{"id":2752,"date":"2022-04-04T18:40:04","date_gmt":"2022-04-04T16:40:04","guid":{"rendered":"https:\/\/unofficial.pictures\/?page_id=2752"},"modified":"2022-04-05T12:15:09","modified_gmt":"2022-04-05T10:15:09","slug":"paul","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/unofficial.pictures\/tr\/geboren-gekommen-geblieben\/paul\/","title":{"rendered":"(Deutsch) Paul Janus"},"content":{"rendered":"<p class=\"qtranxs-available-languages-message qtranxs-available-languages-message-tr\">Sorry, this entry is only available in <a href=\"https:\/\/unofficial.pictures\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2752\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-de\" title=\"Deutsch\">Deutsch<\/a>.<\/p><div class=\"wpb-content-wrapper\">[mk_page_section padding_top=&#8221;0&#8243; padding_bottom=&#8221;0&#8243; sidebar=&#8221;sidebar-1&#8243;][vc_column width=&#8221;1\/2&#8243;][mk_padding_divider size=&#8221;200&#8243; visibility=&#8221;hidden-sm&#8221;][vc_column_text align=&#8221;right&#8221; css=&#8221;.vc_custom_1649090554698{margin-bottom: 0px !important;}&#8221;]\n<p class=\"a_font-22\"><strong>Paul Janus<\/strong><\/p>\n<p class=\"a_font-22\">geboren 1948, ist Rentner und lebt in Borna-Gnandorf<\/p>\n[\/vc_column_text][vc_btn title=&#8221;zur\u00fcck zur \u00dcbersicht&#8221; style=&#8221;classic&#8221; shape=&#8221;square&#8221; color=&#8221;default&#8221; align=&#8221;right&#8221; link=&#8221;url:https%3A%2F%2Funofficial.pictures%2Fgeboren-gekommen-geblieben%2F|title:%5B%3Ade%5DPortraits%20einer%20diversen%20Stadt%3A%20%E2%80%9Egeboren%2C%20gekommen%2C%20geblieben%E2%80%9C%5B%3A%5D&#8221; el_class=&#8221;button-back-to-the-exhibition&#8221;][\/vc_column][vc_column width=&#8221;1\/2&#8243;][mk_padding_divider size=&#8221;100&#8243; visibility=&#8221;hidden-sm&#8221;][vc_single_image image=&#8221;2753&#8243; img_size=&#8221;400&#215;600&#8243; alignment=&#8221;right&#8221;][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section bg_color=&#8221;#85b2bc&#8221; full_width=&#8221;true&#8221; padding_top=&#8221;0&#8243; padding_bottom=&#8221;0&#8243; sidebar=&#8221;sidebar-1&#8243;][vc_column][mk_padding_divider size=&#8221;80&#8243;][vc_column_text el_class=&#8221;vier-spalten-blocksatz&#8221; css=&#8221;.vc_custom_1649153630768{margin-bottom: 0px !important;}&#8221;]PAUL: Ich hei\u00dfe Paul Janus, bin 1948 geboren, habe bis 1993 in verschiedenen Tagebauen gearbeitet. Mit 45 Jahren bin ich, aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden, in Rente gegangen. 1975 habe ich mit der Frau entschieden in den Bergbau zu gehen. Wir waren vorstellig in der BKW Regis, das war abh\u00e4ngig von der Zuweisung einer Wohnung. Wir hatten noch keine Kinder und waren frisch verheiratet. Dort haben sie gesagt, dass in Borna eine Genossenschaftswohnung frei wird. Da wir bis dahin bei den Schwiegereltern gewohnt hatten und die in einer genossenschaftlichen Wohnung lebten, wussten wir mit dem Begriff umzugehen. Wir sind in Erstbezug nach Borna ins Paschkeviertel in eine Wohnung im f\u00fcnften Stock gezogen. Diese haben wir dann bis 1986 be\u00adwohnt. Dann konnte ich, aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden, nicht mehr die f\u00fcnfte Etage ersteigen. Dann habe ich einen Antrag bei der Genossenschaft auf eine Wohnung im ersten Stockwerk gestellt. Wir sind dann 1986 in eine Wohnung in der ersten Etage in Borna Gnandorf in einen Plattenbau gezogen, wo ich immernoch mit meiner Frau wohne. 1990 haben wir uns \u00fcberlegt ins Holzland zu ziehen, also die Bad Klosterlausnitzer Ecke, weil Borna ringsherum elf Schornsteine hatte, also Brikettfabriken. Egal wo der Wind herkam, von \u00fcberall kam Kohlenstaub. Wir wollten uns dort etwas suchen, haben uns dann aber, wegen meiner Gesund\u00adheit, f\u00fcr Borna entschieden. Daf\u00fcr hat nat\u00fcrlich gesprochen, dass wir eine sehr gute Klinik hier haben und dass der Weg mit der S-Bahn nach Leipzig kurz ist. Ich habe kurze Wege um Eink\u00e4ufe zu erledigen, falls mein Zustand sich verschlechtert. Voraussichtlich sollte sich ja nach der Wende etwas an der Braunkohlepoli\u00adtik \u00e4ndern und wir wollten das dann erstmal abwarten. Nach f\u00fcnf Jahren waren die Schornsteine weg und wir hatten nur noch die Tagebaue. Das war angenehmer. Die Balkone waren nicht mehr so verstaubt. Wir haben dann gesagt, wer A sagt, muss auch B sagen. Und mich hat Borna dann mehr interessiert.<br \/>\nIch w\u00fcrde jetzt mal etwas \u00fcber Borna erz\u00e4hlen. Ende der 90er Jahre mussten die Wohnungsgenossenschaften f\u00fcnfzehn Prozent ihres Bestandes verkaufen, um das Altschuldenhilfegesetz zu erf\u00fcllen. Nun sind in Borna Nord die Mehrzahl der Genossenschaftswohnungen. Wir hatten 750 Wohnungen in Borna Gnandorf und die Genossenschaft hat sich entschieden, in Borna Gnandorf 280 Wohnungseinheiten zu verkaufen. Das waren f\u00fcnfundzwanzig Eing\u00e4nge. Da wir nicht wollten, dass wir die an einen Investor abgetreten werden, haben wir beschlossen eine neue Wohnungs\u00adge\u00adnossen\u00adschaft zu gr\u00fcnden. Das war die WGW.<\/p>\n<p>FRIEDER: Die haben Sie selber gegr\u00fcndet?<\/p>\n<p>PAUL: Ja, die haben wir selber gegr\u00fcndet. Ich war da im Aufsichtsrat. Als die Gr\u00fcndung soweit durch war, ist der Vorstand zur\u00fcckgetreten, weil sie dachten, dass damit Geld zu verdienen ist. Das war aber bei zwanzig Prozent Leerstand nicht zu machen. Dann habe ich das ehrenamtlich \u00fcbernommen als Vor\u00adstands\u00advor\u00adsitzender. Die Schwester\u00adge\u00adnossen\u00adschaft hat die Ge\u00adsch\u00e4fts\u00adbe\u00adsor\u00adgungen f\u00fcr uns abgewickelt, die wir dann aus unseren Erl\u00f6sen bezahlt haben. Wir haben auch einen guten Zulauf gehabt; haben den genossenschaftlichen Gedan\u00adken aufgegriffen und dann einen Kinder- und Jugendbeirat organisiert. Der konnte eine Fl\u00e4che gestalten und hatte einen Ansprechpartner. Ende der 90er Jahre kamen die Aussiedler aus der Ukraine, Kasachstan und \u00fcberall her und wir haben dann im Aufsichtsrat entschieden, f\u00fcnfundzwanzig Leute aufzunehmen.<br \/>\nWir wollten dann nicht, dass drei oder vier Familien in einem Eingang sind. Die mussten sich erstmal an un\u00adsere Lebensgewohnheiten anpassen und unsere Leute mussten sich erstmal an die anpassen. Es roch dann am Anfang \u00f6fters mal nach Kohl. Das hat aber ganz gut geklappt. Wir haben eine Begegnungsst\u00e4tte organisiert. Einen m\u00f6blierten Raum, der jetzt immer noch besteht. Wir haben mit den Omas \u2013 die kamen ja in drei Gene\u00adrationen an \u2013 kommuniziert und konnten dadurch unsere Anliegen in die Familien bringen. Dann haben die Umsiedler ge\u00e4u\u00dfert, dass sie gerne die Rabatten vor den H\u00e4usern machen wollten. Wir sind darauf eingegan\u00adgen und haben Material zur Verf\u00fcgung gestellt. Die Umgestaltung haben die dann gemacht. Heute bestehen keine Rabatte mehr. Es ist blo\u00df noch Wiese. Niemand will sich ja mehr b\u00fccken m\u00fcssen. Keiner will mehr Rasen m\u00e4hen. Das muss jetzt alles von Firmen gemacht werden, sogar die Hausreinigung. Das ist jetzt die Mentalit\u00e4t der Leute und daf\u00fcr m\u00fcssen sie jetzt auch bezahlen.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section bg_color=&#8221;#85b2bc&#8221; full_width=&#8221;true&#8221; padding_top=&#8221;0&#8243; padding_bottom=&#8221;0&#8243; sidebar=&#8221;sidebar-1&#8243;][vc_column][vc_column_text el_class=&#8221;vier-spalten-blocksatz&#8221; css=&#8221;.vc_custom_1649150697146{margin-bottom: 0px !important;}&#8221;]FRIEDER: Damals in den 90ern war das alles im Haus organisiert? Die Aussiedler haben sich um die Rabat\u00adten gek\u00fcmmert und andere haben den Flur geputzt, oder wie lief das?<\/p>\n<p>PAUL: Die Hausreinigung und alles lief in Eigeninitiative, das ist ja ein ge\u00adnossen\u00adschaft\u00adlicher Gedanke. Erst Ende der 2000er kam das alles von extern. Da waren die aber schon weg.<br \/>\nDas Ergebnis war dann, dass manch Hartgesottener der Meinung war und \u00fcber die Aussiedler gesagt hat: von denen k\u00f6nnten wir mehr Leute haben, also mit der Einstellung. Das hat mich nat\u00fcrlich auch gefreut, dass man durch Reden und positive Beispiele etwas erreichen konnte. Wir haben dann beispielsweise den Gr\u00fcn\u00adfl\u00e4chenverschnitt zweimal im Jahr gemacht. Ich hatte viele Sozialschwache, die dann die vier Stunden mitge\u00admacht haben. Es gab dann danach einen Kasten Bier und eine Bratwurst. Die haben sich eingebunden und mitgenommen gef\u00fchlt.<br \/>\nVor allem wird wertgesch\u00e4tzt, wenn man was selber gemacht hat. Ob das die Rabatten waren, der Gr\u00fcnver\u00adschnitt oder ob das die Kinder waren, die ihre Ecke hatten. Wir hatten sogar eine Fu\u00dfballmannschaft von un\u00adserem Wohnviertel. Die haben zu uns gehalten. Da m\u00fcssen sie Leute finden, die das m\u00f6gen und m\u00f6chten. Das ist eigentlich mein Anspruch. Man sollte sich, wenn man etwas macht, nicht zu sehr in den Vordergrund r\u00fccken, sondern den anderen Raum geben.<br \/>\nEs war in dieser Zeit sehr schwierig eine gewisse Akzeptanz f\u00fcr Menschen aus anderen L\u00e4ndern zu etablie\u00adren. Die rechten Gruppierungen waren sehr stark vertreten, wir hatten in Gnandorf auch Belegungen mit sol\u00adchen Leuten. Und da musste man mit umgehen. Ich habe dann den Leuten eine Plattform gegeben, mit denen gesprochen. Die konnten in unsere Begegnungsst\u00e4tte kommen. Ich habe den B\u00fcrgermeister, die B\u00fcrgerpoli\u00adzisten und die Polizei eingeladen. Vom Landratsamt war auch jemand da. Das war ein gutes Gespr\u00e4ch. Man hat sich kennengelernt. Es wurden Forderungen gestellt und beide Seiten haben versucht, die zu realisieren. Ich wurde gefragt, ob ich denn keine Angst h\u00e4tte, um meine Reifen zum Beispiel. Das war damals so ein Thema. Ich meinte, mit den Leuten zu reden, ist viel besser als \u00fcber die Leute zu reden.<\/p>\n<p>FRIEDER: Die haben vorher Reifen zerstochen?<\/p>\n<p>PAUL: Nein, das war in der Stadt. Insgesamt war die Tendenz so. Man hat fr\u00fcher gesagt, das waren die Glatzk\u00f6ppe, die Glatzen. Da muss man sich 25 Jahre zur\u00fcck versetzen. Das werden Sie vielleicht so nicht mehr kennen.<\/p>\n<p>FRIEDER: Nein, ich kenne das nur vom H\u00f6rensagen.<\/p>\n<p>PAUL: Das waren sowohl junge Leute, als auch junge Erwachsene, die teilweise auch schon Familien hatten. Das waren Leute, die bei diesen Gruppen versucht haben Anhang zu finden und Kameradschaft. Zu der Zeit waren viele orientierungslos. Au\u00dfer der Sportvereine gab es ja nichts. Sobald man stigmatisiert wurde, war es schwer f\u00fcr die Leute. Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es zur\u00fcck. Bei uns wollten zwei Famili\u00aden in Wohnungen einziehen, von denen ich wusste, dass sie in dem Metier waren. Da haben wir uns unterhal\u00adten und ihnen gesagt, dass wir das wissen. Sie meinten, sie waren vorher schon mal in der Runde in der Be\u00adgegnungsst\u00e4tte dabei und dass sie sich hier benehmen w\u00fcrden. Dem haben wir vertraut und das hat geklappt. Ob die dann irgendwo hingefahren sind und was gemacht haben, das kann ich nicht beurteilen. Ich bin nicht dazu da, das zu kontrollieren. Wenn sie Vermieter sind, muss das Wohnumfeld und die Mietsache in Ordnung sein. Das hat ja alles gut geklappt. Der gro\u00dfe Teil ist dann sp\u00e4ter weggezogen, wegen des Drucks der Stadt. Das Problem war nicht gel\u00f6st, es hat sich nur verlagert. Die sind dann teilweise nach B\u00f6hlen. Jedenfalls hat\u00adten wir dann nur noch zwei, drei Familien und sind gut miteinander ausgekommen.<\/p>\n<p>FRIEDER: Ich wollte noch wissen, was Gnandorf genau f\u00fcr ein Viertel war. Waren es vor allem Plattenbau\u00adten?[\/vc_column_text][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section bg_color=&#8221;#85b2bc&#8221; full_width=&#8221;true&#8221; padding_top=&#8221;0&#8243; padding_bottom=&#8221;0&#8243; sidebar=&#8221;sidebar-1&#8243;][vc_column][vc_column_text el_class=&#8221;vier-spalten-blocksatz&#8221; css=&#8221;.vc_custom_1649150756640{margin-bottom: 0px !important;}&#8221;]PAUL: Es waren Plattenbauten mit sechs Etagen. In jeder Etage zwei Wohnungen. Die Wohnumrisse waren prima, haben alle gesagt. In Gnandorf gab es zwei Eigent\u00fcmer, die Stadt und die Genossenschaft. Die Stadt hat in ihre Wohnungen viele Sozialschwache, oder Auff\u00e4llige gesteckt. Deswegen gab es dort immer \u00c4rger. Ich will die Leute nicht abwerten, aber andere wollten sie nicht haben. Dort hat die Stadt die Leute deponiert und sie haben sich dann nicht gro\u00df gek\u00fcmmert. Dann haben wir das \u00fcbernommen. Ich war Mitglied im Ob\u00addachlosenverband und habe unsere Leute dort angemeldet und begleitet. Wir haben f\u00fcnf oder sechs Obdach\u00adlose \u00fcbernommen. Davon sind vier negativ aufgefallen und zwei konnten wir halten. Meine Vision war sie zu begleiten, aber sobald die weg und auf sich selbst angewiesen waren, sind sie ihrem gewohnten Lebenswan\u00addel verfallen. Das war nicht gerade das Beste, aber wir haben das gemeistert, mit der alten Genossenschaft. Dann hat die BWS, das ist das st\u00e4dtische Wohnungsunternehmen, alles entweder abgerissen oder an einen Privatinvestor verkauft, der es nach der Sanierung dann abgetreten hat als es nichts mehr zu holen gab. Dabei ist dann auch viel Leerstand entstanden. Dort hat die Stadt dann sp\u00e4ter versucht, auch Migranten und Fl\u00fccht\u00adlinge unterzubringen.<br \/>\nVon dem Viertel steht heute nur noch die H\u00e4lfte, der Rest ist schon abgerissen. Jetzt haben wir gro\u00dfe Freifl\u00e4\u00adchen. Die zehn Jahre Haltefrist f\u00fcr die Freifl\u00e4chen sind jetzt vorbei und es werden nun schon Einfamilien\u00adh\u00e4user gebaut. Da hab ich nat\u00fcrlich immer so meine Bedenken. Wir haben ja immer noch Leerstand. Ich bin von Haus aus pazifistisch eingestellt und auch gegen Fl\u00e4chenversiegelung. Ich kann das Ph\u00e4nomen nicht ver\u00adstehen, dass die Eigenheime immer mehr Fl\u00e4chen versiegeln, obwohl wir so viel Leerstand haben.<\/p>\n<p>FRIEDER: Das geht mir \u00e4hnlich. Ich bin in Weinb\u00f6hla aufgewachsen, in der N\u00e4he von Dresden. Da gab es zu DDR-Zeiten viele G\u00e4rtnereien und die sind in den 90er Jahren zum Gro\u00dfteil pleite gegangen. In meiner Kindheit haben wir in diesen G\u00e4rtnereien gespielt und sind \u00fcber freie Wiesen in die Schule und sonst wohin Fahrrad gefahren. Jetzt wird es nach und nach von Leuten, die in Dresden arbeiten und sich ein Eigenheim leisten k\u00f6nnen, zugebaut. Ich kann da die Stadt und die Gemeinde nicht verstehen, dass die es einfach geneh\u00admigen, dass da \u00fcber Kilometer nur diese Fl\u00e4chen entstehen. Ohne dass da ein Streifen Gr\u00fcn bleibt oder dass da mal ein Park angelegt wird. Alle haben ein Auto und fahren die zehn Minuten bis zum Wald.<\/p>\n<p>PAUL: Ich kenne ja viele Leute, die fr\u00fcher anders gesprochen haben, die ihre Vors\u00e4tze in jeder Richtung ver\u00adgessen, sobald sie M\u00f6glichkeiten haben. Deutschland ist eigentlich ein Land, in dem es noch am wenigsten privates Wohneigentum gibt. Da ist Griechenland zum Beispiel weiter. Die haben zwar weniger Taschengeld, aber die Immobilie steht. Der Wert steht. Das ist eben so und ich hatte immer in Gnandorf einen Blick drauf.<br \/>\nIch habe dann irgendwann gemerkt, dass wir, als Wohnungsunternehmen, keine Lobby hatten. Im Stadtrat war niemand, der sich damit auskannte. Wir haben dann eine Initiative gegr\u00fcndet. Die hie\u00df \u201ege\u00adnossen\u00adschaft\u00ad\u00adliches Wohnen\u201c. Wir wollten bei der Wahl im Stadtrat vertreten sein. Wir hatten drei Kandidaten und brauch\u00adten Un\u00adter\u00adst\u00fctzer\u00adunter\u00adschrif\u00adten. Die haben dann viele von den Umsiedlern gemacht. Die haben sich da einge\u00adbunden gef\u00fchlt. Wir haben sie mitgenommen und mit ihnen gesprochen. Wir hatten auch ein Hoffest, da war der Kontakt und alles da. Wir sind am Ende aber an der F\u00fcnf-Prozent-H\u00fcrde gescheitert.<br \/>\nNachdem wir es nicht geschafft haben, in den Stadtrat zu kommen, habe ich eine Liste mit Fragen gemacht. Ich war damit bei der SPD &#8211; damals war B\u00fcrgermeisterwahl &#8211; und habe die Liste mit denen abgearbeitet. Von den Antworten waren manche schwammig. Dann bin ich zuf\u00e4llig zur CDU nach Kesselshain und dort habe ich die selben Fragen gestellt. Da waren auf einmal vier, f\u00fcnf Leute, die ich aus der Stadt kannte. Und dort bin ich dann geblieben. Ich bin jetzt seit \u00fcber zwanzig Jahren bei der CDU. Ich habe ja gesagt, wer A sagt, muss auch B sagen. Da bin ich der Mit\u00adglie\u00adder\u00adbe\u00adauf\u00adtrag\u00adte im Bornaischen Stadt\u00adverband. Soziale Marktwirt\u00adschaft war unser Motto, das fand ich nach der Wende nicht so schlecht.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section bg_color=&#8221;#85b2bc&#8221; full_width=&#8221;true&#8221; padding_top=&#8221;0&#8243; padding_bottom=&#8221;0&#8243; sidebar=&#8221;sidebar-1&#8243;][vc_column][vc_column_text el_class=&#8221;vier-spalten-blocksatz&#8221; css=&#8221;.vc_custom_1649150799770{margin-bottom: 0px !important;}&#8221;]Ich bin seitdem regelm\u00e4\u00dfig in die Stadtratssitzungen gegangen. Nach zwanzig Jahren hatte ich einen Einblick, wohin Borna will und wohin nicht. Mein Anliegen war immer Borna zur Hauptstadt von Neuseenland zu machen, aber da gab es so viele verschiedene Meinungen. Es gab hier damals viele Arbeitspl\u00e4tze. Es sind sehr viele Leute zugezogen und die haben nie so einen Patriotismus entwickelt. Viele haben keinen richtigen Bezug zu Borna, wollen nur das Gute mitnehmen, aber sind nicht bereit, das Schlechte zum Besseren zu machen. Wenn etwas Neues geschaf\u00adfen wurde, gibt es garantiert Ge\u00adgen\u00adstimmen, die das wieder niederreden.<br \/>\nIch habe \u00fcberall Verantwortung \u00fcbernommen. Ich habe mir auch einen Gartenverein gesucht, als wir in das neue Haus gezogen sind. Dort war ich auch mit im Vorstand. Ich bin mit vielen Leuten, auch jetzt noch, im\u00admer gut ausgekommen. Es gibt welche, die nicht in meine Richtung passen, aber trotzdem rede ich mit denen und gr\u00fc\u00dfe sie. Wir wissen, was wir voneinander halten. Die kommen mit gewissen Sachen nicht mehr zu mir, weil sie wissen, dass ich da eine andere Meinung habe. Den Leute geht es nicht direkt um die Partei, sondern die gucken welche Leute was machen.<br \/>\nIch habe immer noch drei oder vier Baustellen. Ich habe einiges abgegeben, weil sonst schaffe ich das alles nicht mehr. Ich hab mir mal zum Motto gemacht, alle f\u00fcnf Jahre etwas Neues zu suchen.<br \/>\nDa muss ich aber dazu sagen, dass ich diese ganzen Arbeiten ehrenamtlich mache. Manchmal gab es eine kleine Auf\u00adwands\u00adent\u00adsch\u00e4\u00addi\u00adgung. Ich war ja In\u00adva\u00adli\u00adden\u00adrent\u00adner. Jetzt wo ich Altersrentner bin, habe ich immer noch dieselbe Rente.<br \/>\nAls noch Rummel war, bin ich mal mit dem Riesenrad gefahren und das h\u00e4lt ja dann oben. Da hab ich gese\u00adhen, dass Borna gutes Potential hat. Alles ist gr\u00fcn, viele Seen und viele sch\u00f6ne Radwege. Es gibt auch noch Drecksecken, da kommt manchmal die Stadt nicht hinterher. Es gibt eben noch solche Leute, die sich nicht dran halten. Es ist aber weniger geworden und hat sich schon ein bisschen gebessert.<br \/>\nWas noch wichtig daf\u00fcr ist, warum ich hier in Borna gut Fu\u00df fassen konnte: Ich bin 1995 in die Kirche ein\u00adgetreten. Ich war vorher nicht in der Kirche. Ich habe durch meinen Ge\u00adsund\u00adheits\u00adzu\u00adstand etwas gesucht.<\/p>\n<p>FRIEDER: Was haben Sie gesucht?<\/p>\n<p>PAUL: Ich habe Halt gesucht. Ich bin zum Beispiel 1987 in die Klinik gefahren und hatte f\u00fcnfundzwanzig Prozent \u00dcberlebenschancen. 1980 war ich auch schon am offenen Herzen operiert worden. Ich habe da ge\u00addacht: \u201eWenn es den lieben Gott wirklich gibt, bei 25-prozentiger \u00dcberlebenschance, mache ich bei der Kir\u00adche mit. Ich habe noch ein bisschen was vor.\u201c Dann sollte mein Junge zur Jugendweihe. Da gab es die Opti\u00adon Kirche, da war ich noch nicht Mitglied. Er hat gesagt, er gucke sich das mal an und ob er denn m\u00fcsse. Ich meinte er m\u00fcsse nicht, er d\u00fcrfe das selbst entscheiden. Ich habe immer blo\u00df beraten und nicht belehrt. Es ist ja sein Weg. Er ist mit einem Kumpel dann zum Religionsunterricht und sie wollten sich taufen lassen. Sie brauchten einen Begleiter und da ich schon in Rente war, konnte ich das machen. Dort habe ich die Leute, den Pfarrer und alle kennengelernt. Ich habe mich dann entschlossen in die Kirchgemeinde einzutreten. Ich habe dann im Kirchenvorstand mitgearbeitet, bis vor zwei Jahren, und habe hinter die Kulissen geguckt. Ich habe mich dann sehr gefreut, dass Borna seine drei Kirchen auf einen guten Stand gebracht hat. Der Friedhof ist in Ordnung.<br \/>\nWas m\u00f6chten sie noch wissen? Sie haben hier ja mal \u201egeboren, gekommen, geblieben\u201c hin\u00adge\u00adschrieben.<\/p>\n<p>FRIEDER: Genau, das ist der Projekttitel.<\/p>\n<p>PAUL: Bei mir w\u00fcrde jetzt \u201ezugezogen, angekommen und geblieben\u201c passen.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section bg_color=&#8221;#85b2bc&#8221; full_width=&#8221;true&#8221; padding_top=&#8221;0&#8243; padding_bottom=&#8221;0&#8243; sidebar=&#8221;sidebar-1&#8243;][vc_column][vc_column_text el_class=&#8221;vier-spalten-blocksatz&#8221; css=&#8221;.vc_custom_1649150995700{margin-bottom: 0px !important;}&#8221;]FRIEDER: Und von wo sind Sie hergezogen?<\/p>\n<p>PAUL: Ich komme aus Meuselwitz, das ist in Th\u00fcringen. Ich bin 1948 geboren in Cr\u00f6bern, dann ist der Va\u00adter nach Altenburg und sp\u00e4ter nach Meuselwitz gezogen. Er war bei der Polizei. Erst bei der Transportpoli\u00adzei, dann beim Werksschutz in der Maschinenfabrik. Ich habe die politische Oberschule besucht, bis zur zehnten Klasse. Fr\u00fcher war es so, dass die ans\u00e4ssigen Betriebe besucht wurden. Dort wurde dann der Unter\u00adricht abgehalten. Wir hatten zum Beispiel in Meuselwitz die Maschinenfabrik, dann noch die Landwirtschaft und dann noch drei oder vier Brikettfabriken und den Tagebau. Wir waren in allen Bereichen. Meine Mutter ist, als ich zehn Jahre alt war, in die Brikettfabrik gegangen. Ich musste eine Lehre als Installateur machen, habe mich aber immer f\u00fcr etwas anderes interessiert. Eigentlich wollte ich in die Landwirtschaft. Ich wollte M\u00e4hdrescher fahren. Ich war schon mit zw\u00f6lf Jahren Beifahrer. Ich hab immer ein bisschen Geld verdient und auch mein Fahrrad selbst verdient.<\/p>\n<p>FRIEDER: Was hat ein Beifahrer beim M\u00e4hdrescher gemacht?<\/p>\n<p>PAUL: Der hat die S\u00e4cke, wo das Spreu drin war, zugemacht und abgeworfen. Also mitgeholfen, aber nicht gefahren. Mit zw\u00f6lf Jahren S\u00e4cke getragen, die Gaben geb\u00fcndelt und aufgestellt. Ich war jung. Ich bin im\u00admer drei, vier Kilometer bis nach Spora gefahren und habe dort mitgemacht. Ich habe mir ein Motorrad ge\u00adkauft von dem Geld. Teilweise kam der Vater und hat sich was geborgt von mir. Ich hatte immer ein bisschen Geld. Durch den Krieg gab es ja viel Zerbombtes. Ich habe Steine aus den Ruinen geklopft und f\u00fcr den Wie\u00adderaufbau vorbereitet. Deswegen war mein Ansehen immer hoch, da habe ich mich drauf verlassen k\u00f6nnen. Dann habe ich mich entschieden in den Tagebau zu gehen.<\/p>\n<p>FRIEDER: Das war nach der Lehre?<\/p>\n<p>PAUL: Nach der Lehre als Gas- und Wasserinstallateur. Mein Vati wollte unbedingt, dass ich das lerne. Der wollte nicht, dass ich in die LPG, oder in den Bergbau gehe. Das war aus seiner Sicht das Richtige. Das hat mir aber nie Spa\u00df gemacht. Ich bin im Bergbau als Schichthandwerker auf die Ger\u00e4te.<\/p>\n<p>FRIEDER: Was haben Sie da gemacht?<\/p>\n<p>PAUL: Wir waren in der Werkstatt auf Abruf und wenn dort bei den Baggern irgendwas kaputt ging, dann sind wir mit unserem Materialwagen hingefahren und haben das Ger\u00e4t wieder in Gang gebracht. Das habe ich eine Weile gemacht, dann habe ich mich als Schwei\u00dfer umschulen lassen. Danach bin ich dann bei der Armee gelandet.<br \/>\nSchon als Kind hatte ich den Slogan \u201ekeine Waffen mehr\u201c geh\u00f6rt. Ich bin dann entt\u00e4uscht worden: auch die DDR hatte eine Armee. Ich bin dann nicht in die Kampfgruppe Zivilschutz, das war alles para\u00admili\u00adt\u00e4risch. Mich haben sie mit sechs\u00adund\u00adzwan\u00adzig Jahren in Verschluss genommen. Normalerweise h\u00e4tte ich gar nicht ge\u00admusst, weil ich ja damals schon krank war. Die Diagnose war da aber noch nicht so ausgepr\u00e4gt. Da haben sie gesagt, als ich die Grundausbildung gemacht habe, dass ich gerne in der K\u00fcche weitermachen k\u00f6nne. Wenn die Offiziere verabschiedet worden sind oder neue kamen, habe ich geholfen. Ich konnte immer aus dem We\u00adnigen etwas zaubern. Aus Sauerkraut und Knochen. Wenn es ins Man\u00f6ver ging, konnte ich in die Feldk\u00fcche. Ich habe auch mal ein bisschen \u00c4rger gehabt. Da haben wir mal einen Ausgang \u00fcberzogen. Ich war damals in Bergen bei R\u00fcgen eingesetzt. Nach der Armeezeit wollte ich bei der Hochseefischerei arbeiten. Da hab ich aber den Ablauf noch gar nicht gewusst, dass erst ein Sichtvermerk gemacht werden musste. Ich habe mich dann blo\u00df gewundert, als ich nach Meuselwitz zur\u00fcckkam und der Kellner mich fragte, ob ich etwas verbro\u00adchen habe. Die Polizei war wohl da und hat sich \u00fcber mich erkundigt. Die haben den Kellner gefragt, ob ich, als ich ab und zu im Stadthaus in der Gastst\u00e4tte war, mich auff\u00e4llig verhalten habe. Weil man h\u00e4tte ja \u00fcber et\u00adwas reden und singen k\u00f6nnen.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section bg_color=&#8221;#85b2bc&#8221; full_width=&#8221;true&#8221; padding_top=&#8221;0&#8243; padding_bottom=&#8221;0&#8243; sidebar=&#8221;sidebar-1&#8243;][vc_column][vc_column_text el_class=&#8221;vier-spalten-blocksatz&#8221; css=&#8221;.vc_custom_1649151090905{margin-bottom: 0px !important;}&#8221;]FRIEDER: Warum hatten die Sie auf dem Schirm?<\/p>\n<p>PAUL: Weil ich zur Hochseefischerei wollte.<\/p>\n<p>FRIEDER: Die haben geguckt, ob sie r\u00fcber machen wollen?<\/p>\n<p>PAUL: Ja. Ich kannte den, der sich an mich ran gemacht hatte. Wir haben uns ausgesprochen. Ich habe ihm gesagt, dass ich ihn nie wiedersehen wollte. Ich wurde immer in H\u00e4user eingemietet, wo einer drinnen war. Der Hausverwalter oder so. Ich will jetzt keine Namen nennen. Die haben sich an mir abgearbeitet, aber ich hatte gar nicht die Idee, da irgendetwas zu machen. Sie haben also nie etwas gefunden. Ich habe in der Lehre gemerkt, dass die, die schlecht waren, in die Partei gegangen sind und dann durchgekommen sind. Das war nichts f\u00fcr mich und ich hab mich dann anderweitig orientiert. Ich habe meine Arbeit gut gemacht, klar bin ich manchmal verreist, aber da ist man auch gut rum gekommen. Ich hatte einen Trabant. 1978 kam dann mein Sohn. Ich habe mein Ding gemacht.<br \/>\nIch war eigentlich auch immer sehr traurig, dass wir ein so gro\u00dfes Bruttosozialprodukt mit den Tagebauen und Briketts geschaffen haben und so wenig in unserem Leben hatten. Alles ist nach Berlin gegangen. Zu DDR Zeiten haben ich mir geschworen, dass ich nicht nach Berlin fahre.<\/p>\n<p>FRIEDER: Aus Prinzip?<\/p>\n<p>PAUL: Aus Prinzip wollte ich da nicht hin fahren.<br \/>\nVon der Armee bin ich dann wieder nach Hause und habe mich f\u00fcr den Lehrgang zum E-Lokfahrer bewor\u00adben. Da war ich vierzehn Tage, dann kam der Abteilungsleiter und meinte, wir m\u00fcssten mal reden. Es war damals alles per du im Bergbau. Ich habe ein Schreiben von der Armee bekommen, dass es keine guten Ar\u00adbeitspl\u00e4tze g\u00e4be. Eher am Gleis als auf der Lok. Ich meinte, ich w\u00e4re ja schon dabei und w\u00fcsste nicht, was ich jetzt machen sollte. Er meinte, er nehme dass auf seine Kappe und ich solle weiter Lokfahrer lernen. Nach sechs Wochen war ich Lokfahrer. Da meinte er, dass er das nicht gedacht h\u00e4tte, dass nach f\u00fcnf Jahren nochmal jemand mit zwei Zweien abschlie\u00dft. Praktisch und theoretisch. Da bin ich E-Lokfahrer geworden, im Tagebau Haselbach. Manchmal, wenn ich nach Luckau fahre, dann fahr ich direkt vorbei, wo ich achtzig Meter tiefer mit dem Zug gefahren bin. Das ist schon komisch. Ich bin immer bei Wind und Wetter nach Zeitz gefahren, ein Jahr lang. Bis dann der Entschluss kam, mit der Frau im Tagebau Schlehenhein anzufan\u00adgen. Das ist der dritte Tagebau, der jetzt noch befahren wird, aber mit B\u00e4ndern. Ich habe da als E-Lokfahrer weiter gearbeitet, bis zu meiner Berentung 1993. Meine Frau hat bis 1995 gearbeitet. Sie ist auch abgewi\u00adckelt worden und hatte dann einen Unfall. Sie hat dann aber auch keine Arbeit mehr gefunden, durch ihre Behinderung.<\/p>\n<p>FRIEDER: Was hat ihre Frau im Tagebau gemacht?<\/p>\n<p>PAUL: Sie war zuerst im Kohlebagger und hat dort die Beladerin gemacht. Die Kohle wurde ja herausge\u00adnommen, kam auf den Drehteller und wurde dann \u00fcber Band auf eine Klappe bef\u00f6rdert, welche \u00fcber dem Kohlezug hing, der unten entlang fuhr. Sie musste dann st\u00fcckchenweise die Z\u00fcge beladen. Das hat sie ge\u00admacht, bis unser Sohn 1978 zur Welt kam. Sie hat vorher noch eine Umschulung gemacht, da hab ich ge\u00adstaunt. Richtige Schule, mit Mathe und allem. Zur Gro\u00dfger\u00e4tefahrerin. Dann kam der Junge. Dann wurde sie ein Sicherheitsposten. Sie war verantwortlich f\u00fcr die Leute, die die Gleise geschwei\u00dft haben. Ein verantwor\u00adtungsvoller Beruf. Das hat sie gerne gemacht, bis zu ihrer Abwicklung oder Entlassung.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section bg_color=&#8221;#85b2bc&#8221; full_width=&#8221;true&#8221; padding_top=&#8221;0&#8243; padding_bottom=&#8221;0&#8243; sidebar=&#8221;sidebar-1&#8243;][vc_column][vc_column_text el_class=&#8221;vier-spalten-blocksatz&#8221; css=&#8221;.vc_custom_1649153673074{margin-bottom: 0px !important;}&#8221;]Was mir imponiert hat, war, dass wir viele Trinker hatten und die hat man nicht einfach auf der Stra\u00dfe gelas\u00adsen. Wir hatten dann eine Brigade \u201eSonnenschein\u201c. Die kamen ins Werk und bekamen ein, zwei Bier am Tag, damit sie ihren Pegel halten konnten. Die kamen aber nicht mit Sachen in Ber\u00fchrung, bei denen sie sich ver\u00adletzen konnten. Die haben zum Beispiel geschippt. Das fand ich eigentlich gut. Die hat man mitgenommen. Die haben noch etwas Geld verdient und waren nicht auf der Stra\u00dfe. Das war in der DDR gar nicht so schlecht. Die sind nat\u00fcrlich dann nach der Wende in ein Loch gefallen.<\/p>\n<p>FRIEDER: Was w\u00fcnschen Sie sich f\u00fcr Borna in der Zukunft?<\/p>\n<p>PAUL: Wir haben hier in Borna viele Seen. Ich muss aber immer noch f\u00fcnfundzwanzig Kilometer, nach Gro\u00dfstolpen bei Groitzsch fahren, um baden zu gehen. Da ist ein sehr gut erschlossener See, mit Sanit\u00e4r\u00adanlagen und Badestrand. Davon haben wir nichts dergleichen hier. Jetzt ist ja der Bockwitzer See im Ge\u00adspr\u00e4ch, damit wir endlich mal vor der Haust\u00fcre baden k\u00f6nnen. Das Freibad ist ja auch weg.<br \/>\nDann w\u00fcnsche ich mir f\u00fcr die Zukunft ein Nutzungs\u00adkonzept f\u00fcr die Kuni\u00adgunden\u00adkirche. Da kann man etwas ganz Feines draus machen. Das Rad\u00adweg\u00adkonzept sollte weiter verfolgt werden. Schlie\u00ad\u00dfungs\u00adl\u00fccken. Bei mir vor dem Haus fehlen zum Beispiel f\u00fcnf\u00adhundert Meter, wo man wieder auf der Haupt\u00adstra\u00dfe fahren muss. Ei\u00adgentlich w\u00e4re mein Wunsch, nicht so viel zu meckern. Dass mehr Leute anpacken, Br\u00fccken bauen und sich k\u00fcmmern. Es werden immer weniger. Solche, wie ich das gemacht habe, sterben langsam aus. Das finde ich sehr schade. Wir bekommen jetzt auch wieder die Menschen aus der Ukraine. Da w\u00fcnsche ich mir, dass die gut ankommen und Wohnungen beziehen, sodass wir uns in absehbarer Zeit zum Kaffee trinken treffen k\u00f6n\u00adnen.[\/vc_column_text][mk_padding_divider size=&#8221;80&#8243;][\/vc_column][\/mk_page_section][vc_row][vc_column][vc_column_text css=&#8221;.vc_custom_1643311707101{margin-top: 80px !important;margin-bottom: 0px !important;}&#8221;]\n<h4><a href=\"https:\/\/unofficial.pictures\/geboren-gekommen-geblieben\/\">Portr\u00e4ts einer diversen Stadt: \u201egeboren, gekommen, geblieben\u201c<\/a><\/h4>\n[\/vc_column_text][mk_padding_divider][\/vc_column][\/vc_row]\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sorry, this entry is only available in Deutsch.[mk_page_section padding_top=&#8221;0&#8243; padding_bottom=&#8221;0&#8243; sidebar=&#8221;sidebar-1&#8243;][vc_column width=&#8221;1\/2&#8243;][mk_padding_divider size=&#8221;200&#8243; visibility=&#8221;hidden-sm&#8221;][vc_column_text align=&#8221;right&#8221; css=&#8221;.vc_custom_1649090554698{margin-bottom: 0px !important;}&#8221;] Paul Janus geboren 1948, ist Rentner und lebt in Borna-Gnandorf [\/vc_column_text][vc_btn title=&#8221;zur\u00fcck zur \u00dcbersicht&#8221; style=&#8221;classic&#8221; shape=&#8221;square&#8221; color=&#8221;default&#8221; align=&#8221;right&#8221; link=&#8221;url:https%3A%2F%2Funofficial.pictures%2Fgeboren-gekommen-geblieben%2F|title:%5B%3Ade%5DPortraits%20einer%20diversen%20Stadt%3A%20%E2%80%9Egeboren%2C%20gekommen%2C%20geblieben%E2%80%9C%5B%3A%5D&#8221; el_class=&#8221;button-back-to-the-exhibition&#8221;][\/vc_column][vc_column width=&#8221;1\/2&#8243;][mk_padding_divider size=&#8221;100&#8243; visibility=&#8221;hidden-sm&#8221;][vc_single_image image=&#8221;2753&#8243; img_size=&#8221;400&#215;600&#8243; alignment=&#8221;right&#8221;][\/vc_column][\/mk_page_section][mk_page_section bg_color=&#8221;#85b2bc&#8221; full_width=&#8221;true&#8221; padding_top=&#8221;0&#8243; padding_bottom=&#8221;0&#8243; sidebar=&#8221;sidebar-1&#8243;][vc_column][mk_padding_divider size=&#8221;80&#8243;][vc_column_text el_class=&#8221;vier-spalten-blocksatz&#8221; css=&#8221;.vc_custom_1649153630768{margin-bottom: 0px !important;}&#8221;]PAUL: Ich [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":2639,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-2752","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/unofficial.pictures\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2752","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/unofficial.pictures\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/unofficial.pictures\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/unofficial.pictures\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/unofficial.pictures\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2752"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/unofficial.pictures\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2752\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2778,"href":"https:\/\/unofficial.pictures\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2752\/revisions\/2778"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/unofficial.pictures\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2639"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/unofficial.pictures\/tr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2752"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}