Die Jasmin-Flucht

Fahd Aldaya

12,00 

Kategorie:

136S., zahlreiche farbige Abb.
fadengeheftetes Hardcover, 16 x 22 cm
3. Auflage, Leipzig 2017
Sprache: Deutsch

Vorrätig

Beschreibung

» Was sollen wir tun wenn wir stehen
vor Bilderfluten von Massakern?
Vor einer Flut von Leichen und Trümmern?
Vor der Sintflut, die die Namen der Dörfer und
Städte und der Menschen überschwemmt?
Wir sind in unserem Blut ertrunken,
wie Schiffe im Meer versunken. «

Im Rahmen des dreiwöchigen Workshops „out of the box“ erhielt der Foto- und Videokünstler Fahd Aldaya die Möglichkeit, mit den Mitteln von Fotografie und Film seine Erfahrungen im Zuge seiner Flucht aus Syrien nach Deutschland zu präsentieren und künstlerisch zu verarbeiten. Als Ergebnis ist eine eindrucksvolle Zusammenstellung aus privaten Fotoaufzeichnungen und Texten Fahd Aldayas entstanden, die den Krieg und die Zerstörung in Syrien sowie die Lebens- und Fluchterfahrungen schildern und den Leser*innen einen sehr privaten Zugang zu Krieg und Migrationserfahrungen ermöglichen.

Fahd Aldaya, geboren 1979 in Harasta bei Damaskus, kam 2009 das erste Mal mit den Medien Film und Fotografie in Berührung. Zu Beginn filmte er sein persönliches Umfeld und versuchte, seine Umgebung und Geschehnisse in seiner Heimatstadt festzuhalten. Als sich die Situation in Syrien zunehmend verschärfte lernte er das Medium Fotografie zu schätzen. Aufgrund der politischen Situation in seinem Heimatland und den stattfindenden Demonstrationen gegen die Regierung wurden seine Aktivitäten und Aufnahmen politischer, hielten die Geschehnisse auf den Straßen und Demonstrationen fest und konnten mithilfe der sozialen Medien und Youtube verbreitet werden. Während des Krieges in Syrien arbeitete er fünf Monate als Reporter, filmte und fotografierte Menschen, Zerstörung und Krieg. „Das war sehr gefährlich, wenn man Fotografien gemacht hat, wie die Regierung Menschen getötet hat.“ Aus dem Antrieb heraus, die „ganze Wahrheit zu zeigen“ und den Menschen zu vermitteln, was in ihrer Stadt wirklich passiert, anstelle der bruchstückhaften Informationen der staatlichen Medien, intensivierte er seine Arbeit. „Ich konnte nicht allen Videos glauben. Wenn ich aber als Fotograf gearbeitet habe, konnte ich mehr glauben. Es gab sehr viele Überraschungen, aber schlimme Überraschungen. Ich habe vorher nie einen Menschen sterben sehen, aber das ist mir bei der Arbeit als Fotograf passiert.“ Schon damals verfolgte Fahd Aldaya den Anspruch, über die Geschehnisse in Syrien aufzuklären und sie den Menschen sichtbar zu machen. „Das Problem in unserem Krieg in Syrien war, dass es keine Dolmetscher gab, alles war auf Arabisch, die Leute in den anderen Ländern haben sich daher nicht so dafür interessiert. Es braucht eine andere Sprache, damit alle Leute in der Welt wissen, was passiert.“ Mithilfe des Mediums Fotografie schaffte er sich die Möglichkeit, seine Geschichte und Erlebnisse des Krieges festzuhalten und allen Menschen unabhängig von Sprache oder Herkunft offenzulegen. 

Layout: Ahmad Mahmoud, Joanna Coleman, Rafael Brix
Text: Fahd Aldaya
Fotografie: Fahd Aldaya
Übersetzung: Ahmad Mahmoud

Zu dem Projekt gab es im Dezember 2017 auch eine Ausstellung im „Tipi“ in Leipzig-Plagwitz. In dem Video erfahrt ihr von Fahd Aldaya selbst mehr zum Projekt:

Zusätzliche Information

Gewicht 0.355 kg
Autor*in

Fahd Aldaya