Gefährlicher Gegenstand: Eisenbahnstraße

Das Projekt

Unsere Zeitung »Gefährlicher Gegenstand: Eisenbahnstraße« ist eine dokumentarische aber parteiergreifende Untersuchung der Verhältnisse in den Vierteln rund um die Eisenbahnstraße im Osten von Leipzig, wo 2018 eine Waffenverbotszone eingeführt wurde. Nun wollen wir eine 2. Ausgabe der Zeitung herausbringen, denn uns fehlen noch wichtige Stimmen aus dem Viertel und bestimmte Aspekte im Diskurs. Die neue Ausgabe soll wieder durch einen freien Preis einkommensunabhängig zugänglich sein.

Worum geht es in dem Projekt?

Seit November 2018 ist die Gegend rund um die Eisenbahnstraße im Leipziger Osten laut BILD-Zeitung „endlich entschärft“, hier wurde die erste sächsische Waffenverbotszone eingerichtet. Schon vorher durfte die Polizei verdachtsunabhängige Kontrollen an diesem „Gefährlichen Ort“ durchführen. Nun wurden rings um das Gebiet noch Verbotstafeln aufgestellt und für das Mitführen von Waffen sind bis zu 10.000€ Strafe fällig, sowie bis zu 1.000€ für das Mitführen von „gefährlichen Gegenständen“.

Doch die Eisenbahnstraße ist auch ein gefährlicher Gegenstand für jede journalistische, dokumentarische, künstlerische Auseinandersetzung. Unmöglich scheint es, mit unvoreingenommenem Blick Bilder zu machen und zu zeigen. Zu gefestigt sind die Bilder im Kopf, kommt die Eisenbahnstraße doch seit Jahren durch Schlägereien, Schießereien, Drogenhandel, Messerattacken in die Schlagzeilen, oft verbunden mit einer diffusen Zuschreibung dieser Taten an nicht-deutsche oder nicht-weiße Menschen.

Im August 2019 veröffentlichten wir die Fotozeitung „Gefährlicher Gegenstand: Eisenbahnstraße“, in der wir dem Stigma „Schlimmste Straße Deutschlands“ (ProSieben) ein differenziertes kritisches Bild entgegen setzen. Dafür führten wir lange Gespräche mit Anwohner*innen, verwendeten Videostills aus einschlägigen TV-Dokumentationen und eigenen Bodycam-Aufnahmen und fotografierten besondere Orte im Viertel mit einer Großformatkamera. Wir wollen so das mediale Bild des Viertels ergänzen; den einschlägigen Berichten und Polizei-Darstellungen Stimmen aus der Nachbar*innenschaft entgegen setzen.

Nun wollen wir – mit euer Hilfe – eine zweite Ausgabe herausbringen. Sie soll weitere Gespräche mit Anwohner*innen beinhalten: wir wollen fragen ob sie sich sicher im Viertel fühlen, wie die Waffenverbotszone ihren Alltag beeinflusst und was sie sich allgemein für ein Miteinander im Viertel wünschen.
In der neuen Ausgabe wollen wir einen besonderen Schwerpunkt auf die Zusammenhänge zwischen sogenannten gefährlichen Orten und Verdrängung legen. Dafür werden wir mehr zu den Erfahrungen mit solchen Prozessen in anderen Städten recherchieren, in den Gesprächen darauf eingehen und mit der Großformatkamera besonders die Orte in den Blick nehmen, an denen sich solche Zusammenhänge schon an der Oberfläche zeigen, wie z.B. auf den letzten Brachflächen im Viertel. Wir werden auch weiter mit der Bodycam und in den sozialen Netzen nach Bildern suchen, die diese Zusammenhänge beleuchten.

Was sind die Ziele und wer ist die Zielgruppe?

Wir wollen die „Single Story“ (Chimamanda Ngozi Adichie) der Eisenbahnstraße um ein differenziertes Bild ergänzen. Den Darstellungen bestimmter Medien, Parteien und der Polizei wollen wir Stimmen der Anwohner*innen entgegensetzen und somit das Stigma „Gefährlicher Ort“, das über den Vierteln liegt, ein Stück weit aufbrechen. Dabei ignorieren wir nicht, dass es wirkliche Probleme im Viertel gibt – im Gegenteil – wir denken aber dass weder die Waffenverbotszone, die rassistischen Polizeikontrollen noch das mediale Bashing des ganzen Stadtteils wirklich zur Problemlösung beitragen. Ein Ziel ist es daher, ein Umdenken bei den Verantwortlichen zu erreichen oder wenigstens einzuleiten.

Wir richten uns dabei an alle, die an kritischer und differenzierter Presse, an Stimmen aus dem Viertel interessiert sind. Das betrifft nicht nur Anwohner*innen der anliegenden Viertel der Eisenbahnstraße, auch nicht nur alle Menschen, die in einem freieren Leipzig leben wollen. Das hier geht an alle, die mit solchen politischen Maßnahmen Probleme haben, die den Polizeiaktionen im Schanzenviertel in Hamburg zu G20, im Hambacher Forst, in den Berliner „Gefahrengebieten“ am Görlitzer Park und am Kottbusser Tor misstrauisch gegenüber stehen, oder die an den Perspektiven derer interessiert sind, deren Alltag in solchen Vierteln stattfindet.

Crowdfunding

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Elisabethstraße
Konradstraße/Hermann-Liebmann-Straße
Eisenbahnstraße
Dornbergerstraße
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Veranstaltungen

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Lesung aus Ausgabe #1 der Zeitung

Aus den fünf langen Gesprächen in der ersten Zeitung lesen wir einige anregende Passagen. Danach wollen wir mit euch diskutieren: Was seht ihr für Probleme im Viertel? Was habt ihr für Erfahrungen mit Kontrollen in der Waffenverbotszone gemacht? Warum passiert so wenig gegen die Waffenverbotszone? Was muss sich ändern, damit sich alle sicher fühlen können im Viertel?

»Donnerstag, 23.1., 18.00
Pöge-Haus, Hedwigstraße 20, Leipzig

» Freitag 14.2 20.00
adi, Georg-Schwarz-Str. 19, Lindenau

» Mittwoch 19.2. 19.00
el libro, Bornaische Str. 3d, Connewitz

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