"https:\/\/unofficial.pictures\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3017\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-de\" title=\"Deutsch\">Deutsch<\/a>&rdquo; \u0438 &ldquo;<a href=\"https:\/\/unofficial.pictures\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3017\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-en\" title=\"English\">English<\/a>&rdquo;.<\/p><div class=\"wpb-content-wrapper\">[mk_page_section bg_image=&#187;https:\/\/unofficial.pictures\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/friederbickhardt_voelkerschlacht-bei-leipzig-2021-1.jpg&#187; bg_position=&#187;center bottom&#187; bg_repeat=&#187;no-repeat&#187; bg_stretch=&#187;true&#187; min_height=&#187;726&#8243; full_height=&#187;true&#187; padding_top=&#187;40&#8243; padding_bottom=&#187;40&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column][mk_fancy_title strip_tags=&#187;true&#187; tag_name=&#187;h1&#8243; color=&#187;#ffffff&#187; size=&#187;70&#8243; font_weight=&#187;bold&#187; txt_transform=&#187;none&#187; letter_spacing=&#187;2&#8243; font_family=&#187;none&#187; align=&#187;center&#187;]Komplex : Heimat[\/mk_fancy_title][mk_padding_divider size=&#187;122&#8243;][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section bg_color=&#187;#262626&#8243; bg_position=&#187;center center&#187; bg_repeat=&#187;no-repeat&#187; bg_stretch=&#187;true&#187; min_height=&#187;1000&#8243; full_width=&#187;true&#187; js_vertical_centered=&#187;true&#187; padding_top=&#187;0&#8243; el_class=&#187;color-white&#187; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column visibility=&#187;hidden-nb&#187; width=&#187;1\/12&#8243;][\/vc_column][vc_column width=&#187;2\/3&#8243; css=&#187;.vc_custom_1679325780086{padding-top: 20px !important;}&#187; offset=&#187;vc_col-lg-6 vc_col-xs-12&#8243;][vc_column_text css=&#187;.vc_custom_1677064286531{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]<em>V\u00f6lkerschlacht bei Leipzig, Markkleeberg 2021.<\/em>[\/vc_column_text][mk_padding_divider size=&#187;122&#8243;][vc_column_text css=&#187;.vc_custom_1677064781665{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]\u201eWir Sachsen, wir sind helle, das wei\u00df die ganze Welt! Und sind wir mal nicht helle, dann haben wir uns verstellt\u201c, so sagt ein altes s\u00e4chsisches Sprichwort. Seit seiner Kindheit wundert sich der Fotograf Frieder Bickhardt \u00fcber die Idee, dass \u201edie Sachsen\u201c etwas besonderes w\u00e4ren. Denn nicht nur in gereimten Spr\u00fcchen geht es darum, auch die Politik nutzt diesen Lokalstolz in ihren Botschaften, wie Kurt Biedenkopf im Jahr 2000 mit seiner viel kritisierten Behauptung, die Sachsen seien immun gegen Rechtsextremismus. Im Rest von Deutschland gibt es dagegen oft negative Vorstellungen, wie \u201edie Sachsen\u201c so w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Woher kommt diese auch heute noch verbreitete Vorstellung, die Sachsen w\u00e4ren anders oder gar besser? Warum braucht es das? Was bedeutet es f\u00fcr das Zusammenleben, wenn wir uns immer wieder von \u201eden Anderen\u201c abgrenzen? Wer ist beteiligt an der Konstruktion von s\u00e4chsischen Identit\u00e4ten?<\/p>\n<p>Mit diesen Fragen und einer Gro\u00dfformatkamera im Gep\u00e4ck hat sich Frieder Bickhardt immer wieder auf den Weg gemacht. Die Fotografie wird dabei zum Werkzeug f\u00fcr die eigene Auseinandersetzung, gleichzeitig kann er so seine Beobachtungen zeigen und zum Gespr\u00e4ch einladen. Nach gr\u00fcndlicher Recherche, mit ruhigen Blick vom Stativ hat er auf gro\u00dfen analogen Abz\u00fcgen ganz verschiedene Orte, Szenen und Ereignisse in Sachsen fotografisch fest gehalten. Es sind Orte, an denen etwas passiert ist und immer noch passiert. Etwas, das f\u00fcr viele Teil \u201es\u00e4chsischer\u201c Identit\u00e4t ist und werden kann.<\/p>\n<p>Viel geht es dabei um Erinnerung an Geschichte, wie bei den Trauerkr\u00e4nzen f\u00fcr die Kriegsgefangenen der Wehrmacht in Zeithain oder bei der rekonstruierten Frauenkirche. Neben solchen eher \u201estummen\u201c Gesten und Orten sind auch Rituale wie eine Osterprozession der Sorben zu sehen oder gar eine mehrt\u00e4gige Nachstellung der V\u00f6lkerschlacht bei Leipzig. Durch die von Frieder Bickhardt vorgenommene Zusammenstellung dieser identit\u00e4tsstiftenden Handlungen kommt unweigerlich die Frage auf, wer hier in welcher unbewussten oder bewussten Absicht handelt. Dass keine Form des Erinnerns neutral ist, wird vielleicht besonders deutlich am Bild der Blumen und Trauerbeigaben f\u00fcr das Opfer einer Messerstecherei in Chemnitz im September 2018. Innerhalb weniger Tage gab es eine massive ausl\u00e4nderfeindliche Mobilisierung mit Hetzjagden, deutschlandweite politische Diskussionen und das auf einem anderen Foto abgebildete gro\u00dfe Konzert als Gegenveranstaltung. Der daf\u00fcr genutzte Hashtag #wirsindmehr verweist bereits darauf, dass auch hier um Identit\u00e4t gerungen wird. Auf einem anderen Bild ist eine leere Wiese in der Fr\u00fchlingsstra\u00dfe in Zwickau zu sehen \u2013 die Stelle, wo Beate Zsch\u00e4pe ihr Wohnhaus sprengte. Das Foto wirft die Frage auf, wie eine Stadt damit leben kann und es in ihre lokale Identit\u00e4t integriert, dass jahrelang eine Terrorgruppe sich hier verstecken konnte. Auch f\u00fcr die antifaschistische Bewegung aus Sachsen ist diese Frage zum eigenen Bezugspunkt geworden.<\/p>\n<p>Neben diesen politisch aufgeladenen Ereignissen zeigt Frieder Bickhardt aber auch Natur. Auf einem Bild sehen wir beispielsweise einen Wald in der S\u00e4chsischen Schweiz \u2013 identit\u00e4tsstiftender Ausflugsort f\u00fcr viele Sachsen. Erst auf den zweiten Blick wird sichtbar, dass hier ein Waldbrand gew\u00fctet hat, der zum Gl\u00fcck vor der ganz gro\u00dfen Katastrophe gel\u00f6scht werden konnte. Am Ende legt die Ausstellung auch nahe, die vielen Umbr\u00fcche nicht nur als Bedrohung f\u00fcr \u201edie s\u00e4chsische Identit\u00e4t\u201c wahrzunehmen. Eine Aufnahme aus Hoyerswerda zeigt Flamingos im Zoo gleich hinter dem Schloss. Sie scheinen sich hier wohl zu f\u00fchlen \u2013 auch wenn wohl kaum jemand sagen w\u00fcrde, dass sie zu Sachsen geh\u00f6ren. Sie sind einfach da.<\/p>\n<p>Die Ausstellung ist nun erstmals \u00f6ffentlich zu sehen \u2013 vom 17. M\u00e4rz bis 17. April zu den regul\u00e4ren \u00d6ffnungszeiten im <a href=\"https:\/\/museum-hy.de\/veranstaltungen\/komplex-heimat-neue-sonderausstellung-des-unofficial-pictures-e-v-aus-leipzig\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schloss und Stadtmuseum Hoyerswerda<\/a>. Zur Vernissage am 16. M\u00e4rz um 19 Uhr sind alle Interessierten herzlich eingeladen.<\/p>\n<p>Die Ausstellung ist eine Produktion von unofficial.pictures. Bereits bei dem Gemeinschaftsprojekt \u201eNeue Sichten f\u00fcr Hoyerswerda\u201c haben wir mit dem Fotostammtisch der Kulturfabrik und dem Schloss und Stadtmuseum kooperiert. Das Projekt wird gef\u00f6rdert von der Kulturstiftung des Freistaats Sachsen und war 2022 Preistr\u00e4ger beim simul+ Mitmachfonds im Modul ReWIR.[\/vc_column_text][vc_single_image image=&#187;3036&#8243; img_size=&#187;600&#215;137&#8243; onclick=&#187;custom_link&#187; img_link_target=&#187;_blank&#187; link=&#187;https:\/\/www.kdfs.de\/&#187;][\/vc_column][vc_column visibility=&#187;hidden-nb&#187; width=&#187;1\/6&#8243;][\/vc_column][vc_column width=&#187;1\/3&#8243; css=&#187;.vc_custom_1679325773652{padding-top: 20px !important;}&#187; offset=&#187;vc_col-lg-2 vc_col-xs-12&#8243;][mk_padding_divider size=&#187;39&#8243;][mk_fancy_title strip_tags=&#187;true&#187; tag_name=&#187;h3&#8243; size=&#187;32&#8243; font_family=&#187;none&#187;]Ausstellungen[\/mk_fancy_title][vc_column_text css=&#187;.vc_custom_1716568760327{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]<strong>31.05.2024 &#8212; 16.06.2024<\/strong><br \/>\nVernissage am 31.05.2024 um 19 Uhr<br \/>\nHistorischer Wartesaal<br \/>\nHauptbahnhof Leipzig<br \/>\nim Rahmen des<a href=\"https:\/\/fstop-leipzig.de\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> f\/stop Festivals f\u00fcr Fotografie<\/a>[\/vc_column_text][vc_column_text css=&#187;.vc_custom_1716568768761{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]<strong>16.03.2023 &#8212; 17.04.2023<\/strong><br \/>\nVernissage am 16.03.2023 um 19 Uhr<br \/>\n<a href=\"https:\/\/museum-hy.de\/veranstaltungen\/komplex-heimat-neue-sonderausstellung-des-unofficial-pictures-e-v-aus-leipzig\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schloss &amp; Stadtmuseum Hoyerswerda<\/a><br \/>\nSchlossplatz 1<br \/>\n02977 Hoyerswerda[\/vc_column_text][mk_padding_divider][mk_fancy_title strip_tags=&#187;true&#187; tag_name=&#187;h3&#8243; size=&#187;32&#8243; font_family=&#187;none&#187;]Handabz\u00fcge[\/mk_fancy_title][vc_column_text css=&#187;.vc_custom_1679325282980{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]Wer unsere Arbeit unterst\u00fctzen m\u00f6chte, kann auch die in Auflage 2 (plus 1 Artist&#8217;s Proof) hergestellten analogen C-Prints aus dem Projekt im Format 80&#215;100 cm auf Alu-Dibond erwerben.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/unofficial.pictures\/contact\/\">Kontaktiere<\/a> uns bei Interesse.[\/vc_column_text][vc_column_text el_class=&#187;color-black&#187; css=&#187;.vc_custom_1676646274086{margin-bottom: 0px !important;}&#187;][\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column visibility=&#187;hidden-nb&#187; width=&#187;1\/12&#8243;][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section min_height=&#187;0&#8243; padding_top=&#187;50&#8243; padding_bottom=&#187;0&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column][mk_fancy_title strip_tags=&#187;true&#187; tag_name=&#187;h3&#8243; size=&#187;32&#8243; font_family=&#187;none&#187;]Fotografien und Bildtexte[\/mk_fancy_title][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section padding_top=&#187;50&#8243; padding_bottom=&#187;50&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column width=&#187;1\/3&#8243;][vc_single_image image=&#187;3073&#8243; img_size=&#187;540&#215;432&#8243; onclick=&#187;link_image&#187;][\/vc_column][vc_column width=&#187;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#187;.vc_custom_1679325509015{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]<strong>Flamingos, Hoyerswerda, 2021<\/strong><br \/>\nFlamingos leben in der freien Natur in tropisch warmen Gebieten in Afrika, S\u00fcd- und Mittelamerika, Asien, S\u00fcdfrankreich, Spanien und Sardinien. Die rosafarbenen V\u00f6gel leben in riesigen Gruppen von bis zu zehntausend Tieren.<br \/>\nDer Zoo in Hoyerwerda entstand in den 1950er Jahren. In den 1970er und 80er Jahren kamen sogenannte exotische Tiere in den Zoo. 1979 wurden beispielsweise 16 Flamingos aus dem Zoo Dresden nach Hoyerswerda gebracht. 2021 wurden die Rosaflamingos wegen dem geplanten Bau eines zweiten Treppenhauses am benachbarten Schloss Hoyerswerda nach Augsburg abgegeben. Nach Abschluss der Bauarbeiten sollen hier Chileflamingos einziehen.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section padding_top=&#187;50&#8243; padding_bottom=&#187;50&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column width=&#187;1\/3&#8243;][vc_single_image image=&#187;3086&#8243; img_size=&#187;540&#215;432&#8243; onclick=&#187;link_image&#187;][\/vc_column][vc_column width=&#187;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#187;.vc_custom_1679325872193{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]<strong>Der Saal, Oberlandesgericht Dresden, 2022<\/strong><br \/>\nAls 2017 der Prozess gegen die rechtsextreme \u201eGruppe Freital\u201c beginnen sollte, die f\u00fcr f\u00fcnf fremdenfeindliche oder politisch motivierte Anschl\u00e4ge verantwortlich gemacht wurde, suchte die s\u00e4chsische Justiz \u00fcber Monate nach geeigneten R\u00e4umlichkeiten f\u00fcr einen der gr\u00f6\u00dften Strafprozesse, die es in Sachsen je gegeben hatte.<br \/>\nAls Interimsl\u00f6sung wurde ein eigentlich als Speisesaal einer Dresdner Erstaufnahmeeinrichtung f\u00fcr Asylsuchende geplantes Geb\u00e4ude umgeplant und f\u00fcr 5,5 Millionen Euro zum Gerichtssaal umgebaut.<br \/>\nAktuell laufen zwei Gerichtsverfahren in diesem Saal, denen ebenfalls eine gro\u00dfe Bedeutung zugemessen wird.<br \/>\nZum einen der Prozess gegen Lina E. und gegen weitere Angeklagte wegen angeblicher Gr\u00fcndung einer linksterroristischen Vereinigung. Ihnen wird vorgeworfen, Rechtsextreme und Neonazis in Wurzen und Eisenach angegriffen zu haben. Das Verfahren beruht auf Ermittlungen der Sonderkommission (SoKo) LinX des s\u00e4chsischen Landeskriminalamtes, welches 2019 gegr\u00fcndet wurde.<br \/>\nAnfang M\u00e4rz 2023 legte die Bundesstaatsanwaltschaft in dem Verfahren einen neuen Beweis vor, der ein Alibi eines Mitangeklagten entkr\u00e4ften sollte: Dieser hatte f\u00fcr die Tatzeit ein Alibi bis 22:48 in Leipzig, jedoch versuchte man durch eine eigens durchgef\u00fchrten Testfahrt mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 145 km\/h und 214 km\/h in der Spitze zu beweisen, dass er trotzdem rechtzeitig am Tatort h\u00e4tte gewesen sein k\u00f6nnen. Das Verfahren l\u00e4uft seit mehr als 550 Tagen. Der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Dresden strebt eine Urteilsverk\u00fcndung vor Ostern 2023 an.<br \/>\nDie Soko LinX wird oft f\u00fcr eine einseitige und politisch motiviert wirkende Polizeiarbeit kritisiert. Erst seit Anfang letzten Jahres fokussiert sie sich nun nur noch auf schwere politisch motivierte Straftaten, wie z.B. Gewaltverbrechen. Minder schwere Staftaten, wie Graffitivandalismus \u00fcberl\u00e4sst sie seitdem den \u00f6rtlichen Polizeidirektionen. Die SoKo ReX, fokusiert auf rechtsextreme Straftaten, arbeitet bereits seit ihrer Gr\u00fcndung so.<br \/>\nEin weiterer Prozess in dem Saal l\u00e4uft gegen Mitglieder des sogenannten Remmo-Clans. Ihnen wird vorgeworfen, einen bedeutenden Teil der Schmuck- und Juwelensammlung von August dem Starken aus dem Gr\u00fcnen Gew\u00f6lbe des Residenzschlosses in Dresden gestohlen zu haben. Am Tag nach dem Einbruch besuchte Ministerpr\u00e4sident Kretschmer den Tatort und \u00e4u\u00dferte seine Betroffenheit. Dabei verwies er auf die Bedeutung der Kunstsammlung im Gr\u00fcnen Gew\u00f6lbe: \u201eDas ist Sachsen. Das ist unsere Identit\u00e4t.\u201c Er betonte, nicht nur die S\u00e4chsischen Staatlichen Kunstsammlungen w\u00e4ren bestohlen worden, \u201esondern die Sachsen insgesamt\u201c. Der Geldwert der Kunstobjekte und 21 Schmuckst\u00fccke mit insgesamt 4300 Diamanten konnte schwer beziffert werden, da vergleichbare Objekte nicht frei gehandelt werden. Der Versicherungswert lag aber mindestens bei 113,8 Millionen Euro. Im Dezember 2022 \u00fcbergaben Mitglieder des Remmo-Clans einen Gro\u00dfteil des gestohlenen \u201eSachsenschatzes\u201c \u00fcber Anw\u00e4lte an die S\u00e4chsische Polizei. Im Januar 2023 legten zwei Angeklagte umfassende Gest\u00e4ndnisse ab. Ihnen war zuvor eine auf f\u00fcnf bis sechsdreiviertel Jahre begrenzte Freiheitsstrafe angeboten worden.<br \/>\nDie Berliner Morgenpost betitelte ihren Artikel zum Prozess am Dresdner Landgericht: \u201eDie Gier der Clans nach Gold\u201c. Laut einer Untersuchung der Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin wurde zwischen 2010 und 2020 in deutschen Medien ausschlie\u00dflich negativ und kriminalisierend \u00fcber \u201eArabische Clans\u201c berichtet. Das BKA sch\u00e4tzte 2015 das \u201ePersonenpotenzial\u201c von Clan-Familien auf 200.000 Familienmitglieder, was in vielen Medienberichten aufgegriffen wurde. Tats\u00e4chlich wird dadurch keinerlei Aussage dar\u00fcber getroffen, wieviele dieser Menschen kriminell sind und wieviele demgegen\u00fcber ein nicht-kriminelles Leben in Deutschland f\u00fchren. Der Autor Mohamed Amjahid schlug 2023 in einem Artikel vor, den Begriff \u201eClankriminalit\u00e4t\u201c f\u00fcr deutsche Wirtschaftskriminelle zu benutzen, die beispielsweise von der Treuhand Betriebe und Immobilien quasi kostenlos erhalten und sp\u00e4ter ruiniert haben.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section padding_top=&#187;50&#8243; padding_bottom=&#187;50&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column width=&#187;1\/3&#8243;][vc_single_image image=&#187;3088&#8243; img_size=&#187;540&#215;432&#8243; onclick=&#187;link_image&#187;][\/vc_column][vc_column width=&#187;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#187;.vc_custom_1679326038010{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]<strong>Osterprozession, bei Strohsch\u00fctz in der Oberlausitz, 2022<\/strong><br \/>\nDie Tradition des Osterreitens besteht seit dem Ende des 15. Jahrhunderts. Jedes Jahr besuchen die Osterreiter-Gruppen mit ihrer Prozession weitere sorbische katholische Gemeinden, um die Botschaft von der Auferstehung Christi zu \u00fcberbringen. Auf dem Weg werden sorbische Kirchenlieder gesungen und Gebete gesprochen. Am Ostersonntag 2022 nahmen ca. 1.600 Reiter an zehn Prozessionen teil.<br \/>\nEnstanden ist der Brauch aus einem vorchristlichen Fruchtbarkeitsritual f\u00fcr die Ernte. Heute wird weiterhin f\u00fcr ein gutes Wachstum der Saat gebetet. In Bautzen pausierte die Tradition der Sorben zu DDR-Zeiten und wurde 1993 wiederaufgenommen.<br \/>\nSorben sind als ethnische und nationale Minderheit in Deutschland, Sachsen und Brandenburg anerkannt und werden dementsprechend gef\u00f6rdert. Slawischsprachige Menschen siedelten sich im 6. Jahrhundert zwischen Oder und Elbe an. Heute gibt es ca. 60.000 Menschen, die sich als sorbisch identifizieren, ca. 30.000 Menschen sprechen Ober- oder Niedersorbisch oder einen anderen sogenannten \u00dcbergangsdialekt. Seit 2014 sind sorbischen Br\u00e4uche in das Bundesweite Verzeichnis immateriellen Kulturerbes der UNESCO eingetragen worden.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section padding_top=&#187;50&#8243; padding_bottom=&#187;50&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column width=&#187;1\/3&#8243;][vc_single_image image=&#187;3074&#8243; img_size=&#187;540&#215;432&#8243; onclick=&#187;link_image&#187;][\/vc_column][vc_column width=&#187;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#187;.vc_custom_1679326069883{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]<strong>Hanau ist \u00fcberall, Leipzig, 2022<\/strong><br \/>\nAm 19. Februar 2019 wurden in Hanau G\u00f6khan G\u00fcltekin, Sedat G\u00fcrb\u00fcz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtovi\u0107, Vili Viorel P\u0103un, Fatih Sara\u00e7o\u011flu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov aus rassistischen Motiven erschossen. Die Angeh\u00f6rigen und deren Unterst\u00fctzer*innen fordern seitdem eine umfassende Aufkl\u00e4rung der Morde. Die bisherige Recherche zeigt, dass Mitglieder der in der Mordnacht diensthabenden SEK-Einheit teilweise einer rechten Gruppierung angeh\u00f6rten. Notrufe wurden in der Mordnacht nicht beantwortet. Der M\u00f6rder war der Polizei bereits vor der Tat bekannt. Insgesamt verst\u00e4rken die Recherchen den Eindruck, dass die rassistischen Morde in Hanau h\u00e4tten verhindert werden k\u00f6nnen.<br \/>\nAuch drei Jahre nach dem Anschlag erinnerten Menschen deutschlandweit an die Ereignisse. In Leipzig gestalteten 2022 vor allem Menschen, die selbst von Rassismus betroffen sind, die Kundgebung. Neben der Trauer ging es auch um die Sichtbarkeit von Alltagsrassismus und dessen Verschr\u00e4nkung zu rassistischer Gewalt.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section padding_top=&#187;50&#8243; padding_bottom=&#187;50&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column width=&#187;1\/3&#8243;][vc_single_image image=&#187;3091&#8243; img_size=&#187;540&#215;432&#8243; onclick=&#187;link_image&#187;][\/vc_column][vc_column width=&#187;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#187;.vc_custom_1679326087416{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]<strong>Der Fingerabdruck, Dresden, 2022<\/strong><br \/>\nAugust der Starke war von 1694 bis 1733 Kurf\u00fcrst zu Sachsen, sowie fast ebenso lange K\u00f6nig von Polen und Gro\u00dff\u00fcrst von Litauen. Seine Residenzst\u00e4dte Dresden und Warschau lie\u00df er \u2013 zu Lasten anderer Regionen und der Landbev\u00f6lkerung \u2013 zu barocken Prunkst\u00e4dten ausbauen, die zu den pr\u00e4chtigsten Europas geh\u00f6rten. Die von ihm beauftragten Anlagen und von ihm angelegten Sammlungen pr\u00e4gen das Bild von Dresden und Sachsen bis heute ma\u00dfgeblich. Er lie\u00df das s\u00e4chsische Heer erheblich aufstocken und dank steigender Wirtschaftskraft nach preu\u00dfischem Vorbild reformieren.<br \/>\nUm seine K\u00f6rperkraft ranken sich viele Legenden. Er lie\u00df beispielsweise ein Zertifikat dar\u00fcber anfertigen, dass er am 15. Februar 1711 ein Hufeisen mit den blo\u00dfen H\u00e4nden zerbrochen habe. Zu der hier abgebildeten Stelle des Gel\u00e4nders an der Br\u00fchlschen Terrasse in Dresden \u2013 auch als \u201eBalkon Europas\u201c bezeichnet \u2013 existiert die Legende, dass August der Starke seinen Daumen in das Gel\u00e4nder gepresst habe. Die Br\u00fchlsche Terrasse wurde allerdings erst um 1747, also 14 Jahre nach seinem Tod mit einem Gel\u00e4nder versehen. Wenige Meter entfernt tauchte vor einigen Jahren eine \u00e4hnliche Marke im Gel\u00e4nder auf. Die Webseite \u201eDas alte Dresden\u201c reklamiert diese als F\u00e4lschung und verweist auf den \u201eoriginalen historischen\u201c Abdruck.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section padding_top=&#187;50&#8243; padding_bottom=&#187;50&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column width=&#187;1\/3&#8243;][vc_single_image image=&#187;3093&#8243; img_size=&#187;540&#215;432&#8243; onclick=&#187;link_image&#187;][\/vc_column][vc_column width=&#187;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#187;.vc_custom_1679326151122{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]<strong>An der Frauenkirche, Dresden, 2022<\/strong><br \/>\nDie Frauenkirche in Dresden wurde von 1726 bis 1743 auf Beschluss des Rats der Stadt und vorwiegend aus (zweckentfremdeten) Spenden der Dresdner B\u00fcrger*innen gebaut. Der Architekt und Ratszimmermeister B\u00e4hr entschied sich entgegen fr\u00fcherer Pl\u00e4ne und mit Unterst\u00fctzung August des Starken schlie\u00dflich daf\u00fcr, eine Steinkuppel aufzusetzen. Deren Last ruhte unbeabsichtigterweise vor allem auf acht Pfeilern im Innenraum, was immer wieder f\u00fcr Probleme und Reparaturen sorgte.<br \/>\nNach drei Luftangriffen auf Dresden am 13. und 14. Februar 1945 im Zweiten Weltkrieg brannte die Frauenkirche vollkommen aus. Am 15. Februar konnten die Pfeiler schlie\u00dflich das Gewicht der Kuppel nicht mehr tragen.<br \/>\nDie Tr\u00fcmmer der Kirche sollten 1962 zugunsten eines Parks beseitigt werden, was an Protesten der Bev\u00f6lkerung scheiterte. 1966 wurde die Ruine offiziell zum Mahnmal gegen den Krieg erkl\u00e4rt. Zum 13. Februar 1982 riefen Dresdner Christen als Teil der Bewegung \u201eSchwerter zu Pflugscharen\u201c erstmals zum stillen Gedenken gegen den Krieg an den Tr\u00fcmmern der Frauenkirche auf. 1985 nahm der Rat der Stadt den Wiederaufbau der Kirche in seine Langzeitplanung auf. 1990 gr\u00fcndete sich die \u201eGesellschaft zur F\u00f6rderung des Wiederaufbaus der Frauenkirche in Deutschland e. V.\u201c, die \u00dcberzeugungsarbeit leistete und Spenden sammelte \u2013 insgesamt kamen \u00fcber verschiedene Aufrufende 115 Millionen der n\u00f6tigen 180 Millionen Euro zusammen, den Rest zahlten zu etwa gleichen Teilen die Stadt, Sachsen und der Bund. Der Neubau unter Verwendung des historischen Baumaterials und in Anlehnung an die alte Konstruktion dauerte von 1993 bis 2005. Die S\u00fcddeutsche Zeitung schrieb 2006 r\u00fcckblickend von \u201esymbolische[vc_row][vc_column][vc_column_text][r][\/vc_column_text][\/vc_column][vc_row][\/vc_row][vc_column][vc_column_text] Heilung jener Wunden, die [der] Stadt zum Ende des Zweiten Weltkriegs geschlagen wurden\u201c am \u201earchitektonische[n] und sentimentale[n] H\u00f6hepunkt des 1945 zerbombten Barockensembles\u201c.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section padding_top=&#187;50&#8243; padding_bottom=&#187;50&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column width=&#187;1\/3&#8243;][vc_single_image image=&#187;3070&#8243; img_size=&#187;540&#215;432&#8243; onclick=&#187;link_image&#187;][\/vc_column][vc_column width=&#187;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#187;.vc_custom_1679326203118{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]<strong>Wir sind B\u00fcrger, Chemnitz, 03.09.2018<\/strong><br \/>\nAm fr\u00fchen Morgen des 26.08.2018 wurde der 35-j\u00e4hrige Daniel H. bei einer Messerstecherei am Rande des Chemnitzer Stadtfestes so schwer verletzt, dass er im Krankenhaus verstarb. Ein Arbeitskollege und dessen Bruder wurden ebenfalls verletzt.<br \/>\nEs gab schnell drei Tatverd\u00e4chtige. Der Haftbefehl gegen einen 22-J\u00e4hrigen Migranten wurde vom Dresdner Justizvollzugsbeamten und AfD-Landesvorstandsmitglied Daniel Z. abfotografiert und ab dem 29.08.2018 u.a. auf Facebook rechtswidrig verbreitet, wie auch Fotos, die angeblich einen der mutma\u00dflichen T\u00e4ter zeigen. Es wurde die Falschinformation verbreitet, dass Daniel H. eine \u201edeutsche Frau\u201c vor sexueller Bel\u00e4stigung durch \u201eMigranten\u201c besch\u00fctzt habe, w\u00e4hrend die Ehefrau eines der Attackierten bezeugte, dass der Streit um Zigaretten eskaliert sei. Einer der Tatverd\u00e4chtigen wurde etwa ein Jahr nach der Tat am 22.08.2019 wegen Totschlags und gef\u00e4hrlicher K\u00f6rperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von neuneinhalb Jahren verurteilt. Der Hauptverd\u00e4chtige soll sich in den Irak abgesetzt haben.<br \/>\nBereits am Abend nach der Tat organisierten rechtsextreme Hooligans Demonstrationen, bei denen es zu rassistischen und antisemitischen Ausschreitungen sowie \u00dcbergriffen gegen migrantisierte Passant*innen, Gegendemonstrant*innen und Polizist*innen kam. Die Regionale Arbeitsstelle f\u00fcr Bildung, Integration und Demokratie Sachsen berichtete von drei\u00dfig gemeldeten Angriffen in den Tagen um die Demonstration und verwies auf eine hohe Dunkelziffer. Am 27.08. nahmen ca. 6.000 Personen an den von Rechten organisierten Demonstrationen teil, bei einer Gegendemonstration etwa 1.500 Personen. Am Abend des selben Tages wurde in Chemnitz der Inhaber eines koscheren Restaurants mit Steinen, Flaschen und einer Eisenstange angegriffen. Bei verschiedenen Aufz\u00fcgen am 01.09. gab es ca. 11.000 Teilnehmende. Erneut gab es Jagden auf migrantisierte Menschen, ein Betroffener musste in die Notaufnahme gebracht werden.<br \/>\nAm Tatort in der Br\u00fcckenstra\u00dfe legten Menschen Blumen und andere Trauerbeigaben nieder. Als am 31.08. die damalige Bundesfamilienministerin und einzige ostdeutsche Bundesministerin Franziska Giffey (SPD) nach Chemnitz kam, legte sie ebenfalls hier Blumen nieder. Sie besuchte danach demokratief\u00f6rdernde Gruppen in der Stadt und forderte ein Gesetz zur Demokratief\u00f6rderung.<br \/>\nAm Nachmittag des 03.09. w\u00e4hrend des parallel stattfindenden Konzerts #wirsindmehr standen zun\u00e4chst nur wenige Menschen am Gedenkort. Ein Mann hielt ein Schild mit der Aufschrift \u201eWir sind B\u00fcrger, keine Nazis. Das Blut von [nicht lesbar] klebt an euren H\u00e4nden.\u201c Angeh\u00f6rige, Freunde und Familie von Daniel H. hatten sich wiederholt gegen eine Instrumentalisierung durch Rechte ausgesprochen. Daniel H., dessen Vater Kubaner war, wurde selbst jahrelang Ziel rechter Gewalt und wurde mit dem N-Wort rassistisch beleidigt. \u201eMit diesen Rechten mussten wir uns fr\u00fcher pr\u00fcgeln, weil sie uns nicht als deutsch genug angesehen haben. Ich bitte Euch, lasst Eure Trauer nicht in Wut und Hass umwandeln\u201c, schrieb ein Freund von Daniel H. auf Facebook.<br \/>\nAm einstigen Tatort wurde am 20.12.2018 von der Stadt Chemnitz auf Wunsch der Familie eine Gedenkplatte angebracht, die nur ein Peace-Zeichen, den Namen Daniel H. und sein Todesdatum enth\u00e4lt. Auf Facebook und Instagram existiert bis heute je ein Account zur \u201eGedenkst\u00e4tte Daniel H.\u201c, die bis 2022 Bilder von niedergelegten Blumen posteten. Daneben verwenden die Accounts den Slogan \u201eWir sind nicht mehr\u201c, wetterten gegen \u201eschiefgelaufene Integrationspolitik\u201c und verbreiteten weiterhin die Falschinformation, dass Daniel H. eine Frau vor einem Angriff habe sch\u00fctzen wollen.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section padding_top=&#187;50&#8243; padding_bottom=&#187;50&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column width=&#187;1\/3&#8243;][vc_single_image image=&#187;3089&#8243; img_size=&#187;540&#215;432&#8243; onclick=&#187;link_image&#187;][\/vc_column][vc_column width=&#187;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#187;.vc_custom_1679326538603{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]<strong>Waldbrand am Hirschgrund, S\u00e4chsische Schweiz, 2018<\/strong><br \/>\nDie S\u00e4chsische Schweiz war ein Zentrum der romantischen Bewegung in Deutschland, viele K\u00fcnstler*innen und Schriftsteller*innen lie\u00dfen sich von der Landschaft inspirieren.<br \/>\nVon den Nationalsozialisten wurde die S\u00e4chsische Schweiz als Kulisse f\u00fcr Propagandafilme genutzt, was dazu beitrug, dass die Landschaft als Symbol f\u00fcr deutsche Identit\u00e4t und Kultur verkl\u00e4rt wurde. Ein Beispiel f\u00fcr einen solchen Propagandafilm ist \u201eHeimat\u201c von 1938. Der Film zeigt eine Familie aus der S\u00e4chsischen Schweiz, die sich gegen eine vermeintliche Bedrohung durch einen Fremden aus dem Westen wehrt. Dabei werden nationalistische und rassistische Motive bedient und die Familie als Idealbild einer nationalsozialistischen Volksgemeinschaft pr\u00e4sentiert. Diese Filme dienten dazu, die nationalsozialistische Ideologie zu verbreiten und die Menschen in der S\u00e4chsischen Schweiz f\u00fcr die nationalsozialistische Sache zu gewinnen. Sie sollten auch das Bild einer heilen und intakten deutschen Volksgemeinschaft vermitteln, das durch angeblich fremde Einfl\u00fcsse bedroht wird. In einer Zeit, in der viele Menschen in urbanen Gebieten leben, wird die S\u00e4chsische Schweiz mit unber\u00fchrter Natur und l\u00e4ndlicher Idylle in Verbindung gebracht.<br \/>\nAnfang August 2018 brannte am Hirschgrund, in der N\u00e4he der Bastei, auf 4000 Quadratmetern der Wald. Die L\u00f6scharbeiten dauerten ca. 24 Stunden. In den folgenden Tagen musste die Feuerwehr erneut mehrmals ausr\u00fccken um im schwer zug\u00e4nglichen Gel\u00e4nde aufflammende Glutnester wieder zu l\u00f6schen. Dabei legten sie u.a. ein Schlauchsystem von 500-600 Metern L\u00e4nge, um Wasser aus der Elbe zu pumpen. Auch im Sommer 2022 brannte der Wald im Grenzgebiet von B\u00f6hmischer und S\u00e4chsischer Schweiz. Insgesamt verbrannten hier 1210 Hektar (1.210.000 Quadratmeter) Land. Die L\u00f6scharbeiten dauerten ca. 4 Wochen. Auf deutscher Seite waren bis zu zw\u00f6lf L\u00f6schhubschrauber im Einsatz. 49 Feuerwehrleute wurden verletzt. Wie schon im Jahr 2018 sorgten geringe Niederschl\u00e4ge und hohe Temperaturen im Fr\u00fchjahr, zusammen mit langen, hei\u00dfen Trockenperioden im Sommer f\u00fcr ein extremes Waldbrandrisiko. Brandausl\u00f6ser ist in den meisten F\u00e4llen der Mensch: So wurde 2018 in der N\u00e4he des Brandursprungs eine illegale Boofe (kleine trockene H\u00f6hle) entdeckt, nebst illegaler Lagerfeuerstelle, Campingst\u00fchlen und Ukulelen.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section padding_top=&#187;50&#8243; padding_bottom=&#187;50&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column width=&#187;1\/3&#8243;][vc_single_image image=&#187;3085&#8243; img_size=&#187;540&#215;432&#8243; onclick=&#187;link_image&#187;][\/vc_column][vc_column width=&#187;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#187;.vc_custom_1679326559312{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]<strong>In der Fr\u00fchlingsstra\u00dfe, Zwickau, 2021<\/strong><br \/>\nAn dieser Stelle stand das Haus Nr. 26. Im gesamten 1. OG befand sich die Wohnung, in der sich das NSU-Kerntrio Beate Zsch\u00e4pe, Uwe B\u00f6hnhardt und Uwe Mundlos seit 2007 bis zur Selbstenttarnung im November 2011 versteckten.<br \/>\nTrotz verschiedener Untersuchungsaussch\u00fcsse, Ermittlungen und des f\u00fcnfj\u00e4hrigen Prozesses, bei dem Beate Zsch\u00e4pe zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, bleiben viele Fragen um den NSU-Komplex offen. Neben der Frage, wie gro\u00df das eigentliche Netzwerk des NSU wirklich war, bleibt auch unklar, warum B\u00f6hnhardt, Mundlos und Zsch\u00e4pe 2007 nach dem Mord an der Polizistin Mich\u00e8le Kiesewetter in die Fr\u00fchlingsstra\u00dfe umzogen und damit ihren bisherigen Lebensstil \u00e4nderten. Lebten sie bis dahin zur\u00fcckgezogen, suchten sie nun Kontakt und Bekanntschaften in der Nachbarschaft und unternahmen wochenlange Urlaube, in denen sie Freundschaften schlossen und ihre Handynummern und E-Mailadressen weitergaben.<br \/>\nAm 4. November 2011 legte Beate Zsch\u00e4pe Feuer, bevor sie die Wohnung verlie\u00df, wohl um Spuren zu verwischen. Die dabei durch Brandbeschleuniger entstandenen Gase f\u00fchrten zur einer Explosion und einem gro\u00dffl\u00e4chigen Brand. Am 23. April 2012 begann der Abriss des Hauses in der Fr\u00fchlingsstra\u00dfe 26. Veranlasst durch die Oberb\u00fcrgermeisterin Pia Findrei\u00df (im Amt von 2008-2020) und gef\u00f6rdert vom Freistaat Sachsen, sollte so das Entstehen einer \u201eWallfahrtsst\u00e4tte f\u00fcr rechte Gruppen\u201c verhindert werden.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section padding_top=&#187;50&#8243; padding_bottom=&#187;50&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column width=&#187;1\/3&#8243;][vc_single_image image=&#187;3092&#8243; img_size=&#187;540&#215;432&#8243; onclick=&#187;link_image&#187;][\/vc_column][vc_column width=&#187;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#187;.vc_custom_1679326592775{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]<strong>Ehrenhain im ehemaligen Kriegsgefangenenlager, Zeithain, 2021<\/strong><br \/>\nUnter Hitler erstreckte sich das System der Kriegsgefangenenlager der Wehrmacht \u00fcber das gesamte deutsche Reich und die von der Wehrmacht besetzten Gebiete. Der heutige Freistaat Sachsen war innerhalb Deutschlands unter den Regionen mit den meisten Kriegsgefangenenlagern. Nach dem deutschen \u00dcberfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 trafen bereits am 12. Juli 1941 die ersten Gefangenentransporte im Lager in Zeithain bei Riesa ein. Durch Unterern\u00e4hrung, K\u00e4lte, Schikanen, Krankheit und fehlende medizinische Versorgung starben allein hier bis 1945 ca. 30.000 Menschen. 23.754 Todesopfer sind namentlich bekannt.<br \/>\nAm 23. April 2021 fand im Ehrenhain das Gedenken zum 76. Jahrestag der Befreiung des Kriegsgefangenenlagers statt. In Ihrer Rede zum Jahrestag betonte Andrea Dombois (CDU), Erste Vizepr\u00e4sidentin des S\u00e4chsischen Landtags und Landesvorsitzende des Volksbundes Deutsche Kriegsgr\u00e4berf\u00fcrsorge: \u201eDie Toten des Zweiten Weltkrieges sind unsere historische Schuld, aus der wir Lehren gezogen haben. [&#8230;] Die seit 1985 bestehende Gedenkst\u00e4tte Ehrenhain Zeithain ist heute Symbol der Verantwortung, die wir selbst \u00fcbernommen haben, um sie im Bewusstsein nachfolgender Generationen wach zu halten und sie auch weiterhin mit Leben zu erf\u00fcllen. Mich erf\u00fcllt mit Zuversicht, dass es vor allem viele junge Menschen sind, die sich mit unserer Geschichte auseinandersetzen und die Botschaft der Vers\u00f6hnung wahrnehmen. [&#8230;] Sachsen h\u00e4lt in hohem Ma\u00dfe an seiner Erinnerungskultur fest.\u201c<br \/>\n2023 erschien der Essay \u201eVers\u00f6hnungstheater\u201c des Berliner Autors Max Czollek. Damit beschreibt er eine Situation, in der Vers\u00f6hnung nicht von den Opfern als Ergebnis eines Prozesses angeboten wird, sondern von der Gesellschaft der T\u00e4ter*innen behauptet wird, ohne dass es eine nennenswerte juristische Aufarbeitung gegeben hat.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section padding_top=&#187;50&#8243; padding_bottom=&#187;50&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column width=&#187;1\/3&#8243;][vc_single_image image=&#187;3084&#8243; img_size=&#187;540&#215;432&#8243; onclick=&#187;link_image&#187;][\/vc_column][vc_column width=&#187;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#187;.vc_custom_1679326655936{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]<strong>Vergessen werd ich nie, Hoyerswerda, 2021<\/strong><br \/>\nAm 17. September 1991 begannen mehrt\u00e4gige Angriffe durch Neonazis und Symphatisant*innen auf die Unterkunft von Vertragsarbeiter*innen in der Albert-Schweitzer-Stra\u00dfe sowie auf eine Unterkunft f\u00fcr Asylsuchende in der Thomas-M\u00fcntzer-Stra\u00dfe. Viele Menschen aus der Nachbarschaft applaudierten, w\u00e4hrend es Polizei und Politik erst nach mehreren Tagen schafften die Angriffe zu stoppen. Die Asylsuchenden wurden am 21. September auf Heime in der Umgebung verteilt. Fast alle Vertragsarbeiter*innen mussten Deutschland verlassen, unabh\u00e4ngig von ihren eigenen W\u00fcnschen und Erfahrungen. \u00dcber das Pogrom wurde bundesweit und international berichtet. Hierbei kamen vor allem die T\u00e4ter zu Wort, sie stellten ihren \u201eErfolg\u201c dar Hoyerswerda von Ausl\u00e4ndern \u201ebefreit\u201c zu haben. Damit wurde Hoyerswerda Vorbild in der rechtsradikalen Szene. Weitere Pogrome, wie 1992 in Rostock-Lichtenhagen, folgten.<br \/>\nBis heute wird das damalige Pogrom in der Stadt immer wieder diskutiert. Neben den individuellen Gef\u00fchlen geht es dabei vor allem darum, wie mit diesen Ereignissen umgegangen werden soll. 2021 j\u00e4hrten sich die Angriffe zum 30. Mal. Aus diesem Anlass fanden Gedenkveranstaltungen an verschiedenen Orten in Hoyerswerda statt, sie wurden von von b\u00fcrgerlichen und aktivistischen Initiativen veranstaltet. Am 18. September 2021 sprach David Macou, ein ehemaliger Vertragsarbeiter und \u00dcberlebender der Angriffe, bei der Veranstaltung \u201eVergessen werd ich nie\u201c in der Lausitzhalle in Hoyerswerda. Macou wurde 2021 das erste Mal offiziell von der Stadtpolitik zu einer Gedenkveranstaltung eingeladen. Der Oberb\u00fcrgermeister Torsten Ruban-Zeh (SPD) trat ebenfalls auf, erkannte das erlittene Leid der Betroffenen offiziell an und bat um Verzeihung. Dabei tauschten beide Geschenke aus und versicherten einander Verbundenheit und Solidarit\u00e4t.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section padding_top=&#187;50&#8243; padding_bottom=&#187;50&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column width=&#187;1\/3&#8243;][vc_single_image image=&#187;3102&#8243; img_size=&#187;540&#215;432&#8243; onclick=&#187;link_image&#187;][\/vc_column][vc_column width=&#187;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#187;.vc_custom_1679326662418{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]<strong>V\u00f6lkerschlacht bei Leipzig, Markkleeberg, 2021<\/strong><br \/>\nDie V\u00f6lkerschlacht bei Leipzig vom 16. bis 19. Oktober 1813 f\u00fchrte zu Napoleons R\u00fcckzug aus dem heutigen Deutschland. Frankreich und dessen Verb\u00fcndete verloren die blutige Schlacht gegen die Truppen der Allianz aus Russland, Preu\u00dfen, \u00d6sterreich und Schweden. An der wahrscheinlich gr\u00f6\u00dften Schlacht der Weltgeschichte nahmen 530.000 Menschen teil, 90.000 bis 120.000 wurden get\u00f6tet oder verwundet. Zur Erinnerung wurde 1913 das V\u00f6lkerschlachtdenkmal fertiggestellt.<br \/>\nSeit den 1980er Jahren stellen Laien in Kost\u00fcmen und mit umfangreichen Requisiten die V\u00f6lkerschlacht nach. Mittlerweile kommen die tausenden Teilnehmenden aus ganz Europa, den USA, Kanada und Australien. Der \u201eVerband Jahrfeier V\u00f6lkerschlacht bei Leipzig 1813\u201c pr\u00e4sentiert die Veranstaltung als M\u00f6glichkeit f\u00fcr ein kritisches Gedenken an den Krieg. Teilnehmende sind Teil einer gro\u00dfen vernetzten Szene mit detailreichem Fachwissen. Sie teilen den Anspruch, Uniformen und Abl\u00e4ufe der Schlacht m\u00f6glichst originalgetreu wieder zu geben.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section padding_top=&#187;50&#8243; padding_bottom=&#187;50&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column width=&#187;1\/3&#8243;][vc_single_image image=&#187;3072&#8243; img_size=&#187;540&#215;432&#8243; onclick=&#187;link_image&#187;][\/vc_column][vc_column width=&#187;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#187;.vc_custom_1679326675282{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]<strong>Gestern. Heute. Morgen ?, Zwickau, 2021<\/strong><br \/>\nAm 6. November 2021 fand eine Demonstration zum 10. Jahrestag der Selbstenttarnung des NSU statt, initiiert durch den Initiativkreis \u201eRassismus t\u00f6tet\u201c aus Leipzig.<br \/>\nIn Redebeitr\u00e4gen wurden die jahrzehntelange Kontinuit\u00e4t rechtsradikaler Gewalt, sowie der mangelhaften Ermittlungsarbeit gegen Rechts aufgezeigt. F\u00fcr die Ignoranz gegen\u00fcber den Taten des NSU \u2013 die Ermordung von Enver \u015eim\u015fek, Abdurrahim \u00d6z\u00fcdo\u011fru, S\u00fcleyman Ta\u015fk\u00f6pr\u00fc, Habil K\u0131l\u0131\u00e7, Mehmet Turgut, \u0130smail Ya\u015far, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kuba\u015f\u0131k, Halit Yozgat und Mich\u00e8le Kiesewetter sowie die beiden Bombenattentate in K\u00f6ln mit zahlreichen Schwerverletzten \u2013 wurde auch die eigene linkspolitische Szene kritisiert.<br \/>\nDabei wurde eine breite Aufarbeitung des Untertauchens des NSU in Zwickau und Chemnitz gefordert, sowie der Stadtpolitik und -verwaltung mangelnder Wille zur Aufarbeitung attestiert.<br \/>\nDie Stadt schuf 2019 einen Gedenkhain. Dessen erster Baum wurde bereits nach wenigen Tagen von Unbekannten abges\u00e4gt. Daraufhin wurde nicht nur der Baum ersetzt, sondern insgesamt 10 B\u00e4ume f\u00fcr alle Ermordeten gepflanzt, die durch Spenden finanziert wurden. Die Er\u00f6ffnungsveranstaltung wurde von der Initiative \u201eTribunal NSU-Komplex aufl\u00f6sen\u201c, Angeh\u00f6rigen und \u00dcberlebenden kritisiert. Sie hatten nicht an der Veranstaltung der Stadt teilnehmen k\u00f6nnen, da sie nicht eingeladen worden waren. Zudem wurden einige Namen der Ermordeten falsch geschrieben.<br \/>\nSeit 2023 gibt es konkretere Pl\u00e4ne f\u00fcr ein Dokumentationsforum in Zwickau zur Aufarbeitung der Morde des NSU. Es gibt eine konkrete Finanzzusage der Landesregierung. Ebenso fand bis Anfang M\u00e4rz 2023 eine von der Stadt veranstaltete Dialogreihe zur Aufarbeitung des NSU-Komplexes statt.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section padding_top=&#187;50&#8243; padding_bottom=&#187;50&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column width=&#187;1\/3&#8243;][vc_single_image image=&#187;3094&#8243; img_size=&#187;540&#215;432&#8243; onclick=&#187;link_image&#187;][\/vc_column][vc_column width=&#187;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#187;.vc_custom_1679326717963{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]<strong>Spatzennest, Hirschsprung bei Altenberg, 2022<\/strong><br \/>\nSeit Ostern 1942 mieteten meine Urgro\u00dfeltern Margarete und Kurt Bickhardt dieses Haus als Sommer- und Urlaubsquartier. Als am 4.12.1943 Leipzig bombardiert wurde, siedelten ihre zwischen sechs und dreizehn Jahre alten Kinder Hans, Peter, Klaus und J\u00fcrgen dauerhaft aus Dresden in die Ferienwohnung um.<br \/>\nDie vier Kinder gingen im nahen Altenberg zur Schule und wurden von Verwandten und Freunden versorgt, die mit ihnen hier lebten. Margarete und Kurt Bickhardt blieben in Dresden und gingen ihrer Arbeit nach. In dieser Zeit entstand in der Familie auch der Spitzname f\u00fcr das Haus, \u201eSpatzennest\u201c.<br \/>\nKurz nach Kriegsende meldete der Vermieter des Hauses Eigenbedarf an, um ausgebombte Verwandte unterbringen zu k\u00f6nnen, und mein Gro\u00dfvater ging mit seinen Br\u00fcdern zur\u00fcck in das kriegszerst\u00f6rte Dresden.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section padding_top=&#187;50&#8243; padding_bottom=&#187;50&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column width=&#187;1\/3&#8243;][vc_single_image image=&#187;3090&#8243; img_size=&#187;540&#215;432&#8243; onclick=&#187;link_image&#187;][\/vc_column][vc_column width=&#187;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#187;.vc_custom_1679326734012{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]<strong>#wirsindmehr, Chemnitz, 03.09.2018<\/strong><br \/>\nNach den tagelangen Demonstrationen und rassistischen Ausschreitungen in Chemnitz nach dem Tod von Daniel H. bei einer Messerstecherei, wurde f\u00fcr den 3. September 2018 dazu aufgerufen, zu einem gro\u00dfen kostenlosen Konzert gegen Rechts nach Chemnitz zu kommen. Die Veranstaltung wurde von der Chemnitzer Band Kraftklub initiiert und vom Stadtmarketing Chemnitz getragen. Sie konnten bekannte Bands wie Die Toten Hosen, Feine Sahne Fischfilet und K.I.Z. f\u00fcr einen Auftritt gewinnen. Aus ganz Deutschland und dar\u00fcber hinaus reisten etwa 65.000 Zuschauer*innen an. Ministerpr\u00e4sident Michael Kretschmer bedankte sich f\u00fcr das Engagement der Band Kraftklub, die er Monate zuvor noch als \u201eunm\u00f6gliche linke Band\u201c bezeichnet hatte.<br \/>\nAn den darauf folgenden Tagen gab es weiterhin von Rechtsextremen angemeldete Gro\u00dfdemonstrationen, wie am 7. September mit etwa 2.350 Personen (auf einer Gegendemonstration waren an dem Tag rund 1.000 Menschen) und am 14. September mit 3.500 Personen. Nach einer Auswertung von Twitter war 2018<br \/>\n#WirSindMehr der meistgenutzte deutsche Debatten-Hashtag.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section padding_top=&#187;50&#8243; padding_bottom=&#187;50&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column width=&#187;1\/3&#8243;][vc_single_image image=&#187;3087&#8243; img_size=&#187;540&#215;432&#8243; onclick=&#187;link_image&#187;][\/vc_column][vc_column width=&#187;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#187;.vc_custom_1679326773795{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]<strong>Vereinigtes Schleenhain, Mitteldeutsches Braunkohlerevier, 2021<\/strong><br \/>\nDer Braunkohleabbau im Mitteldeutschen Revier hat eine lange Geschichte, die bis ins 19. Jahrhundert zur\u00fcckreicht. In den folgenden Jahrzehnten wurden zahlreiche Tagebaue er\u00f6ffnet, um die Kohle f\u00fcr die Energiegewinnung zu f\u00f6rdern. Einer der bedeutendsten im Mitteldeutschen Revier ist der Tagebau Vereinigtes Schleenhain, der 1958 er\u00f6ffnet wurde und seitdem kontinuierlich Kohle f\u00f6rdert.<br \/>\nAllerdings hat der Braunkohleabbau auch erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt und die lokale Bev\u00f6lkerung. Die sogenannte Auskohlung, bei der der Tagebau bis auf eine bestimmte Tiefe abgebaut wird, hat zur Zerst\u00f6rung von zahlreichen D\u00f6rfern und Landschaften gef\u00fchrt. Inzwischen ist geplant, den Tagebau Vereinigtes Schleenhain zu schlie\u00dfen. Laut einer Pressemitteilung der MIBRAG von 2021 werden durch die Schlie\u00dfung bis zum Jahr 2025 insgesamt 600 Arbeitspl\u00e4tze wegfallen.<br \/>\nDas Foto zeigt im Hintergrund die K\u00fchlt\u00fcrme des Braunkohlekraftwerks Lippendorf, das 2010 zu den zehn gesundheitssch\u00e4dlichsten Kohlekraftwerken in Europa geh\u00f6rte.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section padding_top=&#187;50&#8243; padding_bottom=&#187;50&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column width=&#187;1\/3&#8243;][vc_single_image image=&#187;3125&#8243; img_size=&#187;540&#215;870&#8243; onclick=&#187;link_image&#187;][\/vc_column][vc_column width=&#187;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#187;.vc_custom_1679326824911{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]<strong>Wutrede, Facebook, 29.08.2018<\/strong><br \/>\nStephan Conrad ist Sozialarbeiter im 1997 gegr\u00fcndeten Treibhaus e.V. in D\u00f6beln. Seit 2001 hat der Verein ein Haus in der Bahnhofstra\u00dfe 56 bezogen und unterh\u00e4lt dort u.a. ein Caf\u00e9 mit Veranstaltungsprogramm, eine Migrationsberatung, eine Grafikwerkstatt, eine Servicestelle f\u00fcr Internationale Jugendarbeit und ein Medienbildungsprojekt. Der Verein ist au\u00dferdem Tr\u00e4ger einer Skatehalle und hat 2017 die Betreuung eines von verschiedenen Sport- und Freizeitgruppen genutzten Hauses in der D\u00f6belner Innenstadt \u00fcbernommen. Die AG Geschichte forscht seit Jahrzehnten zu D\u00f6beln im Nationalsozialismus und hat dazu u.a. eine App entwickelt.<br \/>\nNach seinem als Wutrede betitelten Post wenige Tage vor dem #wirsindmehr-Konzert gegen Rechts in Chemnitz wurde Stephan Conrad von verschiedenen regionalen und \u00fcberregionalen Medien interviewt. Am 11.09.2018 erkl\u00e4rte er dem Leipziger kreuzer, dass er mit dem Post vor allem seinen Freunden auf die F\u00fc\u00dfe habe treten wollen, die nach Leipzig, Dresden oder Berlin gegangen seien. Er sei letztendlich selbst auch auf dem Konzert gewesen, aber betont, dass es Volksfestcharakter gehabt habe und am Samstag danach wieder nur 1.000 Menschen gegen die rechte Gruppe \u201ePro Chemnitz\u201c demonstriert h\u00e4tten.<br \/>\nIm September 2019 versuchte die AfD im D\u00f6belner Stadtrat, eine erneute F\u00f6rderung des Treibhaus e.V. zu verhindern, indem sie ihm mangelnde politische Neutralit\u00e4t unterstellten. Bereits in den vorangegangen Wochen wetterte sie gegen den Verein an sich und dessen Bildungsarbeit. Auch die CDU stellte sich im Stadtrat nicht klar hinter den Verein, so dass nur ein geringerer Gemeindeanteil an einer regionalen F\u00f6rderung bewilligt wurde. Daraufhin stellte auch der Kulturkonvent des Kulturraumes Erzgebirge-Mittelsachsen seine F\u00f6rderung f\u00fcr das kommende Jahr zun\u00e4chst zur\u00fcck, sodass ein Gro\u00dfteil der Vereinsarbeit gef\u00e4hrdet war. Am 29.01.2020 wurde die F\u00f6rderung f\u00fcr das Jahr 2020 schlie\u00dflich doch bewilligt. Im selben Jahr wehrte sich auch die Landeszentrale f\u00fcr politische Bildung in Brandenburg gegen die Forderung eines AfD-Abgeordneten, politische Bildung m\u00fcsse neutral sein. Martina Weyrauch von der Landeszentrale stellte im Deutschlandfunk klar, dass sie im Gegenteil dazu verpflichtet sei, im Sinne der demokratischen Grundordnung zu agieren. \u00dcberparteilichkeit d\u00fcrfe nicht mit Neutralit\u00e4t verwechselt werden.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/mk_page_section]\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u0418\u0437\u0432\u0438\u043d\u0438\u0442\u0435, \u044d\u0442\u043e\u0442 \u0442\u0435\u043a\u0441\u0442 \u0434\u043e\u0441\u0442\u0443\u043f\u0435\u043d \u0442\u043e\u043b\u044c\u043a\u043e \u043d\u0430 &ldquo;Deutsch&rdquo; \u0438 &ldquo;English&rdquo;.[mk_page_section bg_image=&#187;https:\/\/unofficial.pictures\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/friederbickhardt_voelkerschlacht-bei-leipzig-2021-1.jpg&#187; bg_position=&#187;center bottom&#187; bg_repeat=&#187;no-repeat&#187; bg_stretch=&#187;true&#187; min_height=&#187;726&#8243; full_height=&#187;true&#187; padding_top=&#187;40&#8243; padding_bottom=&#187;40&#8243; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column][mk_fancy_title strip_tags=&#187;true&#187; tag_name=&#187;h1&#8243; color=&#187;#ffffff&#187; size=&#187;70&#8243; font_weight=&#187;bold&#187; txt_transform=&#187;none&#187; letter_spacing=&#187;2&#8243; font_family=&#187;none&#187; align=&#187;center&#187;]Komplex : Heimat[\/mk_fancy_title][mk_padding_divider size=&#187;122&#8243;][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section bg_color=&#187;#262626&#8243; bg_position=&#187;center center&#187; bg_repeat=&#187;no-repeat&#187; bg_stretch=&#187;true&#187; min_height=&#187;1000&#8243; full_width=&#187;true&#187; js_vertical_centered=&#187;true&#187; padding_top=&#187;0&#8243; el_class=&#187;color-white&#187; sidebar=&#187;sidebar-1&#8243;][vc_column visibility=&#187;hidden-nb&#187; width=&#187;1\/12&#8243;][\/vc_column][vc_column width=&#187;2\/3&#8243; css=&#187;.vc_custom_1679325780086{padding-top: 20px !important;}&#187; offset=&#187;vc_col-lg-6 vc_col-xs-12&#8243;][vc_column_text css=&#187;.vc_custom_1677064286531{margin-bottom: 0px !important;}&#187;]V\u00f6lkerschlacht bei Leipzig, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-3017","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/unofficial.pictures\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3017","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/unofficial.pictures\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/unofficial.pictures\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/unofficial.pictures\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/unofficial.pictures\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3017"}],"version-history":[{"count":37,"href":"https:\/\/unofficial.pictures\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3017\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3580,"href":"https:\/\/unofficial.pictures\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3017\/revisions\/3580"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/unofficial.pictures\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3017"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}